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Schiffsbewertung und Eindrücke von Bord der MS FRAM von den HURTIGRUTEN

Autor: Team kreuzfahrten-mehr.de am 23.05.2013

Schiffsbewertung und Eindrücke von Bord der MS FRAM von den HURTIGRUTEN im Hafen Hamburg am 23. Mai 2013

Fram 23.05.2013

Foto: MS Fram beim Einlaufen in den Hamburger Hafen am 23.05.2013

Seit einigen Wochen nun ist die FRAM der norwegischen HURTIGRUTEN wieder in unseren Gewässern zu sehen. Einige Male schon hat sie in diesem Jahr den Hamburger Hafen besucht oder den Nord-Ostsee-Kanal durchquert.

In diesem Zusammenhang tauchte oft die Frage auf „Wie sieht es denn an Bord dieses außergewöhnlichen Schiffes aus?“

Nachdem wir die FRAM heute, am 23. Mai 2013, am frühen Morgen zunächst auf der Elbe begrüßt haben => Bildergalerie, sind wir in Hamburg an Bord gegangen und haben uns dort genauer umgesehen.

Wie wir bereits am 12. April in einem => Bericht über die FRAM ausführlich geschildert haben, wird das im Jahr 2007 gebaute, 11.647 BRZ große und 114 m lange Schiff überwiegend auf ausgefallenen Routen mit Expeditionscharakter eingesetzt, die von herkömmlichen Kreuzfahrtschiffen nicht befahren werden.

Der Zugang zur MS FRAM erfolgte über das Promenadendeck (Deck 5) mittschiffs. Der erste Eindruck war durchweg sehr positiv. Aufgrund eines Passagierwechsels in Hamburg bestand die Möglichkeit, die unterschiedlichen Kabinenkategorien in Augenschein zu nehmen. Angefangen von den Innenkabinen über die Außenkabinen bis hin zu den Suiten. Beachtlich fanden wir, dass alle Kabinen mit Flatscreen TVs ausgestattet waren und die Bäder jeglichen Komfort eines Kreuzfahrtschiffes boten.

Foto: Beispiel einer Innenkabine mit 3er Belegung an Bord der MS Fram

Kleines Manko – die Duschvorhänge, welche sich bei Seegang gerne bewegen und am Körper kleben bleiben. Selbst Minibar bzw. Kühlschrank gehören zum Standard. Die Kabinen 342 und 346 sind rollstuhlgerecht ausgestattet und verfügen über barrierefreie Kabinen- und Badzugänge. Die Betten sind in der Höhe verstellbar und die Tische können bequem mit dem Rollstuhl unterfahren werden.

Foto: Das Bad einer der beiden rollstuhlgerechten Kabinen der MS Fram

Zwei Damen aus der Reisebranche unterhielten sich angeregt darüber, dass die Suiten auf der Mein Schiff 1 ja erheblich größer wären und dazu noch preiswerter…  wir lassen diesen haarsträubenden Vergleich unkommentiert. Insbesondere die 6-10m² großen Innenkabinen sind bei 4er Belegung allerdings wirklich nichts für bewegungsfreudige Kabinenbewohner.

Foto: eine der Grand-Suiten (37m²) mit Balkon

Aber letztendlich halten sich die Passagiere der MS FRAM meist in den öffentlichen Bereichen auf und befinden sich auf einer Expeditionskreuzfahrt in legerer und zwangloser Bordatmosphäre und nicht auf einer Luxuskreuzfahrt. Die insgesamt vierzehn Suiten und sechs Grand-Suiten der MS FRAM erfüllen unserer Meinung nach alle Erwartungen der Reisegäste; die Grand-Suiten überzeugen dazu mit einem eigenen, windgeschützten Balkon und Blick auf das Fahrwasser. In Größe und Ausstattung brauchen sie sich nicht hinter den Balkonen von „normalen“ Kreuzfahrtschiffen zu verstecken. Im Gegenteil – zwei Stühle, zwei Ablagen für die Füße und ein Tisch finden problemlos Platz.

