AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

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AntjeG
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AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von AntjeG » 27 Sep 2018, 18:20

Meine erste AIDA Selection Reise: 10 Tage mit der AIDAaura auf der Ostsee ab/bis Kiel.
Ich kannte die AIDAaura aus der Zeit vor dem Selection Programm von meiner Nordamerika-Reise 2011. Zum Glück sind meine Lieblingsorte an Bord, die Hemingway Lounge und die Ocean Bar, bei dem Umbau unverändert geblieben. Das Pooldeck hat seine Felslandschaft eingebüßt und gefiel mir früher besser. Aber der Pool war nach dem langen, heißen Sommer warm wie eine Badewanne, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als zwecks Reinigung das Wasser abgelassen wurde. Das ist ja ein echter Pluspunkt der kleinen Schiffe bei AIDA, dass die Pools da wirklich nutzbar sind.
Geändert hat sich das Restaurant -Konzept. Anstelle des Rossini gibt es jetzt das Selection Restaurant. Dort bekommt man 3 Gänge für einen Aufpreis von knapp 15 €, es gibt aber auch weiterhin die großen Menüs mit bis zu 6 Gängen. Im Rahmen von Selection ist neu, dass man einen Marktbesuch mit dem Koch als Ausflug buchen kann. Das aus dem Einkauf gekochte Menü gibt es dann abends im Selection Restaurant und ist im Ausflugspreis enthalten. Bei einer "Küchenparty", welche ebenfalls im Selection Restaurant buchbar ist, dürfen die Gäste den Köchen in die Töpfe gucken und es gibt Live Musik dazu.
Unverändert gibt es die beiden Buffettrestaurants (Marktrestaurant und Calypso) mit wechselnden Themenabenden für die tollen Buffets.
Zur Idee hinter Selection als eigener Linie für die kleinen Schiffe gehört auch, dass eine Lektorin an Bord war und es abends Lesungen in der Nightfly Bar gab.
Die Kleinen haben ja auch noch richtige Theater, so dass sich auch die Shows etwas von denen auf den großen Schiffen unterscheiden. Ich war auf dieser Reise aber eher selten im Theater.
Auch bei den Ausflügen gibt es einige, die nur auf Selection Reisen angeboten werden.
Eigentlich sollten bei Selection auch die Liegezeiten in den Häfen besonders lang sein, das war auf dieser Reise aber nicht so (schon laut Plan nicht und tatsächlich noch viel weniger, aber dazu später mehr).
Generell war es an Bord super entspannt. Immer gab es irgendwo ein freies Plätzchen und selten Gedränge. Das Schiff war ausgebucht, an zu wenig Gästen kann das nicht gelegen haben.

Also geht es jetzt los:

Kiel, Montag 17.09.
Die Bahn hat Lokführermangel und deshalb einige Nahverkehrsverbindungen nach Kiel gestrichen. Aber was fährt, ist erstaunlicherweise pünktlich.
Im Bahnhof hat AIDA zwischen den Gleisen 5 und 6 eine Sammelstelle für das Gepäck. Die Transferbusse zum Ostseekai fahren in der Nähe des Bahnhofs ab. Gute Fußgänger schaffen das knapp 2 km kurze Stück auch zu Fuß.
So einen schnellen Check in hatte ich noch nie. Vom Betreten des Terminals bis zum Erhalt der Bordkarte keine 10 min! Es macht Sinn, sich an die in den Reiseunterlagen genannte Zeit zu halten.
Kurz vor dem Auslaufen die Rettungsübung. Jetzt merke ich zum ersten Mal, dass das Wohnen in der Nähe des hinteren Treppenhauses auf Deck 6 unbestreitbare Vorteile hat. Während nach der Übung nämlich die Bewohner der anderen Decks die Treppenhäuser verstopfen, um alle gleichzeitig die Rettungsweste zur Kabine zurück zu bringen, liegt meine Weste schon wieder im Schrank, und ich sitze mit meinem sail away Cocktail an der Ocean Bar mit Blick in die jetzt noch nicht vorhandene Heckwelle. Der perfekte Start in den Urlaub. Im schönsten Sonnenuntergang laufen wir aus auf die Kieler Förde (mit Heckwelle).

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Im Theater gibt es eine Welcome Show mit Songs von Madonna und später auf dem Pooldeck wie üblich Sekt und Lasershow sowie die Poolparty.

