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Reisebericht MS Artania von Hamburg nach Rotterdam und Amsterdam

Autor: Gastautor Gerd Ramm am 13.12.2014

Reisebericht  MS Artania vom 9.12. bis 13.12.2014

Hamburg-Rotterdam-Amsterdam-Hamburg

von Gerd Ramm

 

Wir haben es in diesem Jahr mit dem Sturm zu tun. Im September auf der Amadea hatten wir bei der Hin-und Rückfahrt nach Norwegen jeweils Windstärke 11 mit entsprechendem Seegang. Bei dieser Fahrt mit der Artania war es nicht viel anders, aber davon später mehr.

MS Artania

Die Artania kam später aus der Werft als vorher angedacht, machte dann in der Nordsee einige Testfahrten und kam auch später als gedacht in Hamburg an. Dadurch war es der Bordcrew nicht mehr möglich, im Terminal die Schalter für das Einchecken aufzubauen und man entschied sich, das Einchecken an Bord zu machen. Im Terminal war natürlich alles so abgesperrt ,damit die Schalter Platz hätten dadurch passten aber die 1200 Passagiere nicht ins Terminal. So verlief alles etwas chaotisch, bis man sich endlich entschloß, auch den freien Innenraum zu öffnen. Da man dann auch noch nur zwei Geräte zum Durchleuchten hatte , trug es auch noch zum Chaos bei.

Als wir als fast Letzte an Bord kamen, ging aber das Einchecken in der Atlantik Showlounge sehr zügig, wir hatten aber das Grillwürstchen an der Kopernikusbar oder die Tee- und Kaffeestunde verpasst.

Die Rettungsübung mußte später stattfinden, weil es zu lange gedauert hatte, bis Alle an Bord waren.

Entsprechend groß war unser Appetit, als wir um 18 Uhr ins Artania Restaurant gingen. Wir wählten dies, weil sicher alle in das neu gestaltete 4 Jahreszeiten wollten, aber dafür war noch Tage Zeit.

Mittwoch 10.12.2014 Rotterdam

Wie ich anfangs schrieb, wir hatten es mit dem Sturm, so auch bei dieser Nacht. zu tun. Es war wieder Windstärke 11 sodass die Artania ziemlich in Wanken kam. Im Vergleich zur Amadea, die ja 16 000 BRZ kleiner ist, sind die Schwankungen sehr viel geringer, aber das Rollen des Schiffes ist bei der Artania spürbarer. Wir überstanden auch diese Nacht unbeschadet und nun wollten wir das neue 4 Jahreszeiten uns ansehen. Das Frühstück lockte mit einem Shrimps Omelette, das köstlich schmeckte. War ich skeptisch, ob das Restaurant nicht zu modern werden würde, wurde ich angenehm überrascht. Man hat Tische und Servicebereiche anders angeordnet, sodass man am Frühstücksbufett jetzt mehr Platz hat. Das Restaurant ist sehr viel heller geworden, man hat dort Licht, wo man es braucht. Es herrscht aber trotzdem eine warme, gedämpfte Atmosphäre. Ich meine, Artania Restaurant und 4 Jahreszeiten sind absolut vergleichbar, sodass es mir schwer fällt, eins als Lieblingsrestaurant zu erwählen. Es ist eine gute Mischung von 2er, 4er und 8er Tischen entstanden, die weit genug auseinanderstehen, damit die Servicekräfte problemlos bedienen können.

Um 10 Uhr lockte der "Maritime Frühshoppen" an der Kopernikusbar mit Austern und anderen Meeres-Spezialitäten. Es war zwar immer noch sehr windig, aber das kann einen Seemann nicht erschüttern. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass wetterbedingte Ausfälle bei den Passagieren die Ausnahme waren.

Die Bodega, ehemals als Weinlokal konzipiert und meistens leer, hat sich zu einer Hafenklause/Holland Kroeg Lokalität entwickelt. Es herrscht jetzt sehr viel mehr Leben dort.

Überhaupt hat die Küche auf dieser Fahrt Schwerstarbeit geleistet. Es war praktisch täglich abends Galaessen, zweimal Frühschoppen, zweimal Gourmetfrühstück u.a. mit Filetsteak, jeweils Früchte- und ein Dessertbufett am späten Abend. 11 Uhr Boullion "mit Schuß", täglich Leckereien in der Bodega  und das alles ohne Zuzahlung! Es wird sehr oft Trinkbares  angeboten, sodass die Barrechnung sehr niedrig ausfällt und das bei den moderaten Preisen.

Die Pazifiklounge bekam neue Fenster und wurde grundsaniert. Oberflächlich betrachtet blieb alles beim Alten, sie strahlt aber viel heller, obwohl die Decke jetzt dunkel ist. Leider wurde die "Niewiederkommrauscouch" nicht erneuert, aber man hat ja auch andere Sitzmöglichkeiten.

