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Norwegian Escape: Mit dem ersten Kreuzfahrtschiff der „Breakaway-Plus-Klasse“ auf Kurzkreuzfahrt Teil 2

Autor: Team kreuzfahrten-mehr.de am 07.11.2015

Teil 2 von 2 (>>hier<< zurück zu 1)

Begeben wir uns auf die oberen Decks. Zwischen Deck 9 und 15 befinden sich fast ausschließlich Kabinendecks. Alle Fotos der unterschiedlichen Kategorien finden Sie >>hier<<.

Eine Ausnahme stellt die Studio Lounge auf Deck 11 dar.

Deck 11 beherbergt die Studio Lounge, einen exklusiven Bereich, der sich jetzt nur noch über ein anstatt bisher über zwei Decks erstreckt und zum Relaxen einlädt. Fernsehen, lesen, leckere Cocktails trinken oder unterhaltsame Gespräche führen – alles kein Problem für Gäste die ein Studio gebucht haben. Diese Studios sind mit einer Größe von 9 m² speziell für Einzelreisende konzipiert und äußerst stylisch eingerichtet. Das Bad ist in das Studio integriert, verfügt aber über eine abgetrennte Dusche in Vollverglasung. Außerdem hat man die Möglichkeit durch ein überdimensionales Bullauge in den Kabinengang zu schauen. Dieses Kabinenfenster ist natürlich verspiegelt und von außen nicht einsehbar. Die meisten Studiokabinen sind mit einer Verbindungstür versehen.

Die Studio Lounge ist an sich zwar, im Vergleich zur „Norwegian Breakaway“ und „Norwegian Getaway“, gewachsen, aber erscheint doch insgesamt nicht mehr so großzügig wie vorher. Einige Meter mehr in der Länge ersetzen nicht das nun fehlende Atrium in der Mitte der Lounge. Aus unserer Sicht hat die Lounge durch diese Veränderung etwas an Attraktivität verloren, sie ist nun von ihrer Gestaltung her eine Lounge wie jede andere.

Studio Lounge Norwegian Escape

Foto: Studio Lounge Norwegian Escape

  • Deck 16

Beginnen wir im Buffet Restaurant Garden Café. Die Gestaltung ist ansprechend und versprüht nicht das manchmal anderswo zu findende Kantinenflair. Geschirr und Becher sind üblicher Weise aus Kunststoff, die Kaffeetassen immerhin aus Porzellan. Neu sind dabei die farblich unterschiedlichen Teller, die zuvor rein weiß waren. Die Tassen haben nun einen blauen Rand. Alle Mahlzeiten im Garden Café werden in Buffetform angeboten und sind im Reisepreis inkludiert. Die Qualität der Speisen hat uns insgesamt überzeugt, auch die kostenfreien Getränke aus dem Automaten sind durchaus genießbar. Die Sorten wechseln regelmäßig, was aber auch den Nachteil hat, dass die Favoritensorte nicht immer verfügbar ist. 

Garden Cafe Norwegian Escape

Foto: Garden Cafe Norwegian Escape

Lange Schlangen am Buffetbereich

Etwas ungünstig ist aus unserer Sicht die Anordnung der Buffetstationen, die automatisch zu einer langen Schlangenbildung führt. Will man nur eine Kleinigkeit vom Buffet haben, so ist zwangsläufig langes Schlangestehen angesagt. Sich mal eben zwischen die Mitreisenden „mogeln“ um ein einzelnes Brötchen oder eine einzelne Scheibe Wurst zu ergattern, führt zwangsläufig zu einer schlechten Stimmung unter den Wartenden. Es ist also ratsam, sich die Teller schon beim ersten Gang knallvoll zu laden, damit man anschließend keine 20 Minuten für ein einziges Croissant oder Ähnliches anstehen muss. Leider waren auch die Kaffeeautomaten morgens zur „Rush Hour“ regelmäßig leer. Immerhin wurde mit zusätzlichen, mobilen Geräten später für eine Lösung des Problems gesorgt. Bleibt zu hoffen, dass im regulären Kreuzfahrtbetrieb nicht so viele Kaffee-Genießer unter den Reisegästen sind. Fest steht, die Schlangenbildung ist kein Phänomen der Einführungsfahrten sondern dürfte auch vor Landausflügen in den Urlaubsdestinationen vorprogrammiert sein. Warum man kein anderes Konzept, zum Beispiel aus einzelnen, runden Buffetstationen einführt, ist für uns nicht recht nachvollziehbar. Der Buffetbereich wurde auch trotz gesteigerter Passagierzahl nicht vergrößert.

