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Schiffsbewertung und Eindrücke von Bord der Carnival Legend sowie Infos zur geplanten Modernisierung "Generation 2.0"

Autor: Team kreuzfahrten-mehr.de am 12.09.2013

Wir informieren Sie nachfolgend über unsere Eindrücke einer Schiffsbesichtigung von Bord der MS Carnival Legend, die bevorstehende Modernisierung "Generation 2.0" sowie über die geplante Repositionierung vom bisherigen Basishafen Tampa in Florida nach Sydney in Australien.

Zum bevorstehenden Saisonende der Kreuzfahrtschiffe in Nordeuropa gab es noch ein kleines Highlight, auf das wir uns schon lange gefreut haben. Erstmals machte ein Schiff von Carnival Cruise Lines im Hafen von Hamburg fest. Diese Gelegenheit haben wir natürlich genutzt, wenn es auch nicht unser erster Besuch auf einem Carnival Kreuzfahrtschiff gewesen ist. Hier nun unsere Eindrücke einer Schiffsbesichtigung von Bord der Carnival Legend.

Carnival Legend auslaufend Hamburg am 09. September 2013

Foto: die Carnival Legend auf der Elbe

Die Carnival Legend gehört zur so genannten „Spirit Klasse“ und hat noch drei Schwesterschiffe, die Carnival Pride, Carnival Spirit und die Carnival Miracle. Die Kreuzfahrtschiffe sind jeweils 293 m lang und haben 85.942 BRZ. Insgesamt finden jeweils 2.667 Passagiere an Bord Platz.

Auch wenn wir nicht zum ersten Mal an Bord eines Carnival Schiffes gewesen sind, so waren wir dennoch gespannt auf die Einrichtung, die Farbgebung, den Schiffszustand und das Essen an Bord.

Schon sehr früh machte die Carnival Legend am 09. September 2013 am Cruise Terminal in Altona fest. Das Wetter begrüßte die Kreuzfahrtgäste eher typisch Norddeutsch mit Dauerregen und kühlen Temperaturen.

Positiv zurückhaltend im Design empfing uns das im Jahr 2002 in Dienst gestellte Kreuzfahrtschiff. Wieder einmal bestätigte sich, dass die Kreuzfahrtschiffe von Carnival nicht automatisch kitschig und bunt eingerichtet sein müssen.

Die Decks 11 und 12 sind reine Freidecks mit viel Platz für Sonnenliegen. Auf Deck 11 im Heckbereich können sich Kinder im Kids Pool und auf einer Wasserrutsche vergnügen, im Bugbereich steht ein Minigolfbereich zur Verfügung. Am frühen Nachmittag hatte zum Glück der Regen nachgelassen und wir konnten uns dort noch umsehen.

Foto: die große Lobby mit Bar

Im vorderen Bereich von Deck 10 sowie auch auf Deck 9 befindet sich der SPA Carnival mit diversen Fitness-Geräten und Whirlpool. Auch wenn der SPA Bereich in seiner Größe nicht mit den gigantischen Erholungsoasen der neuesten Schiffgeneration mithalten kann, so besticht er durch ein luftiges und großzügiges Erscheinungsbild über zwei Decks. Vor 11 Jahren war das ein echter Hit! Fast überall bietet sich ein schöner Meerblick und aufgrund diverser Renovierungen in den letzten Jahren erkennt man keine nennenswerten Verschleißspuren.  Ebenfalls auf Deck 10, direkt neben dem SPA Bereich und abseits von Kabinen, steht den Jugendlichen von 15 bis 17 Jahren der Club O2 zur Verfügung. Hier können die Jugendlichen tanzen, Musik hören, Videospiele spielen, Filme anschauen, exklusive Partys feiern sowie an altersgerechten Aktivitäten teilnehmen. Natürlich steht immer geschultes Personal zur Verfügung und hält ein Auge auf das Treiben der Teens. Schön gemacht ist die chillige Lounge in diesem Bereich.

