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SY Star Flyer: Träumen unter Sternen auf einem Traumschiff unter Segeln

Eine Segelkreuzfahrt im Mittelmeer mit Suchtfaktor 10

Vorabbericht: Schiffsportrait und Hintergründe zur SY Star Flyer

Vom 19.-23. September 2015 hieß es für uns erstmalig „unter Segeln“ in See zu stechen – und zwar mit der SY Star Flyer der Reederei Star Clippers – die Bezeichnung „SY“ steht dabei offiziell für Sailing Yacht. Wenngleich die Star Flyer das erste Segelschiff werden sollte, mit dem wir die Anker lichten, ist sie nicht das erste Segelkreuzfahrtschiff über dessen Planken wir laufen. Aufgrund unserer Eindrücke die wir vor einigen Jahren auf einem anderen Schiff gesammelt haben, hielten sich die Erwartungen eher in Grenzen. Der Großsegler war zwar extrem luxuriös, sah einem größeren Kreuzfahrtschiff in vielen Bereichen aber zu ähnlich. Luxus alleine ist für uns nicht das Erfolgsrezept für eine gelungene Kreuzfahrt unter Segeln. Zum Erreichen eines hohen Suchtfaktors bedarf es dann dem Zusammenspiel aus Eleganz, Segelromantik, Authentizität und einem überdurchschnittlich hohen, maritimen Charakter. Es darf nicht der Zweifel aufkommen, sich nicht auf einem Segelschiff zu befinden. Ob diese Erwartungen erfüllt werden?

SY Star Flyer auf Reede vor Calvi

Foto: SY Star Flyer auf Reede vor Calvi

Die Route der Star Flyer:

Cannes, Frankreich – Calvi, Korsika – Monte Carlo, Monaco – Saint-Tropez, Frankreich – Cannes, Frankreich

Bevor wir uns allen Details der Reise und den Destinationen in einem Reisebericht widmen, werfen wir in einem Vorabbericht zunächst einen Blick auf die technischen Eigenschaften, die Schiffseinrichtungen und Hintergründe zur Geschichte des Großseglers. Was macht die Star Flyer so besonders, warum fasziniert dieses Schiff so? Wir werden es in einer kleinen Zusammenfassung und in unserem nachfolgenden Schiffsportrait erklären.

Die Star Flyer ist eine Viermastbarkentine mit Rahsegeln auf dem vorderen Mast und Stagsegeln auf den drei hinteren Masten.  

  • Länge: 115,5 Meter
  • Breite: 15 Meter
  • Passagierdecks: 4
  • Kabinen 84 (78 außen, 6 innen, 8 Suiten, 1 Eignersuite)
  • Passagiere: maximal 170 Gäste
  • Größe: 2.298 BRZ
  • Reisegeschwindigkeit: 10 Knoten
  • Geschwindigkeit unter Segeln: 17 Knoten
  • Baujahr: 1991in Belgien
  • Besatzung: 74 Crewmitglieder
  • Masthöhe: 63 Meter
  • Anzahl der Segel: 16 Segel (davon fünf Rahsegel)
  • Segelfläche: 3.365 Quadratmeter
  • Tiefgang: 5,6 Meter

Soweit die Zahlen der Star Flyer.

Die Reederei Star Clippers betreibt die drei größten Passagier-Segelschiffe der Welt und verfolgt eine ganz besondere Philosophie, dass überwiegend kleine, namhafte Häfen angelaufen werden die in den Routenplanungen der Megaliner nicht zu finden sind. In perfektem Einklang dazu stehen ein hoher Komfort an Bord, eine ausgezeichnete Küche sowie der romantische Charme eines Großseglers vergangener Zeiten. Der Gast soll das Gefühl vermittelt bekommen, sich an Bord einer privaten Yacht zu befinden.

