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TEIL 2: Größer, eleganter, innovativer, so präsentiert sich die Harmony of the Seas als das neue, größte Kreuzfahrtschiff der Welt

Autor: Team kreuzfahrten-mehr.de am 19.06.2016

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Zwei große Hauptpools befinden sich getrennt voneinander auf der Backbord- bzw. Steuerbordseite. Beide Pools sind groß genug um darin auch zu schwimmen, was lobenswert ist, bei einem Schiff dieser Größe aber auch Standard sein sollte. Auf der Seite des Main Pools (Backbord) befinden sich zusätzlich zwei überdachte Whirlpools.

Dafür, dass kein Kreuzfahrtgast trockene Kehlen bekommt, sorgen zwei Bars, die Pool Bar und die Sand Bar, die mittels einer Brücke verbunden sind. 

Neben dem Main Pool und Beach Pool sowie den zwei überdachten Whirlpools auf der Backbordseite am Main Pool steht sportlich ambitionierten Gästen noch der Sports Pool mit einem weiteren, unüberdachten Whirlpool zur Verfügung.

Die Freiflächen für Liegestühle und Sonnenliegen sind insgesamt sehr üppig bemessen, so dass auch hier grundsätzlich nicht das Gefühl von Enge aufkommen kann.

Die tribünenartigen Liegeflächen am Main Pool sind verschwunden, der Bereich ist nun offen und wirkt nicht mehr so verbaut.

Main Pool und Sonnendeck Harmony of the Seas

Foto: Main Pool, und Sonnendeck Harmony of the Seas

Die wohl auffälligste Neuerung im Poolereich sind die großen Wasserrutschen Typhoon, Cyclone und Supercell, die zusammen den Perfect Storm ergeben.

Deck 16 Harmony of the Seas

Es bietet sich an, am Heck von Deck 15 auf das darüber liegende Deck 16 zu laufen. Sowohl an der Backbord- als auch an der Steuerbordseite finden wir die beiden Flowrider Surfsimulatoren, mittig angeordnet die Wipe Out Bar und auch die 25 Meter lange Zip Line, die über den auf Deck 9 liegenden Boardwalk hinweg hinunter nach Deck 15 führt. Sowohl die Nutzung der Flowriders als auch der Zip Line bedarf gesonderter Gesundheits- und Verhaltensrichtlinien, über die man direkt vor Ort informiert wird.

Flowrider Harmony of the Seas

Foto: Flowrider Harmony of the Seas

Größte Neuerung und zugleich DAS Highlight auf der Harmony of the Seas ist die große Doppelrutsche The Ultimate Abyss! Die 47m über dem Meeresspiegel, hier auf Deck 16, startende Doppelrutsche ist die längste Rutsche auf See und wurde gebaut um den Gästen ein ganz besonderes Erlebnis bzw. einen bisher unerreichten Nervenkitzel auf See zu bieten. Das Ende der Rutsche befindet sich 30m tiefer auf dem Bordwalk. Beide Edelstahl-Röhren, auf denen man sogar gegeneinander antreten kann, sind jeweils 66m lang und haben einen Durchmesser von 80 Zentimetern. Der Rutscher durchrutscht die Röhren auf einer speziell angefertigten Matte mit einer Geschwindigkeit von etwa vier Metern pro Sekunde in die Tiefe. Um den Nervenkitzel noch zu erhöhen, werden in beiden Rutschen Audio-Effekte eingespielt. Der Eingangsbereich der Rutschen ist in Form eines riesigen Fischmauls mit spitzen Zähnen gestaltet.

Eingang The Ultimate Abyss Rutsche Harmony of the Seas

Foto: Eingang The Ultimate Abyss Rutsche Harmony of the Seas

Das auch von anderen Royal Caribbean Kreuzfahrtschiffen bekannte Windjammer Marketplace erstreckt sich über die gesamte Schiffsbreite auf Deck 16 und bietet neben einer wunderbaren Aussicht das übliche Buffetangebot. Die Auswahl ist recht üppig, die Speisen werden ansprechend präsentiert. Zwar sind die Qualitätsunterschiede zu den Spezialitäten-Restaurants deutlich erkennbar aber das ist natürlich durchaus gewollt.

Windjammer Marketplace Restaurant Harmony of the Seas

Foto: Windjammer Marketplace Restaurant Harmony of the Seas

Wir laufen weiter auf Deck 16 vom Heck zum Bug der Harmony of the Seas, vorbei an der Mast Bar und entdecken eine weitere Veränderung. Die Sky Bar auf der gegenüberliegenden Seite gibt es nicht mehr. Hier ist nun Platz für weitere Sonnenliegen entstanden. Besonders deutlich wird diese Veränderung auf dem nachfolgenden Foto sichtbar.