Foto: Club O2

Das Kinder- und Jugendprogramm steht auf allen Kreuzfahrtschiffen zur Verfügung. Carnivals betreutes Kinderprogramm nennt sich Camp Carnival und ist in drei Altersstufen unterteilt. Die Bereiche sind auch voneinander getrennt und auf verschiedenen Decks untergebracht. Die Unterteilung der Altersstufen ist von 2-5 Jahren, von 6-8 Jahren und von 9-11 Jahren. Darüber hinaus steht den 12-14-jährigen der Club Circle „C“  und den 15-17-jährigen eben der Club O2 zur Verfügung. Das jeweilige Angebot und die Öffnungszeiten richten sich entsprechend nach dem Alter der Kinder und Jugendlichen.

Die beiden Pools auf Deck 10 sind ausreichend groß, ebenso die zur Verfügung stehende Fläche für Sonnenliegen. Einer der Pools kann mit einem Magrodome Glasdach verschlossen oder geöffnet werden. Damit ist die Carnival Legend allwettertauglich und kann auch in kühleren Regionen wie Alaska oder Nordeuropa eingesetzt werden.

Foto: einer der Pools der Carnival Legend ist mit einem auffahrbaren Glasdach (Magrodome) versehen

Das Unicorn Café Lido Restaurant sowie das Lido Café machen zunächst einen relativ kleinen Eindruck. Allerdings kann, wie auch auf anderen Kreuzfahrtschiffen, der überdachte Poolbereich mit genutzt werden. Letztendlich stehen dann relativ viele Plätze zur Verfügung. Zum Heck hinaus kann man an der Unicorn Bar gesellige Stunden verbringen oder sich im Serenity Bereich so richtig erholen. Dieser kostenfreie und abgetrennte Erholungsbereich ist ausschließlich für Erwachsene ab 21 Jahren reserviert. Natürlich steht auch hier wieder ein separater, großer Pool zur Verfügung. Der Bar Service sorgt dafür, dass der Kreuzfahrtgast sein Sonnenbad mit einem leckeren Getränk von der Bar verbinden kann.

Foto: Teil des Unicorn Café Lido Restaurant

Die Decks 8 bis 5 sind reine Kabinendecks, mit Ausnahme des auf Deck 5 im Bugbereich untergebrachten Camp Carnival. Ein Deck darunter, auf Deck 4 liegt dann die bereits beschriebene Circle „C“ Lounge sowie eine Video Arcade. Das Follies Theater erstreckt sich über drei Decks und wird auf Deck 3 von einer Innenpromenade, der Enchanted Forest Interior Promenade, umrundet. Diese Promenade ist einerseits ein Rückzugsort mit Sitzmöglichkeiten und großen Fenstern, andererseits auch der Zugangsweg zur Circle „C“ Lounge. Das Design vermittelt den Eindruck, sich in einem Wald bzw. unter einer Allee von Bäumen zu befinden. Irgendwie typisch amerikanisch, kitschig aber dennoch ansprechend und gemütlich.

Foto: die Enchanted Forest Interior Promenade

Deck 2 und 3 sind das Herz der Carnival Legend, hier spielt sich ein Großteil des Bordlebens ab. Neben so klassischen Einrichtungen wie einer Bücherei, einer Kapelle und einem Casino findet der Kreuzfahrtgast den Rodeo Drive mit diversen Shops, eine große Fotogalerie und natürlich das Hauptrestaurant Truffles, welches sich über zwei Decks erstreckt. Zwischen den vielen Bars, Cafés und Clubs sticht die Sports Bar besonders hervor. Dort werden Sportereignisse live übertragen.

Foto: das große Hauptrestaurant Truffles erstreckt sich über zwei Decks

Der angrenzende Jazz Club erinnert in seinem Design und Mobiliar eher an einen Süddeutschen Biergarten als an einen Jazz Club, überzeugt aber gerade deshalb absolut. Dunkle Granittische, helle Holzbänke und passende Holzstühle harmonieren mit dunklem Metalldekor und Holzvertäfelungen. Keine Spur von Prunk, Protz und Plastik. Die Ventilatoren an der Decke erfüllen zwar nicht ihre Aufgabe aber runden das Gesamtbild in jedem Fall sehr schön ab.

Foto: der Jazz Club

Das Casino hatten wir irgendwie größer erwartet und die Lobby trifft in ihrer Form und Farbgebung dann schon eher den amerikanischen Geschmack. Zwar stimmt das Farbkonzept aber man fühlt sich eher wie in einem Hotel in Las Vegas als auf einem Kreuzfahrtschiff.