Buffetstationen Garden Cafe Norwegian Escape

Foto: Buffetstationen Garden Cafe Norwegian Escape

Deutliche Veränderungen im Poolbereich

Das gesamte Pooldeck zeigt sich in einem neuen Gewand und erinnert kaum noch an die beiden Pooldecks von „Norwegian Breakaway“ und „Norwegian Getaway“. Wir sind uns nicht ganz schlüssig, ob diese Veränderungen nun ein „Plus“ sind oder eben einfach nur eine logische Veränderung im Sinne der zu Beginn angesprochenen Gewinnmaximierung. Aber der Reihe nach.

Der Aqua Park für die Kinder wurde umgestaltet. Verschwunden sind die lustigen Sponge Bob Figuren – ok, das ist kein Kritikpunkt. Die neuen Wasserkanonen werden sich sicherlich größerer Beliebtheit erfreuen. Ob dagegen die großen Eimer, die sich in regelmäßigen Abständen automatisch mit Wasser füllen und dieses in einer bombastischen Kaskade in die Tiefe stürzen lassen, für den von den Planern erhofften Badespass sorgen, bleibt abzuwarten.

Kids Aqua Park Norwegian Escape

Foto: Kids Aqua Park Norwegian Escape

Im mittig platzierten Pool stören nun keine Pfeiler einer Doppelröhren-Rutsche mehr das Bild, dafür sind an der Backbordseite neue hinzugekommen. Sie gehören zur neuen Familien Rutsche Aqua Racer. Der neue Aqua Racer macht richtig Laune! Man rutscht von einem 15m hohen Turm aus auf Schwimmreifen entweder alleine oder in einem Doppelreifen gemeinsam mit dem Kind durch eine mit visuellen Lichteffekten versehene Röhre. Gleich zu Beginn führt sie sogar über die Bordwand hinaus, dieser Teil ist durchsichtig. Der Aqua Racer ist im Vergleich zu den bisherigen Kreisel-Wasserrutschen aus unserer Sicht in jedem Fall ein „Plus“, wobei auch das eine persönliche Meinung ist.

  • Wir haben ein interessantes >>Video<< zur Empfehlung, welches den Spassfaktor der Aqua Racer Wasserrutsche besonders verdeutlicht.

Aqua Racer Wasserrutsche offener Teil

Foto: Aqua Racer Wasserrutsche offener Teil

Geblieben sind die beiden Free-Fall-Wasserrutschen, die von einer Firma in Kanada entworfen wurden. Bevor man in eine Art Schutzkäfig steigt, in dem nach Ablauf eines Countdown der Boden unter den Füßen wegklappt und man im freien Fall in die Tiefe saust, muss ebenfalls der gut 15 m hohe Turm erklommen werden, an dessen oberster Etage die beiden Rutschen installiert wurden. 

Neu ist auch eine kleine Familienrutsche, verschwunden ist dafür eine Rutsche ähnlicher Bauart. Das Urteil, ob all diese Veränderungen in der Zusammenfassung nun ein „Plus“ sind oder eben einfach nur logische Veränderungen wie sie auf den Kreuzfahrtschiffen der gleichen Reederei eben üblich sind, kann jeder selbst fällen.