Foto: Beispiel einer Außenkabine (8-13m²) der MS Fram in 2er Belegung

Auf Deck 8  steht einem Saunabesuch nichts im Wege. Danach kann man vom Aussichtsdeck ungehindert die Landschaft, bzw. die Tierwelt der Region beobachten. Möglich macht dies eine spezielle Konstruktion, eine Art Podest, auf das der Expeditionskreuzfahrer steigen und so über den gläsernen Windschutz hinüberschauen und auch fotografieren kann. Spätestens jetzt wird klar – die MS FRAM ist kein „normales“ Kreuzfahrtschiff! Auf fast allen Kreuzfahrtschiff-Neubauten bekommt man leider eher das Gefühl vermittelt, hinter einem Glaskäfig zu sitzen wie auf einem Schiff zu reisen.

Foto: freie Sicht garantiert - auch über die Verglasung hinaus!

Deck 7 beherbergt ein großzügiges Sonnendeck mit einer Vielzahl an Stühlen und Liegen, zwei windgeschützten Sitzecken, zwei Freiluft-Whirlpools, einen umfangreich ausgestatteten Fitness-Raum sowie einen Panorama-Salon. Besonders in kalten Regionen findet jeder Reisende seinen Liegestuhl und sein stilles Plätzchen von dem aus er seinen Blick auf die vorbeiziehende Landschaft richten kann.

Foto: Panorama-Salon "Qilak" mit freier Sicht auf Landschaft und Tiere

Natürlich bietet eine kleine Bücherei bzw. Buchecke auch eine Reihe von Leselektüre an. Der Panorama-Salon mit dem Namen „Qilak“ (grönländisch „Himmel“) begeistert tatsächlich mit einer 180 Grad Rundumsicht durch riesige Panoramafenster bis zur Decke. Die Bar des Panorama-Salons ist hervorragend bestückt mit Spirituosen, Weinen, Bieren und alkoholfreien Getränken.   

Foto: einer der beiden Freiluft-Whirlpools und Sonnendeck der MS Fram

Begibt man sich nun auf Deck 4 der MS FRAM, so stößt man auf eine großzügig dimensionierte Lobby, eine Rezeption mit Infotheke, gemütliche Sitzgelegenheiten, ein Internet-Café, diverse Vortragsräume, ein rustikales Bistro mit kleinem Shop und ein Buffet.

Foto: gemütliche Sitzgelegenheiten im Bereich der Rezeption - im Hintergrund die Vortragsräume und Bistro

Die Vortragsräume werden entsprechend für Lesungen und Vorträge über die einzelnen Destinationen genutzt. Das Bistro kann zusätzlich zu einem großen Lesungsraum mit Leinwand und Beamer umgestaltet werden. Vom Treppenhaus ausgehend in Richtung Heck durchquert man die Arkade mit Sitzgelegenheiten, maritimen Accessoires und  Kunstgegenständen.

Foto: Blick in Richtung Arkade mit Sitzgelegenheiten und freier Sicht auf das Meer

Apropos Kunstwerke – besonders stolz ist man an Bord über die große Anzahl an ausgestellten Kunstwerken, welche in erster Linie von Künstlern aus der Arktis stammen. Insgesamt stellt sich so ein tolles Gesamtkunstwerk dar, welches in jedem Fall einzigartig ist.

Das Imaq-Restaurant (grönländisch „Ozean“) im hinteren Teil der MS FRAM bietet von jedem Platz aus einen wunderbaren Blick auf das Meer. Zum Frühstück und Mittagessen gibt es keine festgelegten Plätze, was eine lockere Atmosphäre schafft. Die Menüs an Bord werden mit regionalen und frischen Zutaten zubereitet, was garantierte Abwechslung  verspricht. Wir konnten auch einen Blick in die Bordküche werfen, in der bereits das Mittagessen für die neuen Gäste zubereitet wurde. Natürlich haben wir uns auch selbst von der freien Aussicht aller Tische auf das Meer überzeugt. Direkt am Heck steht sogar ein kleiner Balkon zur Verfügung auf dem es sich unter freiem Himmel speisen lässt.

Foto: ein Teil des Imaq-Restaurants der MS Fram

Überhaupt verfügt die MS FRAM über eine sehr großzügig dimensionierte Freifläche und riesige Außenbereiche. Mancher Sonnenanbeter und Liebhaber warmer Regionen wird sich fragen, wofür ein Schiff dieser Art so viel Freifläche benötigt und nicht zum Beispiel ein weiterer Panoramasalon eingerichtet wurde. Die Antwort ist ganz klar – die Nähe zur Natur kann man nur unter freiem Himmel spüren! Und genau das wollen die Gäste der MS FRAM. Entspannung und tolle Entdeckungen stehen im Mittelpunkt einer jeden Reise, nicht das Unterhaltungs- oder Showprogramm. Das Showprogramm ist hier die Natur.