Foto: Sports Bar

Angeblich wählte der Innenarchitekt Joseph (Joe) Farcus als Designthema die griechische Mythologie. Zwar sind wir auf dem Gebiet keine Spezialisten aber nach beratenden Gesprächen mit anderen Gästen teilen wir die Meinung, dass eher italienische Elemente auf dem  Schiff zu finden sind. Natürlich immer mit dem Hintergedanken, dass man meist Publikum aus dem US-Markt anspricht. Wie auch immer, insgesamt gefällt die Carnival Legend. Daran ändert sich nichts, auch wenn das Golden Fleece Steakhouse von einem Glasdach mit rot getönten Scheiben überspannt wird und der komplette Innenraum daher einen roten „Farbstich“ aufweist. Bei diesem Glasdach handelt es sich um einen Teil des Schornsteins unter dem sich das Steakhouse befindet. Zugleich lässt diese große Glaskuppel auch Licht in das Atrium scheinen, welches von Deck 11 bis zur Lobby auf Deck 2 reicht.

Foto: Blick vom Golden Fleece Steakhouse hinunter durch das Atrium

Wie auf jedem anderen Kreuzfahrtschiff auch, erhält der Kreuzfahrtgast täglich eine Bordzeitung mit allen Informationen zum Tagesprogramm, den Öffnungszeiten der Restaurants und Bars sowie zu weiteren Aktivitäten. Auf  den Carnival Kreuzfahrtschiffen heißt diese Bordzeitung „Fun Times“. Und auch wenn Carnival Cruise Lines nicht so auffällig damit wirbt wie andere Reedereien, gibt es Speisekarten, Tagesprogramme und eine Informationsbroschüre „Wissenswertes an Bord“ in deutscher Sprache! Dennoch sollte man der englischen Sprache mächtig sein wenn man mit einem Schiff von Carnival Cruise Lines eine Kreuzfahrt macht.

Foto: das Follies Theater erstreckt sich über 3 Decks

Im Vergleich zu anderen Kreuzfahrtreedereien sind bei Carnival Cruise Lines erheblich mehr Leistungen im Reisepreis enthalten. Dazu zählen neben den sonst obligatorischen Trinkgeldern auch ein Kabinenservice rund um die Uhr, der Serenity Ruhebereich am Heck, die Sushi Bar und diverse Getränke zu den Mahlzeiten im Buffetrestaurant. Zuletzt waren wir recht enttäuscht darüber, dass es auf der MSC Magnifica lediglich Eiswasser kostenfrei gibt und selbst auf Nachfrage nicht mal Früchtetee. Da hat man auf der Carnival Legend erheblich mehr Auswahl. Neben Eistee und Limonade stehen diverse Teesorten und auch Kaffee kostenfrei zur Auswahl. Auch wenn Spezialitätenrestaurants wie das Steakhouse (35 US$ p. P.) extra kosten, bekommt man als Gast nicht gleich das Gefühl in einer Abzockfalle zu stecken. Spezielle Getränkepakete werden an Bord natürlich auch angeboten, diese sind aber bedingt durch die maximale Menge an Getränken pro Tag deutlich günstiger als bei vielen Mitbewerbern. So kann man zum Beispiel ein Soda-Paket für 7 US$ p. P./Tag kaufen und kann dann ohne Limit alle kohlensäurehaltige Getränke (z.B. Cola/Fanta) bestellen. Ähnliche Pakete gibt es auch für Bier und Cocktails.   

Foto: Golden Fleece Steakhouse mit Blick durch große Panoramascheiben auf Sonnendeck und Meer

Wie die meisten US-Kreuzfahrtschiffe ist auch die Calrnival Legend absolut geeignet für Rollstuhlfahrer. Alle öffentlichen Bereiche sind barrierefrei und ohne Hilfe mit einem Rollstuhl erreichbar. Insgesamt stehen 16 Fahrstühle zur Verfügung.