SY Star Flyer Chaine Des Rotisseurs

Foto: SY Star Flyer Chaine Des Rotisseurs

Rückblick in die Zeit der Klipperschiffe

Die Tage als noch imposante Masten von Großseglern das Bild in den bedeutenden Häfen dieser Welt bestimmen, sind in der Tat schon seit Ende der Vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts vorbei. Die Dampfmaschine feiert seinerzeit den Siegeszug über den Antrieb mit Segeln bzw. Wind. „Speed means money“ war der Leitgedanke  - die Reeder, dessen Schiffe zuerst den Zielhafen erreichten, erzielten höhere Gewinne. Zum Ende der Großsegler tragen schließlich auch die Erfindung der Schiffspropeller und die Eröffnung von Suez- und Panamakanal bei, welche von den ersten Dampfschiffen mit großem Zeitgewinn durchfahren werden. Zu jener Zeit hat die Fahrt auf einem Segelschiff auch nichts mit Romantik zu tun sondern dient ausschließlich dem Zweck des Güterverkehrs. Die Arbeit auf einem Segelschiff war von harter Handarbeit und körperlichem Einsatz geprägt.

Morgendämmerung an Bord der Star Flyer

Foto: Morgendämmerung an Bord der Star Flyer

So schnell geben sich die Segelschiffe damals jedoch nicht geschlagen, es werden effektivere und schnellere Schiffsrümpfe entwickelt und gebaut, die der Dampfmaschine in Punkto Geschwindigkeit auf längeren Strecken Paroli bieten können. Die Zeit der Klipperschiffe ist geboren. Entwickelt wurden sie bereits vor ihrer Blütezeit als Frachtschiffe, von Piraten und Schmugglern. Geschwindigkeit und Flexibilität waren die bedeutenden Attribute. Von etwa 1840 bis 1870 „flogen“ die Klipperschiffe quasi auf den wichtigsten Handelsrouten zwischen New York und San Francisco via Kap Horn, zwischen China und England bzw. zwischen Indien und China über die Meere. Woher der Name Klipperschiff kommt, ist nicht eindeutig belegt. Die ersten Schiffe,  welche man als Klipper bezeichnet, werden zur Jahrhundertwende 1800 in Frankreich gebaut. Eine Erklärung könnte das englische Wort „clip“ für laufen oder geschwind fliegen bedeuten – also wie die Klipperschiffe. Eine andere Erklärung zielt auf das Vorschiff hin, welches durch die Wellen schneidet und sie nicht durchpflügt.  

Wie aus Träumen echte Traumschiffe wurden

Wer steckt hinter der Reederei Star Clippers, was macht die Star Flyer und ihr Schwesterschiff Star Clipper so einzigartig?

Mikael Krafft, der geschäftsführende Inhaber und Gründer der Reederei Star Clippers ist der 1943 in Stockholm geborene Sohn eines deutschen Seemanns. Mikael Krafft wuchs in der Schärenregion vor Stockholm zwischen Werften und Yachten auf, wo er als kleiner Junge viel Zeit verbrachte. Mit seinem eigenen 5,4m langen Holzboot segelte er als Zehnjähriger erstmals die 70 Seemeilen nach Mariehamn, um dort im Museumshafen die 1903 gebaute Viermastbark „Pommern“ zu bestaunen. Schon damals war er vernarrt in Segelschiffe und hatte einen Traum – die berühmten Klipperschiffe seines Vorbildes Donald McKay wieder auf die Weltmeere zu bringen. Der kanadisch-amerikanische Schiffbauer Donald McKay entwarf die berühmtesten Klipperschiffe ihrer Zeit, welche diverse Geschwindigkeitsrekorde aufstellten und in ihrer Eleganz einzigartig waren.

Im Jahre 1987 fällt schließlich der Entschluss von Mikael Krafft, seinen Traum zu verwirklichen. Der studierte Anwalt für Seerecht war bis dahin sowohl als Reeder als auch in der Öl- und Immobilienbranche tätig, verkaufte einen Großteil seines Vermögens um den Weg zur Realisierung seines Traumes zu ebnen. Mit dem schottischen Konstrukteur Robert McFarlane (www.mcfarlane-shipdesign.mc) und dem bekannten Schiffsdesigner Zygmunt Choreń fand Krafft Gleichgesinnte und gründete seine Reederei Star Clippers.

Viermastbarkentine SY Star Flyer vor Anker

Foto: Viermastbarkentine SY Star Flyer vor Anker

Mikael Krafft wollte aber nicht nur irgendein neues Segelschiff bauen lassen sondern dem Vorhaben die Krone aufsetzen und ein Abbild der damaligen Klipperschiffe schaffen.  Seit fast hundert Jahren hatte niemand mehr ein solches Schiff gebaut. Die größten Hürden sollten die Anforderungen an die Schiffsstabilität, Brandsicherheit, der Einbau von Passagierkabinen sowie einem ergänzenden Maschinenantrieb in den schlanken Schiffsrumpf sein. All diese Hürden sowie viele weitere Probleme wurden letztendlich überwunden und im Jahr 1991 ist aus den Träumen ein echtes Traumschiff geworden. Die Star Flyer lief im belgischen Gent vom Stapel. Ihr folgte im Jahr 1992 ein Schwesterschiff, die Star Clipper.