Jeder Passagier erhält natürlich auch warme Decken und auf Expeditionen auch besondere Iso-Bekleidung.

Foto: vor Wind geschützte Sitzmöglichkeiten im Außenbereich

Was man zunächst nicht vermuten mag – auch Kinder kommen an Bord nicht zu kurz. Sofern sie denn an Bord sind. Auf Antarktis-Kreuzfahrten gilt das Mindestalter von 5 Jahren, auf allen anderen Kreuzfahrten und Expeditionsreisen gibt es keine Altersbeschränkung. Der Kapitän trifft aber immer die letzte Entscheidung, ob Kinder an bestimmten Anlandungen teilnehmen dürfen oder nicht. Sicherheit hat oberste Priorität.

Foto: die Sonnendecks bieten viel Platz und Nähe zur Natur

Auch wenn uns die MS FRAM schon zu diesem Zeitpunkt von ihrer Bestimmung als perfektes Expeditionsschiff überzeugt hat, gibt es einen Raum, den wir bislang nicht erwähnt haben – das „Autodeck“. Natürlich haben wir uns auch hier umgesehen und allerspätestens jetzt ist man überzeugt davon – die MS FRAM ist ein echtes Expeditions-Kreuzfahrtschiff und gerüstet für die kalten Regionen dieser Erde. Im Gegensatz zu regulären Kreuzfahrtschiffen, welche nie für die extremen Regionen gebaut wurden und sich nur sporadisch in der Antarktis, Grönland oder Spitzbergen aufhalten, findet man auf dem Autodeck das komplette Expeditions-Equipment. Dazu zählen auch die großen Polarcircel-Boote, welche wir an Deck schon vermisst hatten. Bei detaillierter Betrachtung wird schnell deutlich, dass sich diese Spezialboote aufgrund ihrer Robustheit und Konstruktion bestens im Eis und für Anlandungen bewährt haben. Gerade gegenüber regulären Zodiacs bieten sie ein Plus an Sicherheit und Robustheit für die Passagiere bei den Anlandungen.

Foto: die Polarcircel-Boote auf dem Autodeck

Wetterschutzkleidung für alle Passagiere, Tauchausrüstungen, Zelte und Bunkervorräte finden auf dem ursprünglichen Autodeck Platz. Die Unterbringung der Polarcircel-Boote im Schiffsinneren schont letztendlich auch das Material bzw. macht die Boote unempfindlich gegen Seeschlag, Sturm und witterungsbedingten Verschleiß.

Foto: Wetterschutzkleidung im Lager auf dem Autodeck

Nachdem wir nun alle Räume inspiziert haben, sind wir absolut begeistert von diesem Schiff. Was wir persönlich in diesem Zusammenhang wichtig finden – es vermittelt auch ein großes Gefühl an Sicherheit. Dazu trägt nicht nur der verstärkte Rumpf für Eisfahrten bei sondern auch die komplette Ausrüstung an Bord, die Schiffskonstruktion mit dem hohen und stabilen Bug sowie das erfahrene Personal mit dem wir noch einige Worte wechseln konnten. Speziell bei den Antarktis-Kreuzfahrten ist ja inzwischen eine Preisschlacht ausgebrochen, was der Region überhaupt nicht gerecht wird. Wir sind der Meinung, dass man für die Bereisung von Extremregionen ruhig einen Euro mehr anlegen und nicht dem günstigsten Schnäppchen hinterherlaufen sollte. Jeder Euro mehr für die Reise mit einem „echten“ Expeditionsschiff wird gut angelegt sein. Und die MS FRAM wurde nicht eben schnell zu einem Expeditions-Kreuzfahrtschiff umfunktioniert sondern als solches konstruiert und gebaut.

Foto: das Autodeck dient als großes Lager für das Expeditions-Equipment

Weitere Einzelheiten zur MS FRAM erfahren Sie gerne beim Team von Kreuzfahrten-mehr.de!

  • Die komplette Bildergalerie der MS Fram Schiffsbesichtigung finden Sie HIER!