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Kreuzfahrt Celebrity Solstice Singapur-Sydney Teil 2 Bali

Autor: Team kreuzfahrten-mehr.de am 17.12.2012

Kreuzfahrt mit der Celebrity Solstice von Singapur nach Sydney / Teil 2

Nach zwei ruhigen Seetagen mit viel Sonnenschein und spiegelglatter See stand nun für heute – Dienstag, den 27. November 2012 das wohl exotischste Ziel der Reise auf dem Programm – der Hafen Benoa im Süden der Insel Bali (Indonesien).

Kurz nach Sonnenaufgang am frühen Morgen um 06:00 Uhr lag bereits ein leicht rußiger, nach undefinierbaren Gewürzen riechender Geruch in der Luft und die Küste näherte sich. Die ganze Nacht über umrundeten wir die Insel an der Ostseite mit langsamer Fahrt; die feuchte Luft und der Mondschein tauchten alles in ein diffuses Licht.

Um kurz vor 07:00 ist der Anker gefallen und die Celebrity Solstice hat ihre Position vor der Küste eingenommen. In den Hafen einlaufen können nur sehr kleine Schiffe. Die ersten Fischerboote umrundeten inzwischen das Schiff. Kurz darauf wurden die Tenderboote zu Wasser gelassen und die Neugierde auf diese Insel steigerte sich.

Die Tenderfahrten wurden noch von einem großen Katamaran, der eigentlich für Touristenfahrten eingesetzt wird, unterstützt.

Mit etwas Verzögerung konnten wir mit unserer Ausflugsgruppe aufbrechen und die Fahrt in Richtung Anlegestelle begann. Je näher man nun dem eigentlichen Hafen kam, umso klarer zeigten sich die zuvor rätselhaften Umrisse von Booten, Häusern und Hafenanlagen im Sonnenlicht.

Immer mehr Fischer sind mit ihren kleinen Booten (dem Jukung) auch in Richtung Meer aufgebrochen und verschafften eine klasse Morgenstimmung. Zu diesen faszinierenden Booten später noch einige Informationen. Zunächst zum eigentlichen Hafen, der eher als sehr klein zu bezeichnen ist und von diversen Schiffswracks, alten Fischtrawlern und uralten Frachtschiffen geprägt wird. Wir hatten uns den Hafen letztendlich doch irgendwie größer vorgestellt. Das Hafengebäude von Benoa dagegen war sehr modern und einladend; so als würden jede Woche mehrere Kreuzfahrtschiffe dort anlegen. Wie mir später ein einheimischer aus dem Hafen mitteilte, steht der Hafen von Benoa wohl aber nur etwa 10-15 Mal im Jahr auf der Destinationsliste von Kreuzfahrtschiffen. Wie auch immer, der Empfang auf der Insel der Götter durch die Balinesen war herzlich und natürlich für die Touristen gemacht.

Die Ausflugsbusse für die gebuchten Ausflüge über das Schiff standen bereits direkt vor dem Hafengebäude; wir hatten allerdings für unsere Kunden einen eigenen Ausflug gebucht und fanden die Minibusse außerhalb des Hafengeländes. Wie in vielen anderen Häfen auch, belagerten unzählige Händler mit ihren Handarbeiten die ankommenden Touristen.

Soweit keine großen Besonderheiten. Allerdings wurde den meisten Ausflugsteilnehmern sehr schnell klar, dass die Vorstellungen über das, was einen auf der Insel erwarten wird, nicht annähernd zutreffend würde. Dazu muß man sagen, dass wir die werbewirksamen Hotelstrände und malerischen Gegenden auch nicht im Fokus hatten.

Man hat an einem Tag auch nicht die Möglichkeit diese eigentlich relativ kleine Insel zu erkunden. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt nur 95 km und die West-Ost-Entfernung 145 km.  Das Straßensystem jedoch ist marode, die Straßen eng und überfüllt von Roller- bzw. Mopedfahrern. So muss man für kurze Strecken schon mal gut 1-2 Stunden einplanen. Gerne hätten wir auch das Bergland gesehen, denn immerhin ragt der höchste Berg der Insel 3.031 m in den Himmel. Für die Balinesen ist dieser Vulkan Gunung Agung („Großer Berg“) der Sitz der Götter.

