Wir hatten noch nie so "kaltes" Wetter auf den Kanaren. Die Einheimischen freuen sich über den kühlen, leicht verregneten Winter. Wir hingegen haben die Badesachen unbenutzt wieder mit nach Hause genommen. Natürlich war es trotzdem 20 Grad wärmer als zu Hause, es ist eben alles relativ
Wie immer haben wir An- und Abreise über TUI Cruises mit gebucht. Bei dem aktuellen Winterwetter doppelt beruhigend. So ist das schließlich eine Pauschalreise und im Zweifel kann TUI Cruises zusehen, dass man uns an Bord und wieder nach Hause kriegt. Wir sind um 10.45 Uhr mit Eurowings ab Hamburg geflogen und haben die Nacht davor schon im Flughafenhotel verbracht. Ist einfach entspannter, als nachts bei Schnee und Eis zum Flughafen zu fahren und nur vage zu hoffen, dass man rechtzeitig ankommt. Der Hinflug war pünktlich, die Koffer recht schnell da und der Transfer hat gut geklappt. Wir hatten eine Balkonkabine auf Deck 6 an Steuerbord mittschiffs nicht weit vom hinteren Treppenhaus. Wir wohnen gerne in der Mitte. Erstens, weil es bei Seegang hier weniger schaukelt. Zweitens, weil man alle Wege halbiert (wir sind beide nicht so richtig gut zu Fuß).
Wie immer, wenn wir Agadir in der Route haben, genießen wir die ersten 3 Tage Schiff total (wir gehen also in Agadir nicht an Land). In Agadir war der Dampfer fast leer, und wir haben uns im Spa ein wenig verwöhnen lassen. Auch sonst haben wir das gemacht, was das neue Dickschiff im Namen hat, nämlich "Relax". Ausschlafen, ein wenig Sport, Lektorenvorträge, super gutes Essen und Service sowie gutes Entertainment genießen. Wie auf unseren vorherigen Reisen waren wir viel in der Schaubühne, wo es ein abwechslungsreiches Programm gab. Aber auch 2x im großen Theater.
Auf Lanzarote waren wir über Nacht - sind gegen 19 Uhr bei leichtem Nieselregen eingelaufen. Mit Regenbogen:
Eigentlich hatte ich wie immer bei Cicar einen Mietwagen gebucht. Es war das erste Mal, dass bei Cicar was nicht geklappt hat. Ich hatte eine Buchungsbestätigung per Mail für Abholung abends am Kreuzfahrtterminal. An unserem Anleger war kein Cicar Schalter, und ein Blick in mein Kundenkonto bei Cicar verriet mir, dass ich auch keine gültige Reservierung (mehr) hatte. Die hatten mir also die Reservierung storniert, ohne mich zu informieren
(Am nächsten Morgen stellte ich dann fest, dass sie nur am anderen Anleger, wo ein AIDA-Dickschiff lag, einen geöffneten Schalter hatten. Minimum 1,5 km Fußweg. Bei der Buchung hatte ich natürlich angegeben, dass wir auf Mein Schiff sind.)
Also standen wir um 19.30 Uhr ohne Ausflug und ohne Auto für den nächsten Tag da. Schneller Blick ins Bordportal verriet, dass doch tatsächlich auf einer Bustour zum Timanfaya Nationalpark noch Plätze frei waren. Dort wollten wir sowieso hin, also noch fix gebucht. Und was soll ich sagen: Alles Schlechte hat sein Gutes! Wir konnten vor dem Eingang des Nationalparks einen mega-langen Mietwagen-Stau sehen. Der Guide im Bus berichtete, dass das normal ist, dass man stundenlang mit dem Auto auf Einlass warten muss. Busse haben Vorrang.