Aber die kostenintensivste Hauptsache der Renovierung  war der Motor und da kann ich nur Lobendes verkünden. Die Vibrationen sind jetzt so, wie sie auf neueren Kreuzfahrtschiffen unter Motor auch sind. Beim Ab- und Anlegen machen sich nur die Bug- und Heckstrahler bemerkbar, aber auch das ist kein Vergleich gegen Vorher. Man kann jetzt getrost eine Kabine im hinteren Bereich wählen.

Donnerstag,11.12.2014

wir sollten in Amsterdam sein. Der Sturm hatte nicht nachgelassen und so entschloß sich Kapitän Thorn in Rotterdam zu bleiben. Es wäre unmöglich gewesen, die engen Schleusen von Ijmuiden zu passieren, ohne dass die Artania Schaden nimmt. Es soll jetzt endlich eine größere Schleuse gebaut werden.  Es wurden die Ausflüge Amsterdam von Rotterdam aus organisiert und wir hätten einen kostenlosen Shuttle nach Amsterdam nehmen können. Da wir aber mehrere Male dort waren, nahmen wir den von der Stadt angebotenen kostenlosen Shuttle in die Stadt Rotterdam. Leider war das Wetter nicht berauschend, aber für eine kurze Sightseeingtour  reichte es allemal.

Um 17 Uhr fuhren wir ab und es war geplant, dass der Lotse nach getaner Arbeit von einem Helikopter abgeholt werden sollte. Dies wurde dann auch mehrmals versucht, war aber zu gefährlich und wurde abgebrochen. Der Lotse mußte nun bis Hamburg an Bord bleiben. Es wurde ein wildbewegter Abend und eine Nacht wieder mit Windstärke 11. Wir sind aber nicht seekrank geworden, haben dem Magen immer etwas angeboten und haben eine schöne Zeit auf dem Schiff verbracht. Die Künstler in der Showlounge mußten improvisieren, weil Artistik bei dem Seegang unmöglich war.

Freitag 12.12.2014 :

Nachdem wird der Elbe immer näher kamen, beruhigten sich auch die Schiffsbewegungen. Das  Wetter war weiterhin schön scheußlich und so wurde der Frühschoppen ins mit neuen Teppichen versehene Atrium verlegt. Die Räumlichkeit ist groß genug und so kam Jeder, der wollte, auf seine Kosten bei Freibier.

Sonnabend 13.12.2014:

Ganz in Ruhe genossen wir das Sektfrühstück (auch im Preis inbegriffen) mit Lachs und anderen Köstlichkeiten. Danach unternahmen wir noch einen Rundgang über das Schiff und ich filmte einige Kabinen, die schon soweit hergerichtet waren. Auf YouTube werde ich die Renovierungen noch filmisch darstellen.

Fazit:

Die schöne Artania ist jetzt noch schöner geworden. Man kann aus einem Altbau keinen Neubau machen, aber die beiden großen Renovierungen 2011 und 2014 haben das Schiff enorm aufgewertet. Bei der guten Küche hat sie 4 Sterne verdient. Die beiden Restaurants sind absolut gleichwertig und da das Lido damals schon renoviert wurde hat das Schiff drei schicke Restaurants. Die neuen Bäder in sehr vielen Kabinen gefallen mir sehr gut. Sie sind hell, die Dusche ohne Tür ist sehr praktikabel.

Ein Ärgernis ist die Rauchbelästigung in der Casablanca bar und der Pazifiklounge. Hier sollte man über eine räumliche Trennung nachdenken wenn man z B das Kino als Havanna bar umbaut oder einen Teil der Pazifiklounge durch eine Glaswand abtrennt.

Da die Passagiere zum größten Teil älter und empfindlicher sind, sollte man die Musik nicht so laut und schrill darbieten. In der Pazifiklounge war schon nachmittags Diskolautstärke, sodass man sich nur durch Schreien verständigen konnte.

Auf dieser Fahrt wurde kein Galaabend angeboten. Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka entschuldigte sich dafür und verstehen kann ich es vollends. Es waren auf der Fahrt im Hintergrund noch einige Handwerker tätig, das Wetter warf die ganze Organisation durcheinander und auf der ersten Fahrt nach so einem langen Werftaufenthalt gibt es viele Unwägbarkeiten auch mit neuem Personal. Ich sprach z B mit eine Offizierin, die frisch von der Deutschland kam. Wenn ich diese Fahrt mit der Tauffahrt 2011 vergleiche, so ist doch alles irgendwie gelaufen und wir hatten zu einem niedrigen Preis eine sehr schöne , interessante Fahrt.

Artania wir kommen wieder, Fahrten für 2015 und 2016 sind schon gebucht.