Sonnendeck Harmony of the Seas

Foto: Sonnendeck Harmony of the Seas

Aufgrund der deutlichen Trennung der vier Poolbereiche entsteht selbst an sonnigen und warmen Seetagen nicht das Gefühl von übermäßiger Überfüllung und großer Enge. Die einzelnen Poolbereiche sind nämlich kaum größer als auf mittelgroßen Kreuzfahrtschiffen üblich. Nur, dass auf der Harmony of the Seas eben vier solcher Bereiche existieren, die man jedoch nicht in Kombination wahrnimmt. Die oftmals in den Raum gestellte Behauptung, es sei ständig überfüllt am Pooldeck, ist daher widerlegt.

Von Deck 16 aus bietet sich nicht nur ein toller Blick über den gesamten Bereich des Solariums sondern auch diverse Möglichkeiten eine Sonnenliege bzw. einen Liegestuhl mit Seeblick zu ergattern. Die Solarium Bar lädt zwischendurch zum entspannten Rückzug auf einen leckeren Cocktail oder den kleinen Snack zwischendurch ein.

Solarium Bar Harmony of the Seas

Foto: Solarium Bar Harmony of the Seas

Deck 17 Harmony of the Seas

Unser Rundgang ist nun beinahe komplett. Zuvor schauen wir uns aber noch jenen Ort an, an dem sich bisher die von allen Royal Caribbean Schiffen bekannte Viking Crown Lounge befand. Diese traditionelle, hoch über dem Meer gelegene und allen Passagieren zugängliche Lounge wurde nun zum Exklusivbereich für die Gäste ab der Kategorie „Grand Suite“ sowie für Pinnacle Club Mitglieder der Crown & Anchor Society.

Dort wo bisher die Viking Crown Lounge war, befindet sich nun auf der Backbordseite das exklusive Spezialitätenrestaurant Coastal Kitchen. Das Coastal Kitchen bietet ausschließlich den genannten Suiten-Gästen und Club-Mitgliedern eine abwechslungsreiche und leichte Küche Kaliforniens.

Coastal Kitchen Restaurant Harmony of the Seas

Foto: Coastal Kitchen Restaurant Harmony of the Seas

Auf der Steuerbordseite, dem Spezialitätenrestaurant Coastal Kitchen gegenüber, genießen die erlesenen Gäste eine phantastische und einzigartige Aussicht von der Suite Lounge aus durch die Panoramascheiben hindurch auf das Pooldeck und den Ozean.

Suite Lounge Harmony of the Seas

Foto: Suite Lounge Harmony of the Seas

Dieser bisher vielleicht schönste Bereich auf älteren Royal Caribbean Kreuzfahrtschiffen ist, wie schon auf der Allure of the Seas, nun nicht mehr öffentlich und ausschließlich jenen Reisegästen vorbehalten, welche den höchsten Reisepreis bezahlen, was sehr schade ist. Wir haben auf anderen Schiffen der Royal Caribbean Flotte sehr viele Stunden in der Viking Crown Lounge verbracht und verbinden sehr viele Erinnerungen daran. Eine vergleichbare Alternative gibt es an Bord nicht. Offenbar geht die Ära einer Lounge zu Ende, welche über Jahrzehnte das Alleinstellungs- und Erkennungsmerkmal am Schornstein aller Royal Caribbean Kreuzfahrtschiffe gewesen ist. Die Zeiten ändern sich eben.

Natürlich ist das für Neukunden und all diejenigen, die diese Reederei nicht seit Beginn an kennen schwer nachvollziehbar, aber die Stammkundschaft zeigt sich im Allgemeinen nicht sehr begeistert über diese Neuausrichtung der Schiffe.

Ebenso versperrt bleibt dem „normalen“ Kreuzfahrtgast der gesamte vordere Bereich von Deck 17. Hier liegt das so genannte Suite Sundeck samt eigener Bar und Lounge Bereich. Man muss nun aber sagen, dass dieser Bereich im Vergleich zu jenen Exklusivbereichen mancher Mitbewerber deutlich kleiner ausfällt und es durchaus noch andere, attraktive Deckflächen auf der Harmony of the Seas gibt.

Blick vom Suite Deck auf Wasserrutschen und Poolbereich der Harmony of the Seas

Foto: Blick vom Suite Sundeck auf Wasserrutschen und Poolbereich der Harmony of the Seas

Deck 18 Harmony of the Seas

Auf Deck 18 liegt ausschließlich der Eingangsbereich zu den Wasserrutschen The Perfect Storm, welcher über eine Wendeltreppe von Deck 15 aus zugänglich ist.