Diese Landschaft ist beim letzten großen Vulkanausbruch auf Lanzarote im 18. Jahrhundert entstanden, der mehrere Jahre (!) gedauert hat und viele Orte unter sich begrub. Die Rundfahrt mit dem Bus dauert ca. 40 min. Bei einem Zwischenstopp wird durch einen künstlichen Geysir und das Anzünden von Heu per Erdwärme demonstriert, dass es unter uns doch noch ganz schön heiß ist.
Nach der Runde durch den Nationalpark fuhr der Bus noch zum Vulkansee El Golfo. Dort waren wir vor einigen Jahren schon mal. Der See ist echt beeindruckend. Das Wasser ist grün, und das in dieser schwarzen Landschaft... Vom Busparkplatz ist es ein ganzes Stück zu laufen. Konnten/wollten wir nicht und sind an dem Aussichtspunkt neben dem Parkplatz geblieben. Auch nett, man kann hier schön in die Brandung gucken.
Zum Abschluss der Vormittagstour ging es noch in das Weinbaugebiet La Geria incl. einer kleinen Weinprobe. Weinanbau ist ja überall mühselig, aber das hier - Wahnsinn. Jede einzelne Rebe muss zum Schutz vor dem Wind ihre eigene Schutzmauer bekommen.
Am nächsten Tag auf Teneriffa war mit unserer Buchung bei Cicar wieder alles gut. Reservieren lohnt sich. Wir lagen mit 4 Schiffen im Hafen (ein P&O Dampfer, eine AIDA Sphinx Klasse, ein etwas kleineres Schiff und eben wir). Wie immer waren wir in Puerto de la Cruz im Norden, in einer guten halben Stunde über die Autobahn von Santa Cruz aus zu erreichen. Wir stellen das Auto immer ins Parkhaus am EInkaufszentrum Martianez oberhalb der Promenade. Bei warmem Wetter gehen wir gerne in das von Cesar Manrique gestaltete Meerwasserschwimmbad Lago Martianez
aber diesmal haben wir aufgrund des kühlen Wetters nur mal von der Promenade aus reingeguckt. War auch nicht gut besucht - kein Wunder. Auf der Promenade könnten wir uns aber stundenlang aufhalten, in die Brandung gucken und shoppen. So haben wir es dann auch gemacht.
Unser letzter Stopp war auf La Gomera. Ich Flachlandpflanze verweigere hier das Autofahren. Die Insel besteht nur aus Bergen! Also wieder Bustour, und zwar am Vormittag die "Kleine Inselrundfahrt". Haben wir auch irgendwann schon mal gemacht, war aber wieder nett. Zumal wir La Gomera noch nie so grün gesehen haben.
Auch unsere Reiseleiterin war total aus dem Häuschen, weil alle Wasserspeicher voll sind (und sie hat uns jeden Wasserspeicher an der Strecke sehr begeistert gezeigt). Wir hatten mit dem Wetter Glück: kein Nebel im Garajonay Nationalpark mit einem der letzten Lorbeerwälder Europas
und auch sonst klare Sicht von allen Aussichtspunkten. Hier der Blick auf die Gipfel der Nachbarinsel La Palma:
und den Roque Agando
Über San Sebastian hinweg hat man einen Blick auf Spaniens höchsten Berg (den Teide auf Teneriffa)
Und schwupps war die Woche wieder rum und wir mussten nach Hause fliegen. Aufgrund des Eisregens in Deutschland waren ALLE Flieger nach Deutschland verspätetet (die waren einfach morgens nicht pünktlich weg gekommen). Wir hatten kurz etwas Sorge, wegen des Nachtflugverbots in Hamburg nach Hannover umgeleitet zu werden. Aber dank Rückenwind haben wir es wenige Minuten vor 23 Uhr noch bis Hamburg geschafft.
Fazit:
Wie immer - Kanaren im Winter sind ein MUSS. Wir haben die Inseln und das Schiff in vollen Zügen genossen und für nächstes Jahr schon wieder unsere Auszeit vom Winter auf dem gleichen Schiff gebucht.