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18-Tage Kreuzfahrt MS Hamburg Indischer Ozean vom 01.02.-18.02.2014

Reisebericht Teil 12 Praslin und La Digue, Seychellen

 

Tag 15: 16.02.2014 Praslin, Seychellen und La Digue, Seychellen - Kreuzfahrt MS HAMBURG im Indischen Ozean vom 01.-18. Februar 2014 mit Mauritius, Madagaskar, Kenia, Sansibar und den Seychellen

Nachdem die MS HAMBURG pünktlich ihre Ankerposition vor der Insel Praslin eingenommen hatte, begann auch schon der Tenderservice zum Pier auf der Insel. Eigentlich ist ein halber Tag für eine Erkundung der Insel samt ihrer traumhaften Strände nicht ausreichend genug. Außerdem lohnt ein Ausflug in das Inselinnere, in das Naturschutzgebiet Vallée de Mai!

Morgendämmerung an Bord der MS HAMBURG

Foto: Morgendämmerung an Bord der MS HAMBURG

Aber immer der Reihe nach. Die Insel Praslin ist die zweitgrößte der Inner Islands, 12 km lang und 5 km breit. Eine kleine Bergkette durchtrennt die Insel von Nordwesten nach Südosten. Der höchste Berg der Insel ist der Fond Azore mit einer Höhe von 367 m. Die Insel Praslin ist neben Curieuse die Heimat der Seychellenpalme, der Coco de Mer. Es empfiehlt sich der bereits erwähnte Ausflug in das Inselinnere, zum Naturschutzgebiet Vallée de Mai, welches im Jahr 1983 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt wurde. Neben der Coco de Mer sieht man dort auch einige der seltensten, bekannten Vogelarten wie den Rabenpapagai oder den Dickschnabel-Fluchtvogel.

im Vallée de Mai

Foto: perfekte, von der Natur geformte Linien im Vallée de Mai

im Vallée de Mai

Foto: die Fasern eines Palmenblattes im Vallée de Mai

Auf den Seychellen existiert eine reiche endemische Fauna und Flora, darunter auch drei Arten von Riesenschildkröten. Auch der letzte überlebende flugunfähige Vogel des Indischen Ozeans, die Weißkehlige Ralle, ist hier beheimatet. Die Sagenumwobene Coco de Mer wurde vor der Entdeckung des Vallée de Mai im 18. Jahrhundert von Seefahrern auf dem Wasser und von den Küstenbewohnern Indiens und Afrikas am Strand gefunden. Dem Fruchtfleisch wird eine heilende und potenzsteigernde Wirkung zugesprochen. Daher war die seinerzeit so selten gefundene Frucht ein Wertgegenstand und wurde von Königshäusern mit Gold aufgewogen. Die Coco de Mer kann bis zu 20 kg schwer werden. 

In Sichtweite von Praslin liegen zum Beispiel die Inseln Mahé, Silhouette, Curieuse und La Digue.

Sonnenaufgang an Bord der MS HAMBURG

Foto: stimmungsvoller Morgen am Pooldeck

Schließlich angekommen im kleinen Hafen von Baie Ste Anne organisierten wir uns wieder ein Taxi, dessen Fahrer uns in den Nationalpark Vallée de Mai brachte. Die Distanz vom Anleger zum Eingang des Nationalparks war relativ kurz; schon nach wenigen Fahrminuten erreichten wir daher den Park, der zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Seychellen gehört. Er zählt mit 19,5 ha zu den kleinsten Nationalparks weltweit.

im Vallée de Mai

Foto: schmale Wege führen durch das dichte Unterholz im Vallée de Mai

Der Wald ist prähistorisch und blieb bis heute in großen Teilen völlig unberührt. Natürlich sichteten wir alsbald auch die Seychellenpalme sowie unzählige andere, endemische Arten. Zwischen 1930 und 1945 führte ein neuer Landbesitzer zunächst neue Zierpflanzen, Kaffee und Farne ein, um das Tal zu „verschönern“. Seit 1945 ist das Tal in Regierungsbesitz und diese verfolgt seither das Ziel, alle Ortsfremden Pflanzen auszurotten bzw. fern zu halten. Im Jahr 1966 wurde das Tal schließlich zum Nationalpark.