Eine einzigartige Erfolgsgeschichte

Die beiden Segelschiffe „Star Flyer“ und „Star Clipper“ sind so erfolgreich, dass im Jahr 2000 mit der „Royal Clipper“ ein drittes Schiff folgt. Baulich ist die „Royal Clipper“ an den legendären Fünfmaster „Preussen“ angelehnt, den Krafft sich unzählige Male in Mariehamn anschaute. Die „Royal Clipper“ ist seither im Guiness Buch der Rekorde als das weltweit größte Vollmast-Segelschiff der Welt geführt.

Im Jahr 2017 wird ein noch namenloser Neubau diese einzigartige Erfolgsgeschichte von Star Clippers fortsetzen und eine neue Rekordmarke setzen. Vorbild ist die französische Bark „France II“ aus dem Jahr 1911, welche bis heute der größte je gebaute Windjammer ist. Während die von Königin Silvia von Schweden getaufte „Royal Clipper“ – wie ihr historisches Vorbild „Preußen“ der legendären Flying P-Liner Flotte – an allen Masten Rahsegel setzt, werden die Aufbauten des neuen Flaggschiffs von Star Clippers exakt der „France II“ nachempfunden und als Bark getakelt, mit Schratsegeln am hinteren Mast.

Die Eckdaten sind beeindruckend: Länge 162,22 Meter, Segelfläche 6.350 Quadratmeter, Breite 18,5 Meter, 300 Passagiere.

Star Clippers wird weiterhin von Mikael Krafft geführt. An seiner Seite stehen Tochter Marie und Sohn Eric sowie Ehefrau Ann. Hauptsitz der Firma ist Monaco.

Im Rahmen unserer Segelkreuzfahrt vom 19.-23. September 2015 sehen wir uns nun an Bord der Star Flyer um.

Auf dem Commodoredeck liegen ausschließlich Kabinen der Kategorien 3, 4, 5 und 6.

Kabinendetails

  • Kategorie 6: Innenkabine mit Etagenbett, 8m², Duschbad
  • Kategorie 5: Innen- oder Außenkabine mit Doppelbett oder zum Doppelbett verschiebbaren Einzelbetten oder drittes Bett, Marmorbad mit Dusche. Größe ca. 11m².
  • Kategorie 4: Außenkabine mit Doppelbett oder zwei zum Doppelbett verschiebbaren Einzelbetten oder drittes Bett, Marmorbad mit Dusche. Größe ca. 11m².
  • Kategorie 3: Außenkabine mit Doppelbett oder zwei zum Doppelbett verschiebbaren Einzelbetten oder drittes Bett, Marmorbad mit Dusche. Größe ca. 11m.

Auf dem Clipperdeck sind die Kabinen der Kategorie 2, 3, 4 und 5 untergebracht.

Kabinendetails

s. Commodoredeck Kabinen 3,4 und 5.

  • Kategorie 2: größere Außenkabinen mit Doppelbett oder zum Doppelbett verschiebbaren Einzelbetten oder drittes Bett, Marmorbad mit Dusche. Größe ca. 12m²

Star Flyer Kabine 325 Kategorie 2

Foto: Star Flyer Kabine 325 Kategorie 2

Außerdem befindet sich auf dem Clipperdeck der Clipper Dining Room. Der Dining Room bietet grundsätzlich allen Gästen in einer Sitzung Platz, da es aber keine festen Tischzeiten gibt, ist der Raum meist nur zur Hälfte besetzt. Das schafft eine behagliche und intime Atmosphäre, vermittelt das Gefühl auf seiner eigenen Yacht zu reisen und garantiert den Reisegästen die maximale Freiheit den Tag zu gestalten. Morgens erwartet die Gäste ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, welches keine Wünsche offen lässt.