Auf See, Dienstag 18.09.
Seetage sind bei mir immer faule Verwöhntage , und wieder zeigen sich die Vorteile von Deck 6. Das Promenadendeck hier unten ist nie zu voll und der Weg zur Ocean Bar ein Deck höher ist kurz. Das Wetter ist schön, und so haben wir einen Seetag wie aus dem Kreuzfahrt-Bilderbuch. Es gibt Vorträge im Theater und Anwendungen im Spa und abends ein Menü im Selection Restaurant. Am späteren Abend stellt sich im Theater der Kapitän vor. Bei meiner ersten AIDA Reise 2010 mit AIDAluna war auch schon Sven Gärtner der "Kapteehn". Man könnte glatt ein wenig nostalgisch werden. Kurz vor meiner Abreise ist sogar der Kreuzfahrt-Tester Matthias Morr nostalgisch geworden und hat ein Vorher-Nachher Video über seine erste Kreuzfahrt mit AIDAaura gedreht! In Kiel übrigens, und die Kabine im Video sieht aus wie meine.
Der Abend endet mit noch einer Lasershow und der Vorstellung der AIDAaura Stars, wie das Showensemble ja neuerdings heißt.

Tallinn, Mittwoch 19.09.
Wieder haben wir super Wetter mit Sonne und Temperaturen von über 20 Grad.
AIDA bietet für 6,99 € ein Tagesticket für einen Shuttle in die ca. 2 km vom Anleger entfernte Altstadt an. Die HoHo Busse halten aber auch direkt am Hafen. Ich fahre mit dem HoHo Bus eine Runde fast ganz um Tallinn herum und lasse mich dann von der Oberstadt aus treiben.

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Die Stadt ist wunderschön, aber ich finde das Laufen auch anstrengend. Ist halt Kopfsteinpflaster und geht bergab. Am Viru Platz bei den beiden Stadttoren

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nehme ich noch die Vorstadt HoHo Buslinie. Unbedingt machen! Die Fahrt durch das historische Kadriorg Viertel, durch den Stadtwald und zum Badevorort Pirita mit dem langen Strand und dem Segelsportzentrum ist sehr schön. Bei der Rückfahrt nach Tallinn hat man einen tollen Blick auf die Stadtsilhouette mit den Kirchtürmen und den Wolkenkratzern des modernen Geschäftsviertels.
Am Abend gibt es wieder einen Vortrag der Lektorin im Theater, heute geht es vorausschauend um Helsinki. Der Tag klingt aus mit einem mondsüchtigen Spaziergang auf Deck 6.

St. Petersburg, Donnerstag 20.09.
Auch Langschläfer sollten zum Einlaufen bei Sonnenaufgang an Deck sein. Tipp: nicht auf dem Pooldeck drängeln, sondern auf Deck 6 fast direkt am Bug die Fahrt genießen. Hierher verirrt sich kaum jemand.
Also vergesst New York und fahrt nach St. Petersburg! Morgens zum Einlaufen war es zwar noch etwas diesig, aber der Blick auf die Skyline des modernen St. Petersburg mit dem Gazpromturm (der zwar noch nicht ganz fertig, aber mit über 400 m bereits der höchste Turm Europas ist),

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dem neuen Stadion von Zenith St. Petersburg und den imposanten Brücken der neuen Autobahn ist beeindruckend.

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Wir liegen mit der Braemar von Fred. Olsen Heck an Heck, und an der Pier gegenüber hat die MSC Meraviglia festgemacht. Mehr Kreuzfahrer sind es zum Glück heute nicht. Die Reiseleiterin auf meinem Ausflug berichtete, dass am Vortag 7 Kreuzfahrer da waren, davon einige ziemlich dicke Pötte. Also heute Entspannung.
Bei der Stadtrundfahrt steht der Bus gefühlt nur im Stau. Finde ich gar nicht so schlimm, dann kann ich auch zwischen den Fotostopps fotografieren.

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Im Ausflug ist ein Besuch der Kasaner Kathedrale enthalten. Die Gläubigen stehen Schlange, um die Ikone der heiligen Jungfrau von Kasan zu küssen. In dieser Kirche befindet sich auch das Grab des Feldherrn Kutusow, der eine bedeutende Rolle bei der Befreiung Europas von der Herrschaft Napoleons spielte.

