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Kreuzfahrt Celebrity Solstice Singapur-Sydney Teil 6 Sydney /1

Autor: Team kreuzfahrten-mehr.de am 17.12.2012

Kreuzfahrt mit der Celebrity Solstice von Singapur nach Sydney / Teil 6

Sydney Tag 1

Schon um 04:30 Uhr näherte sich die CELEBRITY SOLSTICE der Hafeneinfahrt des großen Naturhafens von Sydney. Imposant ragten die beiden Klippen von North Head und South Head in den Morgenhimmel. Die Dämmerung hatte schon leicht eingesetzt, so dass sich leichte Umrisse der Küste erkennen ließen. Der Himmel war klar und an Deck sammelten sich mehr und mehr Passagiere, die sich das Einlaufen in eine der schönsten Hafenstädte der Welt nicht entgehen lassen wollten.

Und in der Tat ist es ein ganz besonderes Erlebnis in diesen Hafen einzulaufen, denn selbst von Deck 16 aus der CELEBRITY SOLSTICE kann man nur die obersten Spitzen der imposanten Skyline von Sydney erahnen. Die Stadt versteckt sich keck hinter den Hügeln von Breadleys Head und man muss sich schon ein bedeutendes Stück nähern, bis nach und nach die komplette Skyline erkennbar wird. Wie ein Theatervorhang der sich öffnet geben die Klippen bei weiterer Fahrt zunächst den Blick auf den Botanischen Garten von Sydney frei und wenn sich der Bug des Schiffes um Bradleys Head herumgeschoben hat, dann neigt man dazu, mit offenem Mund an Deck zu stehen. Man hörte zunächst unter den Passagieren immer wieder ein „Ohhh“ und „Ahhh“ oder ein „great“ oder „wonderful“, bevor komplette Ruhe einkehrte. Den Anblick der morgentlichen Skyline samt dem Opera House und vorgelagertem Fort Denison muss man im Prinzip live erlebt haben um diese Eindrücke verstehen zu können. Aber wir würden den Anlauf sogar insgesamt sogar als beeindruckender bezeichnen wie jener in New York. Die Begründung ist einfach, denn New York offenbart zu schnell den Blick auf die imposante Hochhausskyline – Sydney „versteckt“ sich bis zuletzt hinter diversen Hügeln und hat dadurch einen erheblich größeren „Wow-Effekt“!

In unmittelbarer Nähe der Oper nahm uns dann ein Feuerlöschboot in Empfang und sprühte Wasserfontänen in den Morgenhimmel – immerhin ist es ja der erste Anlauf der CELEBRITY SOLSTICE im Hafen von Sydney.

Kurz darauf gesellten sich einige Hubschrauber am Himmel dazu, die laufend ihre Kreise um das Schiff zogen. Vom Ufer kommend gingen Pfiffe, Schreie und freudige Rufe über das Deck der CELEBRITY SOLSTICE. Die Stimmung kam sehr nah an jene im Hamburger Hafen ran, wenn  dort morgens die Kreuzfahrtschiffe ihren Erstanlauf haben. Offen gesagt beeindruckt die Kulisse von Sydney aber deutlich mehr.

Kurz vor der Harbour Bridge stoppte die CELEBRITY SOLSTICE dann für ganze 10 Minuten und blieb zwischen Oper und dem vorgesehenen Liegeplatz am Overseas Passenger Terminal bewegungslos liegen. Die Durchfahrt war solange für jegliche Schiffe durch Polizeiboote gesperrt. Erst danach begann das Wendemanöver und die CELEBRITY SOLSTICE drehte mit dem Heck voran in Richtung Overseas Passenger Terminal. In diesen Minuten ging auch die Sonne auf – spektakulärer Weise unmittelbar hinter dem Opernhaus.

Schon gegen 05:45 waren die Taue fest und unser Zielhafen Sydney endgültig erreicht.

