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Vergleich Celebrity Reflection und Celebrity Solstice

Autor: Team kreuzfahrten-mehr.de am 17.12.2012

Die Celebrity Solstice im Vergleich zur Celebrity Reflection

Die Celebrity Solstice ist das Typschiff einer aus 5 Neubauten bestehenden Serie von Kreuzfahrtschiffen die von der Meyer Werft in Papenburg an die US-Reederei Celebrity Cruises geliefert wurden. Die Celebrity Solstice wurde im Jahr 2008 abgeliefert – die Celebrity Reflection vor wenigen Wochen. Kurz vor dieser Reise mit der Celebrity Solstice hatten wir die Möglichkeit, die Celebrity Reflection zu erkunden. Unsere Eindrücke schilderten wir ausführlich in einem Bericht beim Schiffsjournal.

Bei dieser Gelegenheit haben wir es nicht versäumt, die Neuerungen mit kritischen Augen zu betrachten. Nun ist es so, dass wir die Celebrity Solstice als einziges Schiff noch gar nicht kannten und offen gesagt die Unterschiede zum neuesten Spross der Flotte beachtlich finden. Einige Dinge fallen selbstverständlich fast gar nicht ins Auge, so ist der Aufgang zum Solstice Deck anders gestaltet und das Deck selbst ebenfalls – abgesehen von der fehlenden Heckaussicht auf der Reflection. Allerdings ist auch die Anzahl der Liegen und Ruhemöglichkeiten deutlich reduziert. Der Kinderbereich fällt geringfügig kleiner aus, der Spa-Bereich ebenfalls. In der Sky Observation Lounge macht sich Großzügigkeit in Form von ganz viel Freiraum zwischen den Tischen bemerkbar. Vor der Sky Observation Lounge der Celebrity Solstice gibt es noch eine gemütliche Sitzecke hinter einer Abtrennung.

Im Poolbereich ist deutlich mehr Platz zwischen den Liegen – auch stehen diese in weniger Reihen. Das Cellar Masters schaut komplett anders aus, der Michael´s Club schließt sich an. Im Zugangsbereich zu den Spezialitätenrestaurants stehen auf der Celebrity Solstice Trennwände sowie Kunstskulpturen, die Molecular Bar ist deutlich kleiner und gemütlicher, die Anzahl der Bars ist insgesamt geringer, die Restaurants vermitteln einen großzügigeren Eindruck, die Abstände zwischen den Tischen sind merkbar größer, die Tischgröße in diversen Bars ist geringer – damit auch die Anzahl der Stühle. Auf der Celebrity Solstice gibt es deutlich mehr echte Grünpflanzen, einige Designelemente und Lichter fehlen auf der Celebrity Reflection ebenfalls.

In einem Satz gesagt, fällt die geringere Passagierzahl der Celebrity Solstice ganz deutlich ins Auge und man spürt sie zudem. Das Fazit ist daher eindeutig: die Celebrity Solstice mag älter sein und einige Annehmlichkeiten weniger aufweisen (Bars, Alcovens, Restaurants) wie die Celebrity Reflection, aber dafür punktet sie ganz klar mit erheblich mehr „freiem“ Platz und somit Großzügigkeit! Vielleicht mag sich dieses Urteil nun sehr hart anhören für das jüngste Schiff der Flotte – wir schildern jedoch lediglich unsere persönlichen Eindrücke bzw. unser Empfinden in Bezug auf die Hardware und sind uns sicher, dass jedes Schiff eine Klasse für sich ist. Auch wir sind Liebhaber der (kostenpflichtigen) Alcovens im Lawn Club der Celebrity Silhouette und der Celebrity Reflection, wissen aber auch die freien Rasenflächen der ersten drei Schwestern zu schätzen. Etwas vermissen wir auf der Celebrity Solstice jedoch sehr – den Lawn Club Grill an Stelle der Hot Glass Show!

Nach einigen Seetagen haben wir das Angebot für Kinder im Alter von Marc – also für die „Shipmates & Cadets“ bereits genutzt und können festhalten, dass das geschulte Personal der „Fun Factory“ ein umfangreiches Programm bereithält um die kleinen Kreuzfahrer bei Laune zu halten. Dazu zählen Malkurse, spezielle Kochstunden, Bastelstunden, Fitnessübungen, abendliche Essen… letztendlich sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Wer mit seinem Kind an den Essenssitzungen teilnimmt, bekommt eine zusätzliche Kinderspeisekarte gereicht, falls die Kleinen keinen Lachs oder Steaks mögen.