SY Star Flyer Dining Room zum Frühstück

Foto: SY Star Flyer Dining Room zum Frühstück

Es stehen unterschiedliche Brötchen- und Brotsorten zur Auswahl, Salate, diverse Marmeladen, Obst, täglich wechselnde Wurst- und Käsesorten, eine wunderbare Omelette-Station, Fruchtsäfte, eine Müslitheke und viele Dinge mehr. Auf Wunsch ist auch spezielle Schonkost erhältlich.

Mittags und abends wird à la carte serviert. Zusätzlich steht immer eine Salattheke mit einer üppigen Auswahl an wechselnden Salaten bereit.

Die Einrichtung ist sehr maritim, elegant und behaglich. An der Back- und Steuerbordseite befinden sich unter jedem Bullauge jeweils Tische mit Platz für sechs Personen. Auch die anderen Tischgrößen variieren in der Größe zwischen sechs und acht Personen. Aufgrund der offenen Tischzeit ist es aber auch Paaren möglich, ein Dinner ganz alleine zu genießen. Wie bereits beschrieben, sind die Tische fast nie komplett besetzt.

SY Star Flyer Dining Room zum Dinner

Foto: SY Star Flyer Dining Room zum Dinner

Vom Restaurant aus führt eine elegante und offene Treppe hinauf auf das Hauptdeck der Star Flyer. Schon befinden wir uns in der Piano Bar, in der ein weißer Flügel sofort ins Auge fällt. Hier spielt Musiker Ottrok aus Ungarn täglich Live-Musik. Gemütliche Sitzecken, Lederhocker und eine Reihe von Zeichnungen bekannter Segelschiffe früherer Zeiten runden das maritime Ambiente in der Piano Bar ab. Design Highlight und praktische Idee zugleich ist der in der Decke installierte Pool der Star Flyer. Genauer gesagt ist es einer der beiden Pools, der zu allen Seiten hin im Boden und auch im Fußboden mit Glasscheiben versehen ist. Abgesehen vom amüsanten Nebeneffekt, dass die Gäste beim Baden zu sehen sind, dient dieser Pool als natürliche Lichtquelle. Das einfallende Tageslicht wird vom Wasser so gebrochen und gestreut, dass auf große Deckenlampen in diesem Bereich komplett verzichtet werden kann. Bei Dunkelheit reicht die übrige Beleuchtung völlig aus, den Raum zu erhellen.

Star Flyer Piano Bar und Bullaugen zum Pool

Foto: Star Flyer Piano Bar und Bullaugen zum Pool  

Morgens wird hier ab 06:30 Uhr das Early Bird Breakfast aufgebaut und findet in der Regel einen relativ großen Zuspruch. Kaffee und Tee gibt es rund um die Uhr gratis für alle Gäste, frische Säfte zum Frühstück. An kalten oder verregneten Abenden füllt sich die Piano Bar besonders rasch und wird zum beliebten Treffpunkt an Bord. Beidseitig der Piano Bar sind zwei öffentliche Toiletten untergebracht, die einzigen an Bord. Einen Fahrtsuhl gibt es natürlich nicht – eigentlich klar, wir lassen es dennoch nicht unerwähnt.

Star Flyer Piano Bar und Dining Room

Foto: Star Flyer Piano Bar und Dining Room

Über eine große Schwelle hinweg verlassen wir die inneren Räumlichkeiten zunächst und stehen auf einem traumhaft schönen Teakholzboden im Außenbereich, an der Tropical Bar. Diese Bar ist der pulsierende und auch einzige Treffpunkt im Außenbereich der Star Flyer. Hier spielt und trifft man sich, hier wird getanzt, hier steppt der Bär. Wie sehr, das stellen wir später auf unserer Kreuzfahrt noch im Detail fest. Warum fasziniert uns dieses Schiff schon jetzt, obwohl wir noch keine Seemeile damit gesegelt sind? Die Atmosphäre begeistert, das Ambiente überzeugt, überall wird der Gast sofort mitgerissen vom maritimen Charakter dieser Viermastbarkentine.