Nach dem Frühstück begann die Ausschiffung und auch wir haben die CELEBRITY SOLSTICE gegen 08:00 Uhr verlassen. Der Tag begann mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Die Ausschiffung verlief extrem schnell und bestens organisiert. Selbst die Häfen in den USA sollten sich ein Beispiel daran nehmen. Je nach Farbe und Nummer der Kofferanhänger verlässt man das Schiff über unterschiedliche Ausgänge, was die Menschenmengen erheblich reduziert und das Auffinden der Koffer deutlich vereinfacht. Keine 10 Minuten dauert es, bis man unmittelbar vor dem Overseas Passenger Terminal steht.

Besonders bemerkenswert finden wir den Service für Touristen, den die Stadt hier anbietet. Eine große Anzahl an Guides verteilt kostenfreies Informationsmaterial, Broschüren, Stadtpläne und auch Fahrpläne für öffentliche Verkehrsmittel. Damit aber nicht genug, denn es gibt auch fundierte Informationen und Tipps – das alles ist kostenfrei! Da sollten sich wirklich andere Städte ein Beispiel dran nehmen.

Nach einer kurzen Wartezeit begann die deutschsprachige Stadtrundfahrt für unsere Gäste sowie auch noch für ein weiteres Ehepaar, welches wir auf dem Schiff kennen gelernt haben.

Leider meinte es das Wetter heute auch nicht gut mit uns, denn das Tiefdruckgebiet welches uns nun schon seit Brisbane ärgert, hat auch Sydney erreicht und innerhalb von einer Stunde zog ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten der Stärke 8-9 auf. Immerhin regnete es aber nicht. Die Stadtrundfahrt führte uns durch das historische Stadtviertel „The Rocks“, in dem auch unser Hotel liegt, durch die Stadtteile Darling Harbour, Surry Hills, Darlinghourst, vorbei am Botanischen Garten mit Fotostopp, durch das aufstrebende Woolloomooloo bis nach Rose Bay. Nach einem kurzen Stopp bekamen wir einen kurzen Eindruck von der reizvollen Gegend um Watsons Bay, die Klippen von South Head mit imposanter Aussicht auf das vom Sturm aufgepeitschte Meer und die Küste. Dover Heights ist eine der teuersten Wohngegenden außerhalb von Sydney. Dover Heights genießt eine einzigartige Lage auf den Klippen und bietet von vielen Positionen aus (auch von den Gärten der Häuser!) einen Blick auf den Ozean zur einen Seite und einen Blick auf die gesamte Bucht und den Hafen von Sydney zur anderen Seite. Dieser einmalige Blick schlägt sich selbstverständlich auf die Kaufpreise der Häuser nieder. Unter 1,5 Mio. Australische Dollar ist dort kein Objekt zu erstehen.

Unseren Aufenthalt am weltbekannten Bondi Beach kürzten wir aufgrund des heftigen Sturms stark ab und begaben uns auf kurzem Wege auf den Rückweg. Bondi Beach liegt in einer relativ geschützten Bucht und bietet neben einem feinsandigen, flach abfallenden Strand auch Einkaufsmöglichkeiten und Hotels.

Wieder zurück in der Stadt, endete die Rundfahrt am frühen Nachmittag direkt vor dem Hotel Harbour Rocks. Da das Wetter nach wie vor nicht einladend war, fiel der geplante Stadtbummel für den Nachmittag relativ kurz aus. Wir verschafften uns lediglich einen kurzen Eindruck von der Altstadt „The Rocks“, kehrten in einem Italienischen Restaurant ein und versorgten uns in einem nahegelegenen Supermarkt.

Abgerundet wurde der Tag am Abend noch durch das Auslaufen der CELEBRITY SOLSTICE. Der Stadtteil „The Rocks“ bietet schöne Aussichtspunkte auf den Hafen und die Oper.

Die zurückgelegte Distanz beträgt von Singapur bis Sydney 4.609 Seemeilen oder 8.536 km. Insgesamt haben wir bis Sydney nun 19.036 km seit Abfahrt vor unserer Haustür zurückgelegt.