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Die sehr kundige Reiseleiterin verteilt "Hausaufgaben". Wir sollten Gedichte von Puschkin und Romane von Dostojewski lesen. Außerdem bekommen wir jede Menge Empfehlungen für den nächsten Besuch in St. Petersburg.
Nach der Panoramarundfahrt geht es auf der Autobahn raus nach Peterhof zum Schloss Peters des Großen. Wer Schloss und Park Sanssouci in Potsdam kennt, dem dürfte die Verwandtschaft auffallen. Zar Peter wollte hier sein eigenes Versailles des Nordens erschaffen. Aber nur zum Zweck der Repräsentation, der große Peter selbst liebte es bescheidener. Sein Wohnhaus Mon Plaisir befindet sich ebenfalls im Park.
Im Schloss darf man zwar fast überall fotografieren, aber nicht stehenbleiben.

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So besichtigen wir das Innere recht zügig und haben dann Zeit für einen Spaziergang durch den Park mit seinen Wasserspielen.

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Ein wirklich guter Ausflug (gebucht bei AIDA) mit einem inkludierten landestypischen Mittagessen.
Abends gibt es eine sehr gute Auslaufmoderation der Lektorin. Laut AIDA heute sollte man die nur auf dem Pooldeck hören können. Aber auch an der fast komplett leeren Ocean Bar waren mein Auslaufcocktail und ich in Hörweite. Den Blick auf die Skyline von St. Petersburg

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und die Heckwelle gab es gratis dazu. Das Fußballstadion wechselt übrigens alle paar Minuten die Farbe! Die Auslaufmoderation endete nach 2 Stunden mit der Vorbeifahrt an der Festungsinsel Kronstadt

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und der Durchfahrt durch das Tor im Hochwasserschutzdamm.

Helsinki, Freitag 21.09.
Finnland empfängt uns nordisch kühl und regnerisch. Wir liegen am stadtnahen Terminal. Zu Fuß ist es bis zum Rathaus eine gute Viertelstunde. Vor dem Terminal fährt die Straßenbahnlinie 5 ab, die am Senatsplatz hält.

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Die HoHo Busse von RedBus fahren auch direkt ab Terminal alle 20 min mit 22 Haltestellen. RedBus ist in Helsinki wahrscheinlich die bessere Wahl für Kreuzfahrer am stadtnahen Terminal. Ich hatte wie üblich City Sightseeing vorab gebucht. Die beginnen am Senatsplatz, fahren alle 30 min und haben 18 Haltestellen. Helsinki wimmelt von Baustellen, so dass die Busse egal welcher Linie durchgehend Verspätung haben.
Helsinki ist eine eigenwillige Mischung aus historischer und ultramoderner Bebauung. Im Gegensatz zu St. Petersburg, wo historische und moderne Viertel ziemlich eindeutig voneinander getrennt sind.
Ich steige zwischendurch mal aus und statte der Felsenkirche einen Besuch ab.

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Ein sehr beeindruckendes modernes Kirchengebäude, dessen Wände aus Fels bestehen. Die Kuppel ist aus Kupferdrähten. Die Akustik ist sehr gut. Es wurde gerade Keyboard gespielt, als ich drinnen war. Eintritt kostet 3 €. Ich hatte Glück, dass es recht leer war. Als ich rausging, standen mehrere Gruppen am Ticketschalter an.
Inzwischen hat das Wetter es sich anders überlegt: die Sonne scheint und wir haben im Laufe des Tages die angesagten 18 Grad doch noch bekommen.
Nach der HoHo Busrunde gab es am Markt an einem der Stände eine leckere Fischsuppe, und dann bin ich noch ein wenig entlang der Alexanderstrasse (Aleksanderinkatu) gebummelt. Dies ist die Gegend für Shoppingfans mit zu viel Geld.