Komplett umgestaltet wurde der Bereich um den Main Pool bzw. den Market Place herum. Auf der „Norwegian Breakaway“ zeigten sich hier noch kleine Schwächen bei der Platzausnutzung, auf der „Norwegian Getaway“ wurde der verfügbare Raum perfekt genutzt und nun wirkt der gesamte Komplex auf den ersten Blick deutlich offener. Das liegt daran, dass die ehemals beiden Blöcke, die den eigentlichen Market Place bildeten, nun übereinander gelegt wurden. Dadurch entsteht im unmittelbaren Poolbereich eine Freifläche die für Sonnenliegen genutzt wird.

Collage Pools Norwegian Breakaway, Norwegian Getaway, Norwegian Escape

Foto: Collage Pools Norwegian Breakaway, Norwegian Getaway, Norwegian Escape

Weniger Whirlpools, kaum mehr Freiflächen

Wirklich mehr Freifläche entsteht dadurch am Ende aber nicht, denn nun fallen die beiden, auf der „Norwegian Getaway“ verfügbaren Liegemöglichkeiten oberhalb der beiden Bars weg. Hintergrund ist, so vermuten wir, ohnehin ein anderer. Bisher fehlte auf dem oberen Sonnendeck – der Galerie um den Pool herum – eine Bar. Die gibt es jetzt in Form der Sun Deck Bar. Man kann diese Veränderung nun „Service am Gast“ nennen, der jetzt keine langen Wege mehr zurücklegen muss, um ein Getränk zu bestellen oder einfach wieder als „Gewinnmaximierung“ verbuchen. Die Bereitschaft Getränke zu konsumieren dürfte jetzt deutlich steigen. Ein „Plus“ ist diese Veränderung aber in jedem Fall.

Gut gelungen ist der ansich ebenfalls umgestaltete Main Pool, der nun im Randbereich über zusätzliche Sitzgelegenheiten verfügt. Neu sind auch die beiden großen Bildschirme oberhalb des Poolbereiches. Die beiden Whirlpools sind jetzt eckig statt rund und im Durchmesser um 20cm gewachsen. Von einem nennenswerten Größenzuwachs kann da zwar nicht die Rede sein. aber interessant ist das auffahrbare Sonnensegel über den beiden Whirlpools, diese Funktion ist neu. Was auf den ersten Blick kaum jemandem auffällt – es fehlen zwei Whirlpools! Waren bisher insgesamt 4 Whirlpools auf dem Sonnendeck, so sind es nun noch 2 – dafür geringfügig größere. Ist diese Veränderung nun ein wirkliches Plus? Wir lassen die Frage offen.

Main Pool Norwegian Escape

Foto: Main Pool Norwegian Escape

Fitness Center und Beauty Salon sind in ihrer Größe identisch geblieben und auch nicht umgezogen, wenn man mal davon absieht, dass wir uns insgesamt nun ein Deck höher befinden. Auf der Norwegian Breakaway und Norwegian Getaway lag das Pooldeck auf Deck 15, auf der Norwegian Escape nun auf Deck 16! Den Grund haben wir bereits erläutert – es wurde ein Kabinendeck hinzugefügt.

Mandara Spa Norwegian Escape

Foto: Mandara Spa Norwegian Escape

Der Bereich des Mandara Spa hat sich aufgrund von Änderungen bei den Kabinenkategorien nun etwas vergrößert. Die bisher an der Backbordseite gelegenen The Haven Courtyard Penthäuser und The Haven Familien Villen sind kleineren Spa Suiten gewichen. Die Penthäuser liegen nun auf Deck 17. Sicherlich glänzt das Mandara Spa nicht durch neue Größenrekorde aber es überzeugt uns dennoch durch seine ansprechende Gestaltung, den schönen Vitality Pool, den Salt Room und das umfangreiche Angebot an Anwendungen. So stehen nicht weniger als 50 (kostenpflichtige) Spezialbehandlungen auf der Angebotsliste. 