Nachdem wir die chaotische Hauptstadt Denpasar hinter uns gelassen haben, zeigten uns die deutschsprachigen Reiseführer einen Großteil des Südens. Nebenbei brachten sie uns die balinesische Küche sowie die Religion näher. Für einen Europäer alles völliges Neuland.

Bali ist zum Beispiel die einzige Region außerhalb Indiens, Nepals und Mauritius mit einer hinduistischen Bevölkerungsmehrheit. Religion ist Leben und Leben ist Religion auf Bali. Religiöse Riten und Feste begleiten die Menschen von der Geburt bis zum Tod und über den Tod hinaus. Sie sind Grundlage des Zusammenhalts von Familie und Dorfgemeinschaft. Religiöse Riten werden wirksam bei der Gründung eines Dorfes, sie ordnen das Familienleben und sind die ethischen Leitlinien des ganzen Volkes. Feiertage, Volksvergnügungen und Versammlungen werden stets von einer Tempelzeremonie eingeleitet. Gegessen wird auf Bali auch nicht einfach so, denn der erste Grundsatz der balinesischen Küche ist die Andacht!

Bali wird auch die „Insel der Tausend Tempel“ genannt. Jedes Hindu-Dorf beheimatet drei Tempel: den Pura Puseh (der Ursprungstempel), den Pura Desa (Tempel der großen Ratsversammlung) und den Pura Dalem (Todestempel). In manchen Dörfern sind Pura Puseh und Pura Desa in einem Tempelkomplex vereint.

Alle Tempel die wir gesehen haben waren aufwendig geschmückt. Selbst jene in abgelegenen Regionen stehen im gestalterischen Aufwand den bedeutenden Tempeln der Insel kaum nach. Dazu hat noch jedes Haus und jedes Dorf seine eigenen Tempel und an markanten Punkten (Straßenkreuzungen, Ortseinfahrten) gibt es kleine Tempel bzw. einen Opferstock.

Wenn man das heiße und sonnige Flachland verlässt, dann gelangt man schnell in den Tropischen Nebelwald. Feucht und grün ist es auf der ganzen Insel, aber die höher gelegenen Regionen sind in der Regel einige Grad kühler und eignen sich hervorragend für den Reisanbau. Besonders beeindruckt und das absolute Highlight des Tages waren die Reisterrassen nördlich von Ubud. Es wird uns trotz detaillierter Erklärungen wohl immer ein Rätsel bleiben, wie man in einer mehrere hundert Meter tiefen Schlucht auf unzähligen Terrassen Reis anbauen kann. Es beeindruckt dabei weniger die Tatsache, dass dort Reis wächst sondern vielmehr die Art wie diese Terrassen in der Schlucht angelegt sind. Unseren Aufenthalt verkürzten wir dort jedoch aufgrund eines heranziehenden Gewitters.

Natürlich durfte auch ein Besuch bei den Elefanten nicht fehlen, denn davon gibt es auf Bali noch unzählige.

Bis zum Nachmittag besuchten wir weitere Tempel, auf die wir hier nicht im Detail eingehen wollen und kehrten nach 8 Stunden Inselrundfahrt wieder zurück zum Ausgangspunkt – dem Hafen von Benoa.

Auf der Rückfahrt mit dem Tenderboot zeigten sich die Fischer mit ihrem Jukung nochmals in voller Pracht!

Zu diesem faszinierendem Boot nun einige Details.

Das balinesische Jukung mit seinen zwei Auslegern ist nur eine der vielen Arten von Auslegerbooten mit dem markanten dreieckigen, lateinischen Segel die in den asiatischen Gewässern anzutreffen sind.

Die Boote sind meist reich verziert, bunt bemalt und haben einen Bug in Form eines Fisches. Die aufgemalten Augen halten stets Ausschau nach Gefahren und Dämonen aus dem Meer.

Durch die ebenfalls bunten Dreieckssegel wirken die Boote aus der ferne fast wie ein Schmetterlingsschwarm. Die morgendliche Ausfahrt der Fischer und ihr Heimkehren sollte man auf jeden Fall einmal gesehen haben.

Jedes Boot wird speziell für seinen Besitzer in reiner Handarbeit erbaut und perfekt auf ihn abgestimmt.

Der Körper des Schiffsbauers dient dabei als Referenz für die Längenmaße. Herangezogen werden beispielsweise die Spannweite der Arme, die Breite der Hand und die Fingerbreite.