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Ein Luxusladen neben dem anderen. In der Nähe befindet sich die Esplanade. Diese Prachtstraße hatte die Pariser Champs Elysees zum Vorbild. Eine wunderschöne Flaniermeile, wenn auch deutlich kürzer als ihr französisches Vorbild.
In der Nähe des Marktplatzes fahren Rundfahrtboote sowie die Fähre nach Suomenlinna ab. Eine Rundfahrt mit dem Boot dauert ca. 1,5 Stunden und muss daher für mich heute ausfallen. Wir sollen nämlich schon um 16.30 Uhr an Bord sein.
Das Auslaufen verzögerte sich um etwa eine Stunde. Den Grund habe ich nicht mitbekommen, weil ich zum Zeitpunkt der Durchsage im Theater saß - Vortrag über Stockholm und Visby.
Am Abend versuchte man im Theater mit mäßigem Erfolg, Dieter Thomas Hecks legendäre Show "Pyramide" wiederzubeleben. Ich bin dann doch beizeiten in die Nightfly Bar umgezogen zur Heinz Erhardt Lesung. Hier konnte ich gleich sitzenbleiben, denn es gab eine interessante Fragerunde mit den AIDA Stars, gewürzt mit ABBA Songs.
Heute kein mondsüchtiger Spaziergang an Deck, denn der Wind hat merklich aufgefrischt. Laut Kapitän aber "nichts, mit dem Sie zu Hause angeben können".

Stockholm/Seetag, Sonnabend 22.09.
Ich bin kurz nach Sonnenaufgang dick eingemummelt auf meinem Stammplatz an der Ocean Bar. Ich will mir die Einfahrt in die Schären von hier ansehen. Zu sehen ist nur Wasser, und zwar ziemlich bewegtes Wasser. Der Wind ist so stark, dass ich nach wenigen Minuten aufgebe.
Beim Frühstück Durchsage von der Brücke: aufgrund des Windes ist das Einfahren in die Schären bis auf weiteres nicht möglich. Das "bisschen Wind", wie es der Kapitän nennt, hat solide 7-8 Stärken auf der Beaufort Skala. Wir lungern den ganzen Vormittag in der Nähe des Schärengartens rum in der Hoffnung, im Laufe des Tages doch noch einfahren zu können.
Zum Glück scheint die Windrichtung zu stimmen, denn wir haben kaum Schiffsbewegungen.
Da man aber maximal für ein paar Minuten die Nase nach draußen stecken kann, versuchen alle Passagiere, drinnen einen guten Platz zu finden. Das klappt erstaunlich gut und ohne Gedränge. Der Bereich des Calypso Restaurants, wo man zum Fitnessbereich rübergehen kann, wird nach dem Frühstück auch zum Lesen oder Spielen genutzt.
Leider ist die Sauna wegen Wartungsarbeiten erst am Nachmittag wieder geöffnet. Der Plan war ja gut, wir hätten jetzt alle an Land sein sollen.
Gegen 14.30 Uhr kommt die frohe Botschaft von der Brücke, dass es jetzt doch losgeht und wir gegen 19 Uhr in Stockholm sein werden. Unser Liegeplatz ist morgen nicht anderweitig vergeben, und so können wir über Nacht bleiben. Das Ausflugsprogramm von heute findet dann morgen statt. Dadurch fällt Visby aus, und ab übermorgen soll alles wieder nach Plan laufen.
Die Durchfahrt durch die Schären ist einmalig schön. Das ist so die Art Landschaft, an der ich mich nicht satt sehen kann.

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Da der Wind noch immer ziemlich kräftig weht, ist es allerdings nicht möglich, die ganzen ca. 4 Stunden draußen zu sein. Die Lektorin gibt wieder interessante Kommentare während der Fahrt.
Viele Passagiere gehen abends noch in die Stadt, also ist das Schiff bemerkenswert leer. Das Theater wird zum Kino, es gibt "Die Legende vom Ozeanpianisten".

Stockholm, Sonntag 23.09.
Das ist heute wie bei Hase und Igel. Statt erst um 10 Uhr anzulegen sind wir schon da. Die von AIDA für 9,99 € pro Tagesticket eingesetzten Shuttlebusse wie auch die HoHo-Busse fahren erst ab 10 Uhr, also mache ich mich um kurz nach 8 Uhr zu Fuß auf den Weg in die Stadt. In sehr gemütlichem Tempo brauche ich knapp eine Stunde. Der Weg führt immer am Wasser entlang.

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In Stockholm fahren die Busse von City Sightseeing alle 20 min, und man kann sie in Kombination mit einem HoHo-Boot buchen. Sowohl die Busse als auch die Boote halten am Stadsgarden-Terminal.
Startpunkt der Busse ist in der Nähe des Gustav-Adolf-Platzes bei der Oper, die Boote fahren gegenüber des Nationalmuseums beim Denkmal für König Gustav ab (die Busse haben hier auch eine Haltestelle).