Was es auf der Celebrity Solstice und auch auf den Schwesterschiffen nicht gibt, sind besondere Spiel- und Spaßlandschaften mit Wasserrutschen und solchen Dingen. Derartige Bespaßung vermisst aber auch niemand – schließlich steht das ja schon vor der Buchung einer Reise mit Celebrity Cruises fest. Wer Daueranimation und Wasserparks sucht, fährt eben mit einem anderen Schiff. Unser 3-jähriger Sohn hat nach einigen Tagen die Rasenflächen des Lawn Club für sich und seine Autos entdeckt und wir müssen wie auch schon auf vorangegangenen Reisen mit den Schwesterschiffen feststellen, dass die Rasenflächen auch zu unseren Lieblingsplätzen geworden sind. Wo sonst kann man sich tagsüber einfach mal auf eine echte Rasenfläche auf dem Meer setzen oder abends noch einen Cocktail auf dem Rasen trinken und dabei den Sternenhimmel beobachten?! Das geht nur bei Celebrity Cruises!

Auf die einzelnen Restaurants und Mahlzeiten möchten wir eigentlich auch bewusst nicht eingehen, denn das Empfinden, die Ansprüche und die Geschmäcker der Menschen sind sehr unterschiedlich. Celebrity Cruises wird seinem Ruf als Reederei im gehobenen Segment gerecht und erfüllt entsprechende Ansprüche. Wer ohne die Deutsche Küche im Urlaub nicht leben kann, der hat ja die Möglichkeit auf Mitbewerber auszuweichen.

Wir haben bereits das Oceanview Café (Buffet) sowie das Grand Épernay Restaurant (Hauptrestaurant) nochmalig getestet und auch die Kochkünste im Tuscan Grille genießen dürfen. Für die anderen Spezialitätenrestaurants (Silk Harvest und Murano) haben wir uns ebenfalls noch angemeldet. Alle kennen wir auch von vorangegangenen Kreuzfahrten und sind im Tuscan Grille wieder einmal voll auf unsere Kosten gekommen! Service, Ambiente und die Qualität der Speisen sind nochmals erheblich besser wie in den „normalen“ Restaurants der Celebrity Solstice. Der Service ist exzellent und es wäre zu umfangreich jede einzelne Vor- Haupt- und Nachspeise zu beschreiben oder zu bebildern. Der Tuscan Grille liefert für uns immer noch das beste Steak auf See – aber auch das ist natürlich wieder reine Geschmacksache und liegt sicherlich daran, dass wir Liebhaber der Steaks aus den USA sind. ;-) Die einzelnen Gänge werden in unterschiedlichen, kleinen Schälchen serviert und man kann beliebig kombinieren oder auch einzelne Gänge unbegrenzt nachbestellen. Aufgrund der Tatsache, dass nicht alle Zutaten auf einem Teller serviert werden, lässt sich dieses Geschmackserlebnis auch nur sehr schwer in Bildern festhalten. Wir vergeben in jedem Fall die Gesamtnote 1! Jeder Dollar der kostenpflichtigen Restaurants ist mehr als gut angelegt.

Neu unter die Lupe genommen wurde von uns erstmalig nun der (Damen-)Frisör! Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und ist den Preis absolut wert. Sicherlich liegen diese etwas über denen an Land aber wer einen Hotelfrisör besucht ist auch bereit einen Euro mehr zu zahlen. Abgesehen davon kann man hier auch kein Pauschalurteil treffen, denn im Hause Walz liegen die Preise natürlich über denen des „Discount-Frisörs“ nebenan – was man nachher jedoch eindeutig am Ergebnis sieht. Für schulterlanges Haar wird sich hier inkl. Strähnchen (die man hinterher auch sieht!!!) ca. 3 Stunden Zeit genommen. Es gibt eine ausführliche Beratung und auch ein Kaffee wird gereicht.

Allgemeine Randnotizen:

 

Der „Check-in“ in Singapur verlief hervorragend – so schnell sind wir bisher nur in wenigen Ausnahmen an Bord eines Schiffes gewesen.