Die Kreuzfahrtschiffe von Carnival Cruise Lines sind bekannt dafür, sehr kinderfreundlich zu sein. Darüber hinaus wird aber auch Babysitting angeboten! Die Betreuung findet im Camp Carnival statt und beinhaltet auch das Bereitstellen von Kissen, Decken und Kinderbetten. An Tagen mit Landausflügen gibt es eine spezielle Morgenbetreuung auch für Kinder unter 2 Jahren! Von der Ankunft im Hafen bis 12 Uhr mittags sorgt ausgebildetes Fachpersonal dafür, dass sowohl die Eltern wie auch die Kinder eine wunderbare Zeit an Bord und an Land verbringen können.

Wer gerne seinen Urlaub in entspannter Atmosphäre ohne Kleiderzwänge mit internationalen Gästen verbringt, der wird sich an Bord eines der Carnival Kreuzfahrtschiffe in jedem Fall wohl fühlen. Für treue Dauerkunden bietet Carnival ein spezielles Bonusprogramm an, was natürlich bei anderen Reedereien auch der Fall ist.

Foto: der nicht überdachte Pool mit dem geschlossenen Magrodome im Hintergrund

Da sich die Carnival Legend auf einer regulären Kreuzfahrt befand und ausgebucht war, konnten wir keine Kabinen besichtigen. Zumindest nicht offiziell. Immer wieder hatten wir allerdings die Chance, vom Kabinengang aus in die Kabinen zu schauen die gerade gereinigt wurden. Die kleinsten Innenkabinen sind immerhin 17m² groß und liegen damit über dem Standard manch anderer Kreuzfahrtschiffe. Zur Standardausstattung gehören verstellbare Betten (entweder Einzelbetten oder King Size), Flat TV, Telefon, WiFi Empfang, 220 Volt Steckdose, regelbare Klimaanlage, Bademäntel, Pool- und Strandtuch, Fön, Minibar (nicht in allen Kategorien auf allen Schiffen) und Safe.

Die Carnival Legend wird vorerst nicht wieder in Nordeuropa zu sehen sein. Das Schiff wird nach einer grundlegenden Renovierung im Februar 2014 vorerst noch Karibik Kreuzfahrten von Tampa aus anbieten und ab der dann folgenden Sommersaison in Australien zu Kreuzfahrten ab/bis Sydney aufbrechen.

Die Überführungsfahrt von Florida nach Sydney startet am 17. August 2014 in Tampa, Florida und führt zunächst nach Grand Cayman, Kolumbien, durch den Panama-Kanal, Costa Rica und Mexico bis nach Los Angeles in Kalifornien. Die Kreuzfahrt dauert insgesamt 12 Nächte und ist derzeit noch für unter 1.400,-- EUR p. P. ohne An-/Abreise buchbar.  

Foto: die Carnival Legend bietet oberhalb der Brücke eine Aussichtsgalerie ohne Sichtbehinderungen!

Im Anschluss startet die Carnival Legend am 30. August 2014 von Los Angeles aus in Richtung Sydney. Diese Trans-Pazifik-Kreuzfahrt führt über Mexico, beinhaltet eine Äquatorüberquerung und geht dann weiter zu den Trauminseln von Französisch Polynesien, zu den Fiji Inseln und Neukaledonien bis zum Zielhafen Sydney. Neben der Äquatorüberquerung wird während dieser 22-Nächte Transpazifik Kreuzfahrt mit der Carnival Legend auch die Datumsgrenze überquert. Die Reisepreise liegen ohne An-/Abreise derzeit bei unter 2.000,-- EUR p. P.!

Die Carnival Legend ist übrigens nicht das einzige Schiff der Flotte, welches grundlegend für mehrere Millionen Euro renoviert wird. Der Umbau ist lediglich Teil des laufenden, flottenweiten Modernisierungs-Programms „Generation 2.0“.   

Foto: der Serenity Bereich für die Erwachsenen am Heck

Nach dem Umbau wird die Carnival Legend auch über die markanten Einrichtungen an Bord verfügen, die auf  den neueren Schiffen bereits zum Standard gehören. Das sind zum Beispiel das Fahrenheit Steakhouse, die Sushi Bar Bonsai, die Cucina del Capitano, die Blue Iguana Cantina und die RedFrog Rum Bar.

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