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Da wir schon um 16.30 Uhr wieder an Bord sein sollen, muß ich mich entscheiden zwischen dem Vasa-Museum und dem Stadshuset. Beides ist nicht zu schaffen. Ich steige beim Stadshuset aus und habe das Glück, noch ein Ticket für die letzte englischsprachige Führung des Tages zu ergattern.
Das Stadshuset ist das Rathaus von Stockholm und ausserdem Schauplatz des Nobelpreisbanketts. Ein beeindruckendes Gebäude.

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Weiter geht es mit dem HoHo-Bus zurück zu König Gustavs Denkmal. Von hier sind es nur wenige Schritte in die Altstadt Gamla Stan mit ihren quirligen Gassen. Am Johannsplatz (Johanstorget) gibt es in Stockholms ältester Bäckerei die obligatorische Zimtschnecke und einen schönen heißen Kaffee.

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Das HoHo-Boot bringt mich zurück zum Schiff.
Die Ausfahrt durch die Schären ist genauso beeindruckend wie die Einfahrt.

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Am Nachmittag und frühen Abend gibt es im Theater 2 Vorträge der Lektorin, und am Abend rocken die AIDA Stars den Dampfer mit der Show "Rhythm is it".
In der Nightfly Bar gibt es dann noch den "Hotel-Talk" mit den Hoteloffizieren. Die können dann gleich mal erklären, wie das so ist, wenn ein Hafen ausfällt und nicht mal der Kapitän weiß, ob und wann der nächste Hafen angelaufen wird. Das war eine spannende Veranstaltung.
AIDA heute an der Kabinentür verrät, dass wir morgen statt um 9 Uhr erst um 13 Uhr in Riga ankommen werden. Klar, der Weg von Stockholm ist länger als der von Visby. Außerdem steht da, dass auch der Papst morgen in Riga sein wird und es zu Einschränkungen kommen kann. Na toll, wir haben ohnehin nur noch 4,5 Stunden Landgang.

Riga, Montag 24.09.
Es ist kühl, und wir haben auch etwas Wind und Regenschauer, also bin ich am Vormittag am besten in der Sauna aufgehoben. Nach der Einfahrt in die Daugava ist es draußen nicht mehr ganz so ungemütlich.

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Wir sind ca. eine Viertelstunde früher als geplant fest, und sofort kommen mehrere Busse von RedBus um die Ecke. Das passt ja schon mal gut. Die Runde dauert eine Stunde.

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Eigentlich wollte ich im Jugendstilviertel raus, aber just in dem Moment öffnete der Himmel mal wieder seine Schleusen. Also wurde mir die Entscheidung zwischen Altstadt und Jugendstilviertel abgenommen. Beides wäre aufgrund der knappen Zeit sowieso nicht gegangen. Im Nachhinein hätte ich wohl doch trotz des Regens im Jugendstilviertel bleiben sollen.

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Als der Bus wieder in der Altstadt ankam, war der Regen gar nicht mehr so schlimm. Die Kirchen waren wegen des Pabstbesuchs zu. In der Altstadt hat man eigentlich ziemlich schnell alles sehenswerte gesehen.

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Bremen ist Rigas Partnerstadt und hat die Stadtmusikanten nach der Wende geschenkt. Hier schauen sie aber nicht durch´s Fenster, sondern durch den Eisernen Vorhang.

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Das Wetter lädt nicht dazu ein, in einem der zahlreichen Straßencafes eine Pause einzulegen. Immerhin habe ich einige Mitbringsel erstanden.
Für einen ersten Eindruck hat es gereicht. Für das Jugendstilviertel bleibt keine Zeit mehr. Muss ich halt nochmal wiederkommen.
Am Abend gibt es im Theater eine Show mit Songs von Bryan Adams und in der AIDA-Bar Crew meets Band.