So entstehen wahre Kunstwerke, eines schöner als das andere.

Für Liebhaber des Kunsthandwerks ist Bali übrigens auch ein guter Anlaufpunkt, denn auf hunderten von Märkten kann man nach Lust und Laune viele tolle Erinnerungsstücke an diese faszinierende Insel erwerben.

Auch heute könnte man weit mehr über diese Destination berichten aber wir wollen es dabei belassen und freuen uns nun auf die folgenden Seetage sowie „das andere Ende der Welt“.

Um 20:00 Uhr Ortszeit hat die Celebrity Solstice die Insel Bali mit dem Ziel Darwin in Australien verlassen … Die zurückgelegte Distanz beträgt von Singapur bis Bali 1.018 Seemeilen und nun von Bali nach Darwin 957 Seemeilen.

 

Über Benoa/Bali, Indonesien:

 

Benoa selbst ist touristisch eigentlich unbedeutend und lediglich Ausgangspunkt für Ausflüge ins Hinterland von Bali bzw. in die Hauptstadt Denpasar, die nur ca. 25km entfernt liegt. Benoa bzw. Nusa Dua ist ein reiner Touristenort mit großen Hotels der gehobenen Kategorie.

Denpasar liegt im Süden der indonesischen Insel Bali. Die größte Stadt der Insel ist gleichzeitig die Hauptstadt der Provinz Bali.

Das Straßensystem ist hierarchisch stark gegliedert. Es existieren einige Magistralen, z.B. die Jalan Gatot Subroto im Norden und Osten oder die Jalan Gajah Mada (der Name wechselt mehrfach im Verlauf) im Zentrum. Weiterhin ist Denpasar schachbrettartig mit Straßen erschlossen, nur die Flüsse, erzwingen einige Abweichungen von diesem Muster. Die Flusstäler sind aufgrund des erosionsanfälligen Gesteins meist tief eingeschnitten und Brückenhöhen von über 10 m mehr die Regel als die Ausnahme.

Über dieses Straßensystem erreichbar sind aber nur ca. 40 % der Wohnbebauung. Die restlichen ca. 60 % werden über einspurige (z.T. nur 2 m breite) Gassen bedient, die von diesen ausgehen. Sie können im Gegensatz zu vielen Hauptstraßen in beiden Fahrtrichtungen benutzt werden. Diese Gassen erschließen die Quadrate fischgrätartig. Sie sind meist auf gesamter Länge nicht miteinander verbunden.

Die Magistralen sind häufig vier- oder mehrspurige Einbahnstraßen mit erhöhtem Mittelstreifen aus der Zeit des Gegenverkehrs, was immer wieder für Staus an den wenigen Wechselmöglichkeiten sorgt.

Typisch für die Stadt (wie für ganz Bali) ist die bis an die Grundstücksgrenze gezogene Bebauung. Entweder die Gebäudemauer selbst oder das gesamte Gebäude begrenzen den öffentlichen Straßenraum ganz physisch, so dass der Verkehrsraum klar begrenzt ist. An Straßen und Magistralen sind Bürgersteige (meist beidseitig) vorhanden und durch ca. 30 cm hohe, abwechselnd schwarze und weiße Bordsteine vor Befahren geschützt.

Denpasar ist der Verkehrsknotenpunkt in Bali. Die Stadt erstickt im Dauerstau und öffentlicher Nahverkehr existiert nur in Form von Bemos (eine Art Auto mit 3 Rädern), Taxis und Überlandbussen, die in Denpasar drei Hauptterminals bedienen.

Geregelter, öffentlicher Nahverkehr oder schienengebundene Verkehrssysteme existieren nicht und hat es auch noch nie gegeben. Die erste öffentliche Buslinie Balis, die Trans Sarbagita verkehrt seit dem 18. August 2011 ganztägig alle 15 Minuten und tangiert Denpasar nur im Südosten. Erschließungslinien ins Zentrum befinden sich in der Planung.

Die Stadt ist neben den Verwaltungsfunktionen schon immer vor allem ein Handelsplatz. Denpasar hat neben den drei großen, traditionellen Märkten Sanglah, Kreneng und Badung auch viele spezialisierte Einkaufsstraßen in denen sich zum Beispiel Stoffhändler, Juweliere oder Mandarinenhändler konzentrieren. Shopping-Center und Malls findet man in Denpasar allerdings auch.