im Vallée de Mai

Foto: im Nationalpark Vallée de Mai

im Vallée de Mai

Foto: da wächst sie, die Coco de Mer

Ein Besuch lohnt für Liebhaber außergewöhnlicher Pflanzen in jedem Fall, daran ändert auch der Eintritt von derzeit umgerechnet knapp 15,-- EUR p. P. nichts. Schmale Sandwege führen den Besucher quer durch den Park und ermöglichen ihm so, alle wichtigen Punkte zu entdecken. Gehbehinderten Reisenden ist in jedem Fall von einem Besuch abzuraten, denn es müssen diverse Treppen über Hügel erklommen werden.

im Vallée de Mai

Foto: stachelige und bizarre Hülsen von Palmen sind das perfekte Souvenir ;-)

Aufgrund der Kürze der Zeit entschieden wir uns nach dem Besuch im Vallée de Mai, zurück zur MS HAMBURG zu fahren. Unser Sohn kam nun ein weiteres Mal auf seine Kosten und durfte während der Rückfahrt neben dem Fahrer des Tenderbootes sitzen und dieses auch mal kurzzeitig steuern.

Um 13:00 Uhr wechselte unsere MS HAMBURG dann ihren Reedeplatz und nahm Kurs auf den nur 3 sm bzw. 6 km entfernten Ankerplatz vor der Insel La Digue.

Da die Tenderboote diese kurze Strecke aus eigener Kraft zurücklegten, standen sie sofort nach der Ankunft um 14:00 Uhr wieder zur Verfügung.

Die Seychellen-Insel La Digue ist die kleinste der drei bewohnten Hauptinseln. Auf dieser Insel befindet sich auch einer der wohl bekanntesten und schönsten Strände weltweit, der Anse Source d'Argent mit seinen spektakulären Granitformationen, die in jedem Reiseprospekt zu sehen sind.

La Digue ist die viertgrößte der Granitinseln und liegt 50 km nordöstlich der Hauptinsel Mahé und 6 km östlich von Praslin. La Digue ist 5 km lang und 3 km breit und fast vollständig von einem Korallenriff umgeben. Der höchste Punkt der Insel befindet sich 333 m über dem Meeresspiegel, es ist der Nid d´Aigles (Adlernest). Im Westen der Insel gibt es eine größere Lücke im Korallenriff, welche einen Zugang zur Insel auch für größere Schiffe ermöglicht. Dort liegt auch der Hauptort La Passe sowie ein kleiner Hafen. Die Insel ist auch Brutgebiet des seltenen Seychellen-Paradiesschnäppers, einer Vogelart die auf den Seychellen endemisch ist.

Strand auf La Digue

Foto: am Anse Source d´Argent auf La Digue

Nach der Ankunft im kleinen Ort sind wir nun das erste Mal auf ein kleineres Problem gestoßen. Die individuelle Inselerkundung entpuppte sich zunächst als recht schwierig. Taxis standen keine zur Verfügung, Mietwagen ebenfalls nicht und die Ochsenkarren eignen sich nur für Personengruppen von ca. 15 - 30 Personen. Was war nun die Lösung? Ein Mietfahrrad! Direkt um die nächste Ecke entdeckten wir einen Fahrradverleih und zu unserem Erstaunen ist der technische Zustand der Räder fast einwandfrei gewesen. Die Mietgebühr von 10,-- EUR pro Rad für den restlichen Tag war angemessen. Sogar Kindersitze konnten entsprechend ohne Zusatzkosten ausgeliehen werden! Nachdem die kleinen Formalitäten erledigt waren, radelten wir nun mit dem Hauptverkehrsmittel der Insel entlang der Westküste zum Anse Source d´Argent.