Sydney Tag 2

Da auch heute das Wetter eher bescheiden war, entschlossen wir uns zu einem Bummel durch die Innenstadt sowie die bekanntesten Einkaufszentren (Malls/Arcaden). Schnell merkt man, dass Sydney eine relativ hektische und lebhafte Stadt ist, denn in der City ist nichts zu erkennen von der Ruhe und Gelassenheit all der anderen besuchten Städte. Selbst in Singapur ging es nicht so hektisch und betriebsam zu wie in Sydney. Und das, obwohl Sydney mit knapp unter 5 Mio. auch noch weniger Einwohner hat wie Singapur. Wir wollen dies nicht bemängeln aber als auffälligen Punkt vermerken. Was auch auffällt, dass Sydney nicht ganz so klinisch rein und sauber ist wie die anderen Städte über die wir bereits berichtet haben. Hier und da findet man mal Abfall auf den Straßen, es gibt vereinzelt minderbemittelte Menschen mit entsprechenden Tafeln zu beobachten und unserer Meinung nach auch relativ wenig Mülleimer. Darin liegt sicherlich auch  der Grund für den vereinzelten Dreck, den man findet. Bei diesen kleinen Auffälligkeiten soll es dann aber auch bleiben.

Besonders hervorheben kann man im Bezug auf Einkaufsmöglichkeiten das historische Queen Victoria Building und die Strand Arcade. Das Queen Victoria Building im Stil eines byzantinischen Palastes aus dem Jahre 1890 wird gekrönt von einer 60 m hohen Kuppel. Auf 3 oberen Etagen laden über 200 Geschäfte, Restaurants und Cafés zum ausgiebigen Bummel ein. Wer in eines der Cafés auf einen Kaffee einkehren möchte, der sollte einige Minuten Wartezeit einplanen und die Lokalitäten auswählen, die gut besucht und voll sind. Die leeren Lokale haben offenbar alle ihre „Macken“. So wollte uns eine Dame in einem Café mit mindestens 20 freien Tischen eisern darum bitten uns nicht an einen Tisch mit 4 Stühlen zu setzen (3 Erwachsene + 1 Kind!?) sondern an einen mit nur 3 Stühlen. Auf Nachfrage hin was denn der Hintergrund sei antwortete die gute Dame „Es könnten ja 4 Erwachsene an den Tisch wollen und wir belegen ihn dann unnötiger Weise mit 3 ½ Personen!“ Wohl bemerkt, es waren alle anderen Tische mit 4 Stühlen noch frei! Wir verzichteten daraufhin „freundlich“.

In unmittelbarer Nähe befindet sich die Strand Arcade im Stil der 1890er Jahre. Diese kleine Arcade beherbergt immerhin 90 Shops und hervorragende Cafés, die erstaunlich preiswert sind. Unsere bisherigen Erfahrungen mit den Preisen in Sydney liegen nämlich eher deutlich über dem Durchschnitt anderer Großstädte. Eine Pizza normaler Größe liegt zum Beispiel bei 25 Dollar, das Glas Cola bei 5 Dollar. Bier und andere alkoholische Getränke schlagen locker mit 8 Dollar zu Buche. Ein großer Cappuccino in der Strand Arcade erscheint da mit einem Preis von 3,50 Dollar erstaunlich preiswert und schmeckt auch noch hervorragend. Das tolle Ambiente vergangener Zeiten scheint sich hier nicht im Preis nieder zu schlagen.

Die gesamte George Street sowie die benachbarte Pitt Street laden ebenfalls zu einem ausgedehnten Bummel ein. Allerdings ist uns noch eine Kleinigkeit negativ aufgefallen. Insbesondere die großen Malls wie auch das Queen Victoria Building verfügen auch über diverse Lover Level (untere Etagen), die sehr unübersichtlich sind und ineinander übergehen. Da helfen auch die ausgehängten Pläne nicht wirklich. Wer bestimmte Geschäfte sucht, der muss viel Zeit aufwenden. Das kennen wir aus unserem Shoppingparadies in Florida ganz anders. Wir haben auch die „Standort“ Punkte auf allen Plänen vermisst. Offenbar verfügen die Touristen in Sydney alle über einen hervorragenden Orientierungssinn? Unser Fazit fällt relativ klar aus. Einkaufen kann man in Sydney zwar gut, die Preise sind jedoch auch nicht niedriger wie bei uns und wirklich Spaß macht der Bummel durch das chaotisch anmutende Wirrwarr auch nicht.