Klaipeda/Seetag, Dienstag 25.09.
Heute Nacht wurden wir kräftig durchgeschüttelt. Das "bisschen Wind" hat Stärke 8-9. Diesmal können wir den Hafen schon sehen. Die Wettervorhersage ist mies, das soll den ganzen Tag so bleiben mit dem Wind, und der Hafen ist geschlossen. Also entscheidet der Kapitän, dass heute nicht rumgelungert wird. Wir machen uns jetzt auf den Weg nach Kiel.
Die Lektorin springt mal eben in die Bütt mit einem 2stündigen, sehr interessanten Vortrag über die Romanows.
Rausgehen ist heute wieder nur minutenweise möglich, also verbringe ich die meiste Zeit in der Hemingway Lounge.
Abends heizen die AIDA Stars im Theater die Stimmung vor mit der Show "Dabei ist alles". In der Nightfly Bar geht die Party weiter mit der "Hamburger Haifischbar". Warum die Entertainment Managerin sich die kleine Nightfly anstelle der AIDA Bar für diese Veranstaltung ausgesucht hat, wird ihr Geheimnis bleiben. Nicht mal mehr Stehplätze zu kriegen. Also müssen die Offiziere ohne mich Shanties singen.
Aber die Schiffsbewegungen haben etwas nachgelassen, so dass ich meine mondsüchtigen Deckspaziergänge wieder aufnehmen kann.

Auf See, Mittwoch 26.09.
Selbst der Kapitän muss in seiner morgendlichen Durchsage zugeben, dass das Wetter heute "alles hat, was man nicht braucht" und wir noch immer 7-8 Windstärken haben, "das ist insgesamt auf dieser Reise doch schon mehr als ein bisschen". Also noch ein Tag zwischen Hemingway Lounge und Sauna. Immerhin stimmt die Windrichtung, so dass die Schiffsbewegungen nicht so stark sind, wie angesichts der Windstärke zu erwarten wäre.
Nachmittags gibt es in der Nightfly Bar nochmal eine Lesung, passenderweise mit Geschichten vom Urlaub am Meer.
Zum Farewell Menü sind die Restaurants bemerkenswert leer. Es scheint doch so einige Passagiere zu geben, denen das Wetter auf den Magen geschlagen ist.
Die AIDA Stars verabschieden sich mit Songs von Simply Red. Aus der Show hätte man mehr machen können. Leider war die Bühne recht düster, ein wenig mehr Licht hätte dem Ganzen gut getan.

Heimreise, Donnerstag 27.09.
In Kiel herrscht ruhiges Herbstwetter. Das Schiff ist eine Stunde vor der geplanten Zeit zum Landgang freigegeben, so dass ich den Zug um 9.04 Uhr noch schaffe.
Im Terminal steht der Hoteldirektor und verabschiedet jeden Gast persönlich. Das habe ich so bei noch keiner Kreuzfahrt erlebt.

Fazit:
Schiff und Route haben mir sehr gut gefallen (mit den beiden ausgefallenen Häfen wäre es noch schöner gewesen). Die Umstellung auf das Selection Konzept für die kleinen Schiffe ist in Zeiten von immer mehr Riesenpötten eine wohltuende Entwicklung und scheint ja gut angenommen zu werden (AIDA hat ja gerade erst die Costa neoRomantica gekauft und baut sie zur AIDAmira um). Die Hotelleute haben rausgerissen, was die Nautiker mit ihren zu knappen Durchsagen verbockt haben. Ja, das war der einzige große Minuspunkt: die Ansagen von der Brücke waren viel zu knapp und wurden jeweils vom Hoteldirektor ergänzt, nachdem hunderte von Leuten an der Rezeption nach Infos gefragt haben. Beispielsweise war nach dem Ausfall von Klaipeda immer wieder die Frage aufgekommen, warum wir nicht einfach einen anderen Hafen anlaufen. Erst beim Abschiedsabend ließ der Kapitän durch den Hoteldirektor im Theater ausrichten, dass auch Danzig uns wegen des Sturms nicht reingelassen habe.
Zuletzt geändert von AntjeG am 27 Sep 2018, 19:30, insgesamt 7-mal geändert.
Antje

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Re: AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von AntjeG » 27 Sep 2018, 18:27

noch ein paar Anekdoten und Randbemerkungen, die nicht so richtig in den Bericht gepasst haben:

Kiel:
Ansage des Fahrers im Transferbus:
"Ich fahre zum Beiboot von AIDAnova."