Harmony of the Seas The Perfect Storm Wasserrutschen Eingangsbereich

Foto: Harmony of the Seas The Perfect Storm Wasserrutschen Eingangsbereich

Grundverpflegung in Kantinenatmosphäre

Unser Fazit: Die Harmony of the Seas ist ideal für alle Gäste, die im Urlaub Wert auf ein vielfältiges Freizeitangebot sowie ein überdurchschnittliches Angebot an kulinarischen Auswahlmöglichkeiten legen. In einem durchaus kritischen Beitrag auf einem bekannten Fernsehkanal sprach man vor wenigen Tagen von einer angebotenen Grundverpflegung, die eher in Kantinenatmosphäre gereicht wird. Nun, ganz so scharf urteilen wir nicht, wenngleich die echten kulinarischen Höhepunkte an Bord kostenpflichtig sind und es im Windjammer Buffetrestaurant in der Tat schon mal turbulent zugehen kann. Irritierend ist derzeit außerdem die Tatsache, in den drei Hauptrestaurants (American Icon, Grande, Silk) Speisen von identischen Speisekarten angeboten werden. Das Konzept war seinerzeit bei Einführung der Quantum of the Seas anders geplant, wurde dann aber bis auf weiteres wieder verworfen. Nun tragen die Restaurants weiterhin unterschiedliche Namen, suggerieren dem unerfahrenen Kreuzfahrtgast verschiedene, kulinarische Schwerpunkte, enttäuschen dann aber in gewisser Weise durch eine identische Speisekarte. Man darf gespannt sein, ob und wann die nächsten Änderungen von der Reederei vorgenommen werden.

Mehr geht nicht

Die Harmony of the Seas bietet in allen Bereichen aktuell das größte Angebot auf See! Definitiv widerlegen lässt sich die oftmals verbreitete Meinung, dass an Bord permanent ein großes Gedrängel herrscht und man von Menschenmassen überrannt wird. Die meist mehr als 5.000 Passagiere verlaufen sich auf dem Schiff in der Regel problemlos. Auch die Einschiffung wurde inzwischen so optimiert und beschleunigt, dass der Reisegast in den meisten Fällen keine 15 Minuten mehr vom Betreten des Terminalgebäudes bis in seine Kabine benötigt.

Die Harmony of the Seas ist so groß, das Angebot so vielfältig, dass auch Ruhe suchende Kreuzfahrtgäste auf ihre Kosten kommen. Es stehen diverse unterschiedliche Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit einem „echten“ Kreuzfahrtschiff, bei dem interessante und ausgefallene Häfen angelaufen werden, Lektorenvorträge gehalten und Landausflüge in kleinen Gruppen im Vordergrund stehen, hat die Harmony of the Seas allerdings gar nichts mehr gemeinsam. Im Prinzip benötigt man keine Anlaufhäfen mehr, denn sonst ist während einer 7-tägigen Kreuzfahrt das gigantische Angebot an Bord gar nicht nutzbar.

Die Harmony of the Seas ist ein perfektes Ferienresort, was keineswegs eine Kritik unsererseits darstellt. Der große Erfolg der Schwesterschiffe belegt die Tatsache, dass es für diese Megaliner ein großes Zielpublikum an „Neukreuzfahrern“ gibt, welche sich auf diesen Meeresgiganten wohlfühlt.  

Blick am Abend vom Suite Deck über Central Park und Sonnendecks der Harmony of the Seas

Foto: Blick am Abend vom Suite Deck über Central Park und Sonnendecks der Harmony of the Seas

Ein noch umweltfreundlicheres Schiff!

Auch in Sachen Umweltschutz hat sich etwas getan, denn die Harmony of the Seas ist nicht nur mit Scrubbern ausgerüstet, welche den Schwefelgehalt der Abgase drastisch senken sondern darüber hinaus auch rund 20% effizienter als die beiden jüngeren Einheiten, so verkündet es die Reederei.

Schneller geht nicht

VOOM – das schnellste Internet auf See! Dank neuer Satellitentechnik ist das Internet nun mindestens so schnell wie die bekannten Breitband-Verbindungen an Land. Diese Technik ist zwar nicht neu auf der Harmony of the Seas, sondern wurde auf der Quantum-Class bereits eingeführt, begeistert aber immer noch wie am ersten Tag durch eine atemberaubend schnelle Datenübertragung. Die Zeiten, in denen man stundenlang seine Mails abrufen oder Urlaubserlebnisse in elend langsamer Zeitverzögerung den Lieben daheim mitteilen konnte, sind vorbei.  Hier geht wirklich die Post ab, das ist kein leeres Werbeversprechen! Die Tarife für das schnelle Internet richten sich nach dem gebuchten Paket und beinhalten unterschiedliche Datenvolumen. Die Preise für die so genannten „Voom-Flatrates“ beginnen bei 12,99 Dollar für ein Gerät pro Tag und reichen bis zu 17,99 Dollar pro Gerät und Tag. Meldet man mehr Geräte an oder bucht bereits vor der Kreuzfahrt, so gibt es gestaffelte Rabatte.

  • komplette Bildergalerie zur Harmony of the Seas >>Link<<
  • YouTube Video von Bord der Harmony of the Seas >>Link<<

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