Wir haben lange überlegt, ob wir insbesondere die nachfolgenden Dinge überhaupt erwähnen sollten, sind aber der Meinung ihnen zumindest eine gewisse Aufmerksamkeit aus unserer Sicht zu schenken. Sicherlich wird es in Frankfurt deshalb nach der Reise wieder einen großen Beschwerdeansturm geben – die Deutschen müssen ihrem Ruf als Meckerer ja treu bleiben. Zu den Fakten: Das Tendern in Benoa/Bali verlief mit kleinen Hindernissen. Morgens gab es mehr als eine Stunde Verzögerung trotz „Priority Tickets“ für die ganze Gruppe. Es hakte bei der internen Kommunikation, welche der beiden Tenderpforten nun wer nutzen darf…

Beim Rücktendern am Abend wurde vielen Passagieren eine größere Geduld abverlangt. Die Wartezeit vor dem Hafen in Benoa betrug über eine Stunde. Leider war das Hafengebäude nicht klimatisiert und die Temperaturen lagen bei deutlich über 30 Grad. Mit dem nächsten eintreffenden Tenderboot wurden dann kalte Tücher und Getränke vom Schiff mitgebracht, die den Wartenden gereicht wurden.

Aus unserer Sicht war der Tendervorgang in der Tat der wohl schlechteste, den wir erlebt haben. Die Ursachen für diese extremen Verzögerungen sind jedoch nicht bei der Schiffsleitung zu suchen, sondern bei den Verantwortlichen für  die zur Verfügung gestellte Schnellfähre (Katamaran) aus dem Hafen von Benoa. Wir haben ihn auf beiden Tenderfahrten auch genutzt und schon zu diesem Zeitpunkt festgestellt, dass sie viel zu groß war für diesen Zweck. Einerseits ist es ein Vorteil, dass gut die dreifache Anzahl an Passagieren im Vergleich zu den Tenderbooten der Celebrity Solstice befördert werden können, andererseits ist genau dies aber auch der große Nachteil gewesen. Das Boarding in Benoa hat gut 30 Minuten gedauert und genau so lange auch das Ausschiffen auf der Celebrity Solstice. Diese Zeit über war eine der beiden Tenderpforten praktisch dauerbelegt, so dass sich die bordeigenen Tenderboote eine Pforte teilen mussten. So entstanden diese erheblichen Wartezeiten.

Keine schöne Situation aber man kann letztendlich auch alles wieder dramatisieren, in der Hoffnung noch den einen oder anderen Euro am Ende einklagen zu können.

Der Kapitän entschuldigte sich am darauffolgenden Seetag bei seinen Gästen für die langen Wartezeiten.

Zum Service:

 

Der Service ist durchweg gut mit der Möglichkeit von Detailverbesserungen. Im Hauptrestaurant werden hin und wieder mal die Gerichte zwischen den Gästen vertauscht oder Bestellungen ganz vergessen. Im Oceanview Cafe steht das gebrauchte Geschirr gerne mal etwas länger an den Tischen, so dass sie nach dem Verlassen der Gäste unnötig lange „belegt“ bleiben. Allerdings zeigen sich diese Auffälligkeiten auch nicht den ganzen Tag lang sondern stets phasenweise. Und wir kennen Reedereien, bei denen dieser Zustand zur Normalität gehört, von daher besteht in diesen Ausnahmefällen im Prinzip gar kein Grund zur Klage.

Bzgl. Der Sauberkeit auf dem Schiff gibt es keinerlei Verbesserungsmöglichkeiten, die wir feststellen können.

Wir hören immer wieder gerne, dass Gäste sich über fehlende Windeleimer auf den Kabinen und fehlende Wickeltische in den öffentlichen Toiletten beklagen.

Wir fragen uns hier ob die Eltern wirklich nicht in der Lage sind mit dem Kabinenpersonal darüber zu sprechen, dass gebrauchte Windeln direkt entsorgt werden oder man eben eine entsprechende Aufbewahrungsmöglichkeit auf der Kabine erhält? Und Wickeltische in den öffentlichen Toiletten? Ist es wirklich zu viel verlangt, die Kabine aufzusuchen? Selbst auf den größten Schiffen bedarf es keiner nennenswerten Anreisezeit um in die Kabinen zu gelangen!

Unser beliebtester Ort auf der Celebrity Solstice? Wie auch schon auf den Schwesterschiffen ganz klar – der Lawn Club!  Dieses Örtchen der Geselligkeit aber auch der Erholung ist nicht nur für Erwachsene ein echter Tipp – die Kinder können auf dem echten Rasen spielen und sich dort auf unterschiedliche Weise vergnügen. Auf den beiden letzten Neubauten (Silhouette und Reflection) wird es hier jedoch zu Problemen kommen, da man vor den Alcovens nicht so einfach „frei“ liegen und spielen kann. Klarer Vorteil also für die drei ersten Einheiten.

Link zur Bildergalerie der Celebrity Solstice bei Oceanliner Pictures.