Sydney Tag 3

Auch heute waren die Aussichten auf etwas Sonnenschein mit 0 % nicht wirklich beachtlich. Eine Hafenrundfahrt muss man sich dann bei diesem Wetter nicht antun, ebenso wenig einen Besuch auf dem Sydney Tower. Aber Sydney bietet ja durchaus gute Alternativen für solch ein durchwachsenes Wetter. So entschlossen wir uns heute zu einer Fahrt in der Monorail. Die Sydney Monorail pendelt jeden Tag in einer Höhe von durchschnittlich 5,5 m über der Straße auf einer gut 4 km langen Rundschlaufe um das Gebiet des Darling Harbour und China Town. Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene 5 Dollar, egal wohin man fährt. Es empfiehlt sich daher zunächst eine komplette Runde mit der Bahn zu drehen und auf der zweiten Runde erst an der gewünschten Station auszusteigen. So erhält man einen schönen Überblick über die Gegend.

Darling Harbour ist in jedem Fall einen Besuch wert. Neben historischen Museumsschiffen finden sich dort auch maritime Einkaufs- und Vergnügungsviertel sowie schöne Parkanlagen. Darling Harbour bestand einst aus verkommenen Industriedocks und Lagerhäusern und wurde erst vor ungefähr 25 Jahren wiederbelebt. Heute ist Darling Harbour ein weltweites Vorbild für die Revitalisierung einstiger Hafenflächen. In kürzester Zeit wurden die Shoppingmeile Harbourside, ein achtstöckiges IMAX-Kino und unzählige Terrassenlokale mit fantastischen Ausblicken angelegt. Das Hafenbecken wird durch die 1902 erbaute Pyrmont Bridge verbunden, die nur Fußgängern und der Monorail vorbehalten ist. Bei der Pyrmont Bridge handelt es sich um die erste elektrisch betriebene Drehbrücke der Welt!

Das Sydney Aquarium befindet sich ebenfalls innerhalb dieses Komplexes und ist einen Besuch ebenso wert. Im Great Barrier Reef Ozeanarium wandern die Besucher durch lange Glastunnel und entdecken die schillernde Unterwasserwelt Australiens.

Für Marinebegeisterte dürfte die HMAS Vampire das Ziel der Begierde sein, denn es ist der letzte Zerstörer der australischen Marine. Direkt daneben liegt das U-Boot Onslow. Beide können besichtigt werden. Wenn man sich das gesamte Areal betrachtet, dann fragt man sich warum andere Hafenstädte nicht auch solche attraktiven Möglichkeiten schaffen?!

Dem südlichen Teil Darling Harbours schließen sich noch Paddy´s Markets an. Wir gingen hier von einem „echten“ Markt bzw. Markthallen aus, was aber ein Irrtum war. Bei Paddy´s Market handelt es sich lediglich um ein weiteres Einkaufszentrum. Wir haben uns einen kurzen Überblick verschafft und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es wichtigere Dinge in Sydney zu entdecken gibt bzw. auch sehenswertere Einkaufskomplexe.

Da am frühen Nachmittag Nieselregen einsetzte, entschieden wir uns für eine Rückkehr in unser Hotel. Abends bekam die Wolkendecke dann endlich einige Lücken und ließ Hoffnung aufkommen für die letzten verbleibenden Tage.

Wir haben uns entschlossen, den Bericht über Sydney in zwei Teile aufzuteilen, so dass wir unsere letzten Eindrücke von Sydney nach unserer Rückkehr in Deutschland im letzten Teil unseres Reisetagebuchs veröffentlichen werden. Wir hoffen an dieser Stelle auf die korrekte Wettervorhersage, die tatsächlich noch Hoffnung aufkommen lässt auf Sonnenschein und andere Eindrücke als jene aus der Shoppingwelt Sydneys.