Tropical Bar SY Star Flyer

Foto: Tropical Bar SY Star Flyer

Es ist weniger der Luxus, der auf diesem Schiff dezent dosiert verbaut wurde, sondern vielmehr die Authentizität die einfach fesselt. Wir lassen unseren Blick schweifen. Überall entdecken wir blank polierte Geländer, mit Messing und Kupfer umrahmte Fenster und Türen, Schiffstaue und liebevolle Designdetails. So sind die Mülleimer nicht etwa als solche zu erkennen sondern als echte Holzfässer „getarnt“. Vor der Tropical Bar liegt eine große Tanzfläche, am anderen Ende davon die Schiffsbibliothek, die zugleich ein kleiner Rückzugsort auf diesem Schiff ist. Zurückziehen möchte man sich an Bord der Star Flyer aber eigentlich gar nicht, denn nirgends ist das Schiff besser zu erleben als auf den Außendecks.

Bücherei SY Star Flyer

Foto: Bücherei SY Star Flyer    

Wir setzen den Rundgang fort, zunächst in Richtung Heck. Über eine kleine Holztreppe gelangen wir auf das Sonnendeck mit dem zweiten Pool an Bord. Die Größe beider Pools überrascht uns. Zwar lassen sich hier keine Bahnen ziehen aber für ein Schiff dieser Größe -  und dazu noch ein Segelschiff - sind sie großzügig dimensioniert.

Pool Heck SY Star Flyer

Foto: Pool Heck SY Star Flyer

Noch etwas weiter in Richtung Heck befindet sich eine kleine, von einem Sonnensegel überspannte, Empore auf der Sonnenliegen aufgereiht sind. Ein idealer Ort auf einem Segelschiff, denn so stehen die Sonnenliegen niemals als Stolperfallen im Weg herum. An dieser Stelle sei der einzige, persönliche Kritikpunkt auf der Star Flyer angemerkt – die Liegen sind aus weißem Plastik. Das passt zwar einerseits zu den weißen, glänzenden Deckaufbauten, andererseits aber nicht zum einzigartigen, maritimen Charakter dieses Schiffes. Ausnahmslos alle Decks sind mit wunderschönen Holzplanken belegt, überall blinken und glänzen hochwertige Materialien – da wollen weiße Plastikliegen in unserem Kopf keinen Platz finden. Nur grüner Kunstrasen wäre jetzt noch schlimmer gewesen. ;-)

Pool Heck und Sonnenliegen SY Star Flyer

Foto: Pool Heck und Sonnenliegen SY Star Flyer

Vom hinteren Teil des Sonnendecks aus führen zwei kleine Treppen ein weiteres Deck hinauf, auf das Dach der Bibliothek. Hier sind neben einem Massageraum auch einige Crewbereiche zu finden. Vom Massagebereich aus lohnt ein Blick über das Sonnensegel der Tanzfläche hinweg, am Kreuz- und Großmast bis hin zum Fockmast. Apropos Masten. Wie auch alle einzelnen Segel an Bord eines Segelschiffes, so haben die Masten eine Bezeichnung. Auf einer Viermastbarkentine wie der Star Flyer ist der hintere Mast der Besanmast, gefolgt vom Kreuzmast, Großmast und dem vorderen Fockmast.

SY Star Flyer Blick über Kreuzmast, Großmast und Fockmast

Foto: SY Star Flyer Blick über Kreuzmast, Großmast und Fockmast

Wir verlassen den hinteren Teil vom Sonnendeck, werfen zuvor aber noch einen Blick in das Treppenhaus und die Kabinengänge, bevor wir noch einmal an der Tropical Bar vorbei in Richtung Bug laufen. Zwei Treppen führen jeweils auf der Steuerbord- und auf der Backbordseite hinauf auf den vorderen Teil des Sonnendecks. Bevor es uns nun aber nach oben zieht, ist der Anblick der Teak-Promenade geradezu verlockend. Sie muss unbedingt umrundet werden. Nach Umsetzung dieses Gedankens sind wir einfach nur begeistert. Diese Promenade könnte fast den Preis als schönsten Platz an Bord gewinnen. Für einen Moment denken wir an Agatha Christie an Bord des Nilschiffes SS Sudan und den Film „Der Tod auf dem Nil“.

SY Star Flyer Teak-Promenade Hauptdeck

Foto: SY Star Flyer Teak-Promenade Hauptdeck

Diese wunderschöne Promenade verbirgt ein kleines Geheimnis, denn hier befinden sich sechs Kabinen der Kategorie 1 von denen aus der Gast einen direkten Zugang zum Hauptdeck hat. Die Kabinen verfügen neben einem großen Marmorbad auch über einen eigenen Whirlpool sowie ein großes Panoramafenster. Wie war das noch mit Agatha Christie und dem Nilschiff…?!