St. Petersburg:
Wenn Ihr Streit mit Eurem Partner habt, tragt das bitte irgendwo aus, wo Ihr unter Euch seid. Die Dame direkt hinter mir im Bus war so damit beschäftigt, stundenlang lautstark mit ihrem Mann rumzuzetern, dass sie nix von dem mitgekriegt hat, was die Reiseleiterin gesagt hat. Als wir an der Kasaner Kathedrale ausgestiegen sind, fragte sie doch glatt, warum der Palast so komisch aussehe und wo denn der Park mit den versprochenen Wasserspielen sei! In Peterhof angekommen, wollte ihr Mann dort dann endlich die Eremitage besichtigen.

Stockholm:
Johanstorget, also Gamla Stan at its best. Ich sitze mit Kaffee und Zimtschnecke vor der Bäckerei Sundberg. Kommt ein Pärchen mit AIDA Bordkarte um den Hals vorbei. Sagt er: "Schatz, guck mal, ist das nicht hübsch?" Sie: "ja ja, aber denk dran, wir müssen bald zurück an Bord, und wir wollen doch noch nach Gamla Stan!"

2. Seetag auf dem Weg nach Kiel:
Sie fand das wohl den neuesten Schrei, ich hätte schreien können bei dem Anblick! Auf der Treppe begegnete mir eine Dame mittleren Alters in folgendem Aufputz:
Haarspange mit großer roter Rose
karierte Bluse
großblumiger Rock
Ringelsöckchen in bunt
AIDA Badelatschen
!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!??!
Antje

Babs
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Re: AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von Babs » 27 Sep 2018, 19:17

Wow Antje, alles in einem Rutsch, Hut ab.
Und ich habe immer noch GB und mein Fazit zur Vita vor mir.

Da kommen Erinnerungen an unsere Ostseetour hoch. Leider war bei uns damals eine Beerdigung in der Felsenkirche
Ich wusste gar nicht. Dass die Eintritt kostet.

Was mich mal noch zur Aura interessieren würde:
Waren (wie bei der Vita) zwischen dem Calypso und der Nightfly Bar auch die Mehrzwecktische und gab es die früher auch schon oder wollte man damit die Platzsituation beim Essen entschärfen?

Übrigens hat unser Kapitän gern und viel erzählt. Auch morgens wenn ich gerne noch geschlafen hätte. :o
LG Babs 8-)

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Re: AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von AntjeG » 27 Sep 2018, 19:26

Ich hatte an Bord ja Zeit und hab´ schon mal am Tablet geschrieben. Musste jetzt nur noch die Fehler der Autokorrektur berichtigen (die macht mich wahnsinnig :shock: ) und die Bilder einfügen.

Was meinst Du mit "Mehrzwecktischen"? Auf der Aura geht das Calypso ziemlich nahtlos in die Nightfly-Bar über. Also wenn man vom hinteren Treppenhaus aus reingeht, sind da Tische vom Calypso (aber kein Buffet, das ist gegenüber), geradeaus kommt die Brücke in den Fitnessbereich und vorher biegt man rechts in die Bar ab. Die Tische vom Calypso wurden halt während unserer Sturmtage einfach so als Aufenthaltsraum mit genutzt, da hatte auch niemand von der Crew was dagegen.
Antje

Babs
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Re: AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von Babs » 27 Sep 2018, 21:27

Naja, wenn man vom Fitnessbereich über die Brücke kommt, dann ist das doch noch nicht der eigentliche Restaurantbereich. Der Bereich ist ja immer offen, auch wenn das Restaurant geschlossen hat und die Tische und Stühle sehen auch optisch anders aus.
Zumindest war das auf der Vita so.

Auf der Vita wurde der Bereich während der Essenszeiten als Restaurant mitbenutzt zwischendrin als Aufenthaltsbereich z.B. zum Kartenspielen und am Abend als Erweiterung der Nightfly Bar. Man wurde da auch vom Barpersonal bedient.

Es war also eher ein Mehrzweckbereich.
LG Babs 8-)

AntjeG
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Re: AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von AntjeG » 27 Sep 2018, 21:36

De facto war es hier auch so. Aber die Tische sahen genauso aus wie die im Restaurant, meine ich. Zumindest sehr ähnlich. Mir ist kein Unterschied aufgefallen, ich habe aber auch nicht explizit darauf geachtet. Über dem Eingang steht "Calypso Restaurant" also soll der Bereich wohl eigentlich schon zum Calypso gehören.
Antje

Roter Specht
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Re: AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von Roter Specht » 28 Sep 2018, 08:26

Hallo Antje,

herzlichen Dank für Deinen Reisebericht von der stürmischen Ostseefahrt, der bei mir viele Erinnerungen geweckt hat (wir waren diesen Sommer ebenfalls auf der Ostsee unterwegs, allerdings bei deutlich besserem Wetter - Reisebericht ist noch in Arbeit).