Vitality Pool Mandara Spa Norwegian Escape

Foto: Vitality Pool Mandara Spa Norwegian Escape

Neu ist der Snow Room, in dem arktische Temperaturen die Blutzirkulation im Körper anregen. Die Gestaltung ist allerdings etwas lieblos und besonders groß ist der Raum auch nicht. Die in der Vorankündigung gezeigten Sitzmöglichkeiten hat man wohl aus Gründen der Erfrierungsgefahr nicht realisiert.

Snow Room Norwegian Escape

Foto: Snow Room Norwegian Escape

  • Deck 17

Der Haven Courtyard Bereich hat sich auffallend verändert. Insgesamt wirkt das komplette Areal zunächst deutlich großzügiger und ansprechender. Der neu gewonnene Freiraum zeigt sich in erster Linie im Innenhof, der nun wirklich einer ist und durch ein Magrodome Glasdach bei Bedarf geöffnet oder verschlossen werden kann. Das Glasdach an sich ist allerdings nicht neu, denn auf der „Norwegian Breakaway“ war ebenfalls eines installiert. Die „Norwegian Getaway“ zeigte sich entsprechend ihres wärmeren Fahrtgebietes hier komplett offen.

The Haven Courtyard Norwegian Escape

Foto: The Haven Courtyard Norwegian Escape

Der vermeintlich gewonnene Freiraum wird durch ein weiteres, zusätzliches Kabinendeck erreicht. Der Innenhofbereich gewinnt dadurch an Höhe und ist optisch gewachsen. Überspitzt gesagt steht nun mehr „Flugfläche“ zur Verfügung, die aber von den Gästen wohl kaum genutzt werden kann! Der Größengewinn ist rein visuell, die Grundfläche ist unverändert geblieben.

Der Pool wurde umgestaltet und verfügt nur noch über einen Bereich an Relaxliegen (vorher zwei) im Flachwasserbereich. Dadurch gewinnt der eigentliche Pool an Größe. Diese Veränderung ist sehr gut gelungen. Ein kleiner, die Wand hinunter plätschernder Wasserfall rundet das neue Gesamtbild optisch ab. Die exklusive The Haven Lounge lädt zu einem abendlichen Plausch oder einem Cocktail an der Bar ein. Wir haben allerdings Steckdosen für den Anschluss von Laptops vermisst.

The Haven Pool im Courtyard Norwegian Escape

Foto: The Haven Pool im Courtyard Norwegian Escape

Die Anzahl der The Haven Suiten und Penthäuser ist insgesamt von 42 auf 55 gestiegen, was nicht viel erscheinen mag. Letztendlich steht dem einzelnen Gast nun aber weniger Freifläche zur Verfügung, was gerade in so einem exklusiven Bereich sehr schade ist.

Wir laufen über die Galerie vorbei an der Sun Deck Bar in Richtung Heck, unter der Aqua Racer Rutsche hindurch und entdecken sogleich eine weitere Veränderung. Die Kletterwand auf der Rückseite des Schornsteins ist verschwunden. Der so gewonnene Platz wird für zusätzliche Sitzplätze des neuen Restaurants Margaritaville at Sea genutzt.

Beim Jimmy Buffet´s Margaritaville at Sea handelt es sich um das erste Margaritaville Burger-Paradies auf See. Die Margaritaville Restaurants sind in vielen Großstädten der USA sowie auch auf Key West vertreten. Auf der Speisekarte entdecken wir eine scheinbar unendliche Auswahl an Burgern, die alle individuell und frisch zubereitet werden. Dieses Restaurant kostet keinen Aufpreis.

Jimmy Buffet´s Margaritaville at Sea ersetzt das bisherige Restaurant Flamingo Bar & Grill.