Kabine 509 Star Flyer Kategorie 1

Foto: Kabine 509 SY Star Flyer Kategorie 1

Eigentlich ist die Buchung einer solchen Kabine auf einer Segel-Kreuzfahrt mit der Star Flyer Pflicht, denn authentischer und luxuriöser kann man seinen Urlaub auf diesem Schiff kaum verbringen (abgesehen von der Eignersuite), andererseits stellt sich immer die Frage, wie viel Zeit man in dieser Kabine verbringt, um die Annehmlichkeiten auch nutzen zu können. Eine Frage, die jeder Gast im Vorfeld selbst beantworten muss. Zu empfehlen sind insbesondere die Kabinen 504-509 auf jeden Fall!

Zur Standardausstattung aller Kabinen gehören: Flachbildfernseher, DVD-Player, Telefon, Safe und Haartrockner. Die Kabinen der Kategorie 1 sowie die Eignersuite (22m²) verfügen über eine Minibar sowie ein Marmorbad mit Whirlwanne. Die Kategorien 2-5 haben Bullaugen. Die meisten Betten können zu Doppelbetten zusammengestellt werden.

Star Flyer Kabine 509 Bad

Foto: Star Flyer Kabine 509 Bad

Wir verlassen nun dieses sensationell schöne Deck über eine der hinteren beiden Treppen hinauf auf den vorderen Teil des Sonnendecks.

Zwischen Kreuzmast und Großmast sind der zweite Pool sowie weitere Sonnenliegen platziert.

SY Star Flyer Pool Sonnendeck Mitte

Foto: SY Star Flyer Pool Sonnendeck Mitte

Der maritime Charme der Star Flyer setzt sich in einem großen Holzsteuerrad sowie einer eher kleinen Kommandobrücke fort. Die Brückennocks sind kaum als solche erkennbar, nur zwei Steuerstände und jeweils ein Kompass verraten ihre Funktion. Die Brücke sowie auch das gesamte Vorschiff sind in der Regel frei für alle Passagiere zugänglich. Nur bei nautisch anspruchsvollen Revierfahrten, bei Segelmanövern oder ungünstigen Wetterverhältnissen ist dieser Bereich gesperrt.

SY Star Flyer Kommandobrücke

Foto: SY Star Flyer Kommandobrücke

Die Möglichkeit, sich frei auf dem Vorschiff zu bewegen ist keinesfalls selbstverständlich. Vor drei Jahren waren wir an Bord eines anderen Segel-Kreuzfahrtschiffes, auf dem eben dieser wunderschöne Deckbereich für Gäste gesperrt war. Im direkten Vergleich stellen wir weitere Unterschiede fest, die ganz klar für die Star Flyer sprechen. Geht es um reinen Luxus, so hat das andere Segel-Kreuzfahrtschiff die Nase vorn, geht es aber auch um ein möglichst authentisches Segelerlebnis und das Gefühl dem Meer so nah wie möglich zu sein, dann liegen Welten zwischen diesen beiden Segelschiffen. Seinerzeit ist der Funke der Faszination bei uns auf dem anderen Schiff nicht übergesprungen, zu sehr erinnerte uns das Segel-Kreuzfahrtschiff aus dem Jahr 2001 an ein reines Kreuzfahrtschiff mit Kommandobrücke, aufgeräumten Decks, einer großen Bar und viel zu klaren Linien. Auf der Star Flyer ist das komplett anders.

SY Star Flyer Vorschiff mit Fockmast

Foto: SY Star Flyer Vorschiff mit Fockmast

Natürlich ist die Star Flyer ebenso mit modernster Technik ausgestattet und die Segel werden auch nicht mehr mit dem Gangspill sondern mit elektrischen Winden gesetzt aber das, was technisch heute möglich und aufgrund extrem hoher Sicherheitsanforderungen internationaler Richtlinien überhaupt noch realisiert werden konnte, wurde an maritimen Elementen bis ins Detail umgesetzt.