Ich finde es sehr interessant, dass Du die Aura trotz ausgebuchten Schiffs nicht als überlaufen empfunden hast. Ich kenne von den kleinen AIDA-Schiffen nur die Cara, auf der es mir bei unserer Grönland-Reise letztes Jahr teilweise doch deutlich zu voll und gedrängt war (insbesondere beim Essen, beim Tendern und bei gutem Wetter auf den Außenflächen). Kennst Du auch die Cara, könntest Du sagen, dass die Aura (und ggf. Vita) im Verhältnis zur Cara ein großzügigeres Platzverhältnis bietet?

Viele Grüße
Stefanie
bisher: 3 x AIDA, 1 x Costa, 1 x MSC, 2 x Phoenix Reisen, 1 x RCCL, 1 x Celebrity, 6 x A-ROSA Flusskreuzfahrten
nächste Kreuzfahrt: Amadea, Norwegen 15. - 28.07.2019

AntjeG
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Re: AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von AntjeG » 28 Sep 2018, 11:54

Stefanie,
die Aura (und damit wohl auch die baugleiche Vita, die ich noch nicht kenne) ist definitiv großzügiger als die Cara. Ich habe auf der Cara schon mehrere Kurzreisen gemacht (allerdings vor der Umstellung auf Selection) und fand das Gedränge höllisch. Vor allem auch in den Restaurants. Da stehen die Tische enger als auf der Aura, so dass man sogar auf dem Rückweg vom Buffet noch anstehen musste. Und so ein Rückzugsort wie die Hemingway-Lounge fehlt da auch. Ich finde ja die 14tägigen Ostseerouten mit der Cara sehr verlockend, vor allem 3 Tage Weiße Nächte in SPB. Aber es schreckt mich doch noch erheblich ab, dass die Cara sie fährt und nicht eine von den anderen beiden. Solche Sturmfahrt, wo man nicht rauskann, möchte ich auf dem Dampfer nicht erleben, glaube ich. Bisher habe ich immer gesagt, mehr als Kurzreisen mache ich auf der Cara nicht. Aber sie fährt eben auch Routen, die die anderen nicht fahren können (z.B. durch den Nord-Ostsee-Kanal). Mal sehen, wohin das Pendel letztlich ausschlägt.
Eine Urlaubskasse habe ich mir auf jeden Fall wieder besorgt.
Antje

Roter Specht
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Re: AIDAaura Perlen der Ostsee September 2018

Beitrag von Roter Specht » 28 Sep 2018, 15:32

Hallo Antje,

das hört sich doch sehr gut an. Ich finde das Selection-Konzept für die kleinen AIDA-Schiffe von der Idee und einigen neuen Routen sehr gut, die Umsetzung des Konzepts auf unserer Reise in 2017 und die Cara als Schiff haben mich aber nur bedingt überzeugt, wobei die Cara durch ihre geringe Größe, geringen Tiefgang und Eisklasse natürlich noch mal eher Häfen anlaufen und Passagen fahren kann, die andere nicht fahren können. Für Sommer 2019 sind wir schon verplant (da wird es die Amadea), aber wenn AIDA irgendwann die Routen für Sommer 2020 veröffentlicht, werde ich mal schauen, ob auf der Vita oder Aura vielleicht etwas für uns dabei ist. AIDA ist zwar inzwischen nicht mehr meine erste Wahl (da liegen im Moment Phoenix und Celebrity vorne), aber viele der neuen Routen sprechen mich sehr an. Last but not least bekomme ich bei AIDA als Alleinreisende mit Kind für meinen Jung-Teenager noch eine ordentliche Kinderermäßigung, während er bei Phoenix und Celebrity Vollzahler ist.

Viele Grüße
Stefanie
bisher: 3 x AIDA, 1 x Costa, 1 x MSC, 2 x Phoenix Reisen, 1 x RCCL, 1 x Celebrity, 6 x A-ROSA Flusskreuzfahrten
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