Die Fahrt führte ganz entspannt über gut ausgebaute Wege und kleine Straßen durch den hübschen Ort bis zur L´Union State Farm. Etwas erstaunt und irritiert waren nicht nur wir, als man am Eingang eine Eintrittsgebühr von 15,-- Dollar verlangte. Diese Gebührenerhebung wurde weder auf der MS HAMBURG kommuniziert noch war darüber im Vorfeld in einem der Reiseführer oder auf Webseiten zu lesen. Nicht die Gebühr an sich wurde für einige Besucher zum Problem, sondern eher die Tatsache weder Bargeld noch Kreditkarte dabei gehabt zu haben. Bei einem Strandbesuch gehören diese Utensilien nämlich nicht unbedingt zur Standardausrüstung.

Am Strand in La Digue

Foto: weiße Sandstrände und Granitfelsen gehören zum typischen Bild auf La Digue

Nach Meisterung dieser Hürde war es nun möglich, bis zum Ende eines Weges mit dem Rad zu fahren und dort aufgestellte Fahrradständer zu nutzen. Ein schmaler Fußweg führte nun durch große Granitfelsen hindurch bis zur ersten Bucht. Die Wege schlängelten sich direkt hinter dem Strand entlang zwischen Palmen und inseltypischen Pflanzen, von Bucht zu Bucht. Diese weltbekannte Kulisse war absolut atemberaubend und auch die Strände waren schneeweiß und malerisch, das Wasser schillerte in den schönsten Blautönen aber einen Jubelschrei vor Begeisterung konnten wir beim besten Willen nicht ausstoßen. Man mag uns nun für völlig eingebildet und arrogant halten aber den Stempel „weltschönster Strand“ hätten wir keiner dieser Buchten verliehen. Nun, die Gründe sind folgende: Erstmal ist dieses Areal relativ touristisch und einige der Buchten sind durch Mauerwände vom Strand zum Weg hin abgegrenzt, dann finden sich in vielen Ecken Abfallreste und leere Flaschen und flach abfallend sind die Strände zudem auch nicht. Möglich, dass wir zur falschen Tageszeit dort waren, denn nachmittags war Hochwasser. In unserem Gedächtnis haben diese Strandbuchten leider nicht den ersten Platz als die schönsten der Welt eingenommen. Die Realität sah dann leider geringfügig anders aus als die bunten Werbeprospekte und Fernsehspots.

Plantours Kreuzfahrten Crew am Strand in La Digue

Foto: die größte Sandkiste der Welt ;-)

Zum Abend hin wurde die Atmosphäre deutlich idyllischer und die Buchten leerten sich schnell von Menschen. Vielleicht hätte sich unsere Meinung sogar noch geändert aber die schöne Stimmung fand leider keine Vollendung in schönem Abendlicht sondern wurde von dunklen Wolken gedämpft.

Plantours Kreuzfahrten Crew am Strand in La Digue

Foto: Plantours Crew genießt freie Minuten an Land ;-)

Letztendlich traten wir die Rückfahrt an und wurden nach Abgabe der Fahrräder am Hafen immerhin noch mit einem hübschen Sonnenuntergang belohnt. Die Sonne erkämpfte sich nämlich noch einen Platz zwischen den dichten Wolken.

Ursprünglich war vorgesehen, dass die MS HAMBURG bis in die frühen Morgenstunden vor Anker bleibt. Kapitän Dieckmann änderte diesen Plan jedoch aufgrund der durch Wellen hervorgerufenen, unruhigen Lage der MS HAMBURG und nahm bereits um 19:00 Uhr Kurs auf die nächste Seychellen-Insel Curieuse. Dort ist noch kurz vor Mitternacht der Anker gefallen.      

Sonnenuntergang auf La Digue

Foto: Sonnenuntergang am Hafen von La Digue

Unser Abend endete mit dem Abschluss der Planungen für den letzten Landgang vor unserem Zielhafen dieser Kreuzfahrt.

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