Jimmy Buffets Margaritaville at Sea Norwegian Escape

Foto: Jimmy Buffets Margaritaville at Sea Norwegian Escape

Für Teens steht die Entourage Teen Lounge sowie eine Video Arcade bereit und sorgt für abwechslungsreiche Bespaßung bei den Jung-Kreuzfahrern. Die Entourage Teen Lounge ist der einzige Kinder- bzw. Jugendbereich mit Fenstern.

Wir kommen zum Heck der „Norwegian Escape“ und stehen inmitten des Spice H2O, der ausschließlich erwachsenen Kreuzfahrtgästen vorbehalten ist. Der schon immer sehr ansprechende und theaterförmig angelegte Bereich hat sich nicht grundlegend verändert und überzeugt noch immer in seiner Gestaltung. Die Anzahl an Korbstühlen und Sonnenliegen dürfte in etwa identisch mit denen auf der „Norwegian Getway“ sein, die Sonnenschirme sind hier blau und nicht rot.

 

Spice H2O Norwegian Escape

Foto: Spice H2O Norwegian Escape

Eine Bar, eine große Anzahl an Sonnenliegen, eine Videoleinwand und eine Art Grotte mit Wasserfall sorgen für das perfekte Urlaubserlebnis bei den Erwachsenen. Die Wasserfälle gab es bereits auf der „Norwegian Getaway“, dieser wurde hier aber zu einer Art Felslandschaft bzw. einer kleinen Grotte ausgebaut. Ob das nun eine Aufwertung ist oder besser gefällt, ist auch hier eine Sache des persönlichen Geschmacks. Die Felslandschaft ist sogar für Rollstuhlfahrer befahrbar! Für unseren Geschmack war die „Norwegian Getaway-Variante“ aufgrund der offenen, von Licht durchfluteten Gestaltung, ansprechender.

Spice H2O Zone Norwegian Escape

Foto: Spice H2O Zone Norwegian Escape

Hat der Durchgang vom hinteren Treppenhaus zur Spice H2O Zone auf der „Norwegian Getaway“ noch an die bunten Straßen in Miami South Beach erinnert, so sind die Wände hier kahl und schlicht weiß. Wurde man auf der „Norwegian Getaway“ von einem riesigen Wandbild mit der Aufschrift „Welcome to Miami Beach“ begrüßt, so ist hier einfach gar nichts. Auch das ist schade aus unserer Sicht. Von einer perfekten Illusion kann bisher auf der „Norwegian Escape“ keine Rede sein. Dadurch wird das Schiff künftig natürlich auch austauschbarer in Bezug auf die Einsatzregionen. Norwegian Cruise Line legt sich gestalterisch nicht auf ein Fahrtgebiet fest, wenngleich dies in den Medien auch etwas anders dargestellt wird.

  • Deck 18

Hier finden wir den vergrößerten Hochseilgarten der „Norwegian Escape“. Der Hochseilgarten erstreckt sich nun über drei Ebenen, die noch einmal spektakulärer aufgebaut sind als auf den Schiffen der Breakaway-Klasse. Insgesamt verfügt der Hochseilgarten der „Norwegian Escape“ über drei Ziplines, eine hinter dem Schornstein und zwei weitere an den Außenseiten des Klettergartens. Die beiden äußeren, an Steuerbord- und Backbord gelegenen Ziplines ragen über die Bordwand hinaus.

Teil vom Hochseilgarten der Norwegian Escape

Foto: Teil vom Hochseilgarten der Norwegian Escape

„The Plank“, auf der man 2,5m über die Bordwand hinaus laufen kann, gibt es nun zwei Mal. Eine dieser „Planken“ befindet sich auf der Steuerbord- und eine auf der Backbordseite. Wer möchte, kann sich nun gleich einen doppelten Adrenalinkick verschaffen. Genau genommen sorgen auch die drei Ziplines für einen solchen. Spektakuläre Momente kommen also im Hochseilgarten der „Norwegian Escape“ nicht zu kurz.