Wie in allen Bereichen des Lebens wird eines deutlich: Ihr Besitzer Mikael Krafft ist ein – wir drücken es bewusst so aus – „verrückter Segelfreak“! Natürlich will mit den Segelschiffen der Star Clippers Flotte auch Geld verdient werden aber ohne die persönliche Liebe und Begeisterung zu den Segelschiffen, wäre das Ergebnis deutlich nüchterner ausgefallen. Die Star Flyer wie auch die anderen Schiffe in der Flotte sind eine persönliche Leidenschaft, was jede Schraube, jede Seilwinde und jede Verzierung an Bord verdeutlicht. Uns hat seine Botschaft jedenfalls erreicht – wir sind vollkommen begeistert von diesem Schiff! Man muss die Star Flyer erlebt haben, vielleicht auch direkte Vergleiche mit anderen Segel-Kreuzfahrtschiffen ziehen, um feststellen zu können, wo die Unterschiede liegen und was genau an diesem Schiff so faszinierend ist.

Kommandobrücke mit Blick vom Vorschiff der Star Flyer

Foto: Kommandobrücke mit Blick vom Vorschiff der Star Flyer

Für wen ist eine Reise auf der Star Flyer zu empfehlen?

Kurz gesagt für Segelfreunde und Individualisten, welche die Vorzüge einer Reise in kleinem Kreis zu schätzen wissen, einen hohen Komfort und eine ausgezeichnete Küche nicht missen möchten. Beim Segel setzen zuschauen, lernen wie Seemannsknoten gebunden werden, mit den Offizieren oder dem Kapitän plaudern, im Netz am Bugspriet träumen, hoch oben am Mast im Krähennest stehen, auf den schönen Teakdecks entspannen oder ein erfrischendes Bad im Pool nehmen? All das und noch viel mehr ist an Bord der Star Flyer möglich. Eine Kleiderordnung gibt es an Bord nicht, es herrscht lässige Eleganz auch am Abend. Die Gäste sind in der Regel gleichgesinnt, reiseerfahren und international.

Der schönste Platz auf der Star Flyer?

Darauf kann es nur eine Antwort geben! In den beiden Sicherheitsnetzen, vorne am Bugspriet. Zwei Netze in denen man losgelöst von der übrigen Welt, fast frei wie ein Vogel, über das tiefblaue Wasser gleitet und sich ein einmaliges Gefühl von Freiheit einstellt! Schwer vorstellbar, dass man dem Meer und dem Wind jemals irgendwo näher sein kann als an diesem Ort. Die Star Flyer taucht sanft in die Wellen ein, unser Blick schweift zwischen der Wasseroberfläche und den weißen Segeln hin und her. Das ist Freiheit, das ist auch ein gewisser Luxus, eine Prise Abenteuer und Romantik. Sind die Segel einmal nicht gesetzt, erlaubt es die Crew in der Regel, sich ein windgeschütztes Plätzchen auf dem stabilen Segeltuch zu suchen. Vielleicht der schönste Sonnenplatz der Welt?!

SY Star Flyer Blick vom Bugspriet vor Sonnenaufgang

Foto:  SY Star Flyer Blick vom Bugspriet vor Sonnenaufgang

 

  • Die komplette Bildergalerie mit Innenansichten der SY Star Flyer sehen sie hier >>Link<<

 

Eine vergleichbare Route segelt die Star Flyer im Jahr 2016

Route: Cannes, Frankreich – Calvi, Korsika – Figari & Bonifacio, Korsika – Portoferraio, Elba – Lerici, Italien – Monte Carlo, Monaco – St. Tropez, Frankreich – Cannes, Frankreich.

Datum: 21.-28. Mai 2016. Reisepreis inkl. VP an Bord bei Doppelbelegung einer Außenkabine: 2.335,- EUR pro Person.

Im Dezember 2016 wird es soweit sein: Star Clippers setzt nach sechsjähriger Pause wieder in Asien die Segel! Zu siebentägigen Segelreisen nach Thailand, Malaysia und Singapur. Bis zum Frühjahr 2017 wird Star Clippers zwei Routen ab und bis Phuket befahren: die Süd- und die Nord-Variante. Dazu kommen sieben Abfahrten, die entweder in Singapur starten oder enden.

Beratung und Buchung:

Alle Segel Kreuzfahrten mit der SY Star Flyer der Reederei Star Clippers können bei uns direkt gebucht werden. Kontaktieren Sie uns einfach unverbindlich per Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder telefonisch unter 04893-4288535.