Ersatzlos verschwunden ist der Spider Web Kletterkäfig mit seiner sieben Meter hohen Spiralrutsche. Der Minigolf Platz hingegen ist geblieben. 

Im vorderen Bereich von Deck 18, auf der mittleren Ebene vom exklusiven The Haven Areal, liegt nun das The Haven Restaurant. Dieses exklusive Restaurant für die Bewohner des The Haven Bereichs ist nun etwas größer und neu angeordnet, wodurch weitere Tischplätze am Fenster zur Verfügung stehen. Außerdem ist es auf diesem Deck getrennt vom eigentlichen The Haven Bereich und der The Haven Lounge. Das The Haven Restaurant hat nun auch einen Außenbereich mit Sonnensegel. Wir finden diese Änderungen insgesamt sehr gelungen.

The Haven Restaurant Norwegian Escape

Foto: The Haven Restaurant Norwegian Escape

  • Deck 19

Wo ist die Exklusivität geblieben?

Die Steuerbordseite ist abgetrennt für die Bewohner der The Haven Kabinen und mit hochwertigen und gemütlichen Relaxliegen ausgestattet. Allerdings fehlt uns auch hier das gewisse Quäntchen an Gemütlichkeit bzw. an Charakter. Den gleichen Eindruck erhalten wir im angrenzenden Vibe Beach Club.

The Haven Sonnendeck mit Whirlpool

Foto: The Haven Sonnendeck mit Whirlpool

Waren im Vibe Beach Club auf der „Norwegian Breakaway“ noch gemütliche Korbbetten aufgestellt, auf denen es sich wunderbar träumen und relaxen ließ, so gibt es auf der „Norwegian Escape“ nur noch reguläre, wenn auch hochwertigere Sonnenliegen. Verschwunden sind auch die großen Entspannungsinseln. An Bord der „Norwegian Getaway“ war die Illusion perfekt, man hätte sich genau so gut an einem Strandabschnitt in South Beach befinden können und nicht auf einem Kreuzfahrtschiff. Hier auf der „Norwegian Escape“ ist auch alles Illusion – aber eher das Gefühl sich im exklusivsten Bereich des Schiffes zu befinden. Wo ist hier die einstige Exklusivität geblieben?

The Haven Sonnendeck mit Whirlpool

Foto: Vibe Beach Club Sonnenliegen Norwegian Escape

(Hinweis zum Foto: Die Auflagen der Sonnenliegen wurden durch einen recht starken Wind hin und her geweht, regulär liegen sie ordentlich auf den Liegen)

Zwei zusätzliche Whirlpools im öffentlichen Bereich

Sehr positiv dagegen sind die Veränderungen auf der für alle Gäste zugänglichen Backbordseite von Deck 19. Hier laden nun zwei gleichwertige Whirlpools zu einem ausgedehnten Besuch ein. Dazu gibt es einen grandiosen Blick auf das Meer, denn die Whirlpools stehen seitlich über die Bordwand hinaus. Eine Bar sorgt für die nötige Erfrischung zwischendurch.

Whirlpool öffentlicher Bereich Deck 19 Norwegian Escape

Foto: Whirlpool öffentlicher Bereich Deck 19 Norwegian Escape

Die Bewohner aller Kabinenkategorien kommen hier in den Genuss eines ähnlichen Standards wie im exklusiven Vibe Beach Club oder The Haven Bereich. Einerseits ist dies durchaus als positiv zu bewerten, nimmt aber auch die Exklusivität für die Bewohner der deutlich teureren Kabinen und Suiten. Abgesehen von den hochwertigeren Sonnenliegen erkennen wir auf den ersten Blick keinen Unterschied mehr zwischen allen Bereichen.

Für die Bewohner der unteren Kabinenkategorien ist diese Veränderung in jedem Fall ein „Plus“ und steigert die Hochwertigkeit des öffentlichen Bereiches deutlich. Andere Reedereien sperren in der Regel das komplette, oberste Deck in Bugrichtung für die besser zahlenden Reisegäste ab.

Auf der „Norwegian Escape“ ermöglichen Unterbrechungen in den Glasabtrennungen eine freie Durchsicht und das Fotografieren in alle Richtungen des Schiffes. Wir betonen diese Tatsache deshalb, da viele Reedereien die Außendecks inzwischen mit geschlossenen und sogar getönten Glasscheiben verbauen. Sind diese dann noch mit einer Salzkruste überzogen, ist jede freie Sicht versperrt.

Auf Deck 19 liegt der Eingang zum Aqua Racer und zum Ropes Course bzw. dem Hochseilgarten.

Deck 20

Deck 20 dient ausschließlich als Zugang für die beiden Free Fall Wasserrutschen auf dem entsprechenden Turm, der über einen eigenen Eingang verfügt.  

Unser Fazit – keine Spur von Premium

Sicherlich könnten wir noch weitere Details des neuen Schiffes von Norwegian Cruise Line aufführen, aber letztendlich sind alle Meinungen, Geschmäcker und Empfindungen verschieden, so dass jeder dieses Schiff einmal selbst auf einer der Kreuzfahrten ab/bis Miami erleben sollte. Als persönliches Fazit stellen wir fest, dass nicht alles „Plus“ an Bord ist und insbesondere im Vergleich zur „Norwegian Getaway“ einige Minuspunkte zu verzeichnen sind.

Wir sind sicher, dass man die amerikanische Zielgruppe mit diesem Schiff begeistern wird und auch der europäische Geschmack dürfte wenigstens in einigen Bereichen getroffen worden sein. Letztendlich ist die „Norwegian Getaway“ aus unserer Sicht das insgesamt perfektere Kreuzfahrtschiff. Leider hat man in Bezug auf Exklusivität und Luxus auch im exklusiven The Haven Bereich auf der „Norwegian Escape“ in einigen Punkten einen Rückschritt gemacht. Obwohl die mögliche Passagierzahl, auf allen drei von uns kombinierten Kurzkreuzfahrten, nicht ausgereizt wurde, entstand an vielen zentralen Orten an Bord der Eindruck von Überfüllung. Die Resonanz beim Frühstücksbuffet im Garden Café ist sicherlich bei bevorstehenden Landausflügen in der Karibik ähnlich. Wenn der Morgen dann damit beginnt, 20 Minuten in der Warteschlange auf ein Croissant warten zu müssen, dann kommt bei uns keine Urlaubslaune auf. Wir wollen die Negativliste nun nicht verlängern, denn das neue Kreuzfahrtschiff muss seinen Platz im Markt erstmal finden.

Aus unserer Sicht ist dies der Massenmarkt und von einem Premium-Produkt ist man zumindest hier noch weit entfernt!  

Die ersten Rückmeldungen zahlender Gäste bestätigen unsere Eindrücke derzeit. Es bleibt nun abzuwarten, wohin sich dieses Meinungsbild entwickeln wird.

Die Schiffsdaten auf einen Blick: 165.157 BRZ, 20 Decks, 4.248 Passagiere, 325,90 m Länge, 41,5 m Breite, 8,30 m Tiefgang

  • Die gesamte Bildergalerie der Norwegian Escape finden Sie >>hier<<:
  • Alle Kabinenfotos der Norwegian Escape finden Sie >>hier<<
  • Einen weiteren, interessanten Bericht zur Norwegian Escape von Schiffe-Emden.de finden Sie >>hier<<

Die Norwegian Escape fährt ganzjährig ab Miami durch die östliche Karibik. Die Taufe findet am 09. November in Miami statt.

Alle Kreuzfahrten mit der Norwegian Escape können bei uns gebucht werden. Senden Sie uns einfach eine unverbindliche Anfrage per Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen Sie uns an unter 04893-4288535.