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Eindrücke einer Kurzreise mit der A-ROSA SILVA von A-ROSA Flusskreuzfahrten im Juli 2012

Autor: Team kreuzfahrten-mehr.de am 01.08.2012

A-ROSA hat am Montag, den 02. Juli in Amsterdam den neuesten Stern der Flotte, die A-ROSA SILVA bei schönstem Sonnenschein getauft. Die A-ROSA SILVA ist das 10. Schiff der erfolgreichen Flotte von A-ROSA Flusskreuzfahrten. Dabei stellt die A-ROSA SILVA das erste Schiff einer neuen Generation von Flusskreuzfahrtschiffen dar, die extra für längere Reisen auf dem Rhein, sowie der Mosel und der Donau konzipiert wurde. Die meisten anderen Schiffe auf dem Rhein verfügen über 3 Decks und sind somit nicht in der Lage bestimmte Streckenabschnitte zu passieren bzw. die Passagiere müssen das Oberdeck verlassen wenn niedrige Brücken durchfahren werden.

Nicht so auf der neuen A-ROSA SILVA. Das Schiff verfügt über 2,5 Decks, sodass zumindest der vordere Teil des Sonnendecks auch bei niedrigen Brückendurchfahrten - insbesondere auf der Mosel - weiterhin genutzt werden kann.

 

Ebenfalls neu auf der A-ROSA SILVA sind zwei Kabinentypen. Neben den Standardkabinen verfügt das Schiff auch über zwei Suiten sowie 4 Juniorsuiten mit einer Größe von jeweils 21 bzw. 29m².
Die Balkonsuiten begeistern nicht nur durch ihre Größe sondern auch durch einen eigenen Balkon mit Sitzgruppe. Abends hat man hier z.B. die Möglichkeit, den Tag gemütlich bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen.

Die in Rostock ansässige Reederei geht natürlich mit der Zeit und daher steht Internet per WLAN
nun nicht mehr nur in den öffentlichen Räumen sondern auch in den Kabinen zur Verfügung. Im Vergleich zu den anderen drei Rhein-Schiffen A-ROSA BRAVA, A-ROSA VIVA und A-ROSA AQUA hat man bei der A-ROSA SILVA einige Umgestaltungen vorgenommen. So ist zum Beispiel der SPA-Bereich vom Bug auf Deck 3 nun auf Deck 1 in die Schiffsmitte „umgezogen" und vergrößert worden. Der bisherige Platz wird nun für die bei sehr vielen Reisenden beliebte Lounge mit Panoramablick in Fahrtrichtung genutzt. Der Restaurant-Außenbereich wurde erheblich vergrößert und zusätzlich eine stilvolle Außenbar mit benachbartem Grillbuffet installiert.

Getauft wurde das Schiff übrigens von Sonja Dreisow, der Gattin des Geschäftsführers von Waterland
Privaty Equity, die eine Vorliebe für Schiffe und Wasser hat. Es war ihre erste Schiffstaufe.

Wir haben das derzeit von Kapitän Joachim Schlenther geführte Schiff vom 25.-27. Juli mit unserem fast 3-jährigen Sohn persönlich unter die Lupe genommen und die Eindrücke dieser Kurzreise nachfolgend zusammen gefasst.

Die A-ROSA SILVA hat die Gäste bereits in Amsterdam an Bord genommen, denn dort beginnt offiziell die Reise. Unser Zustieg ist in Köln gewesen. Köln ist mit ca. 1 Mio. Einwohnern die viertgrößte Stadt Deutschlands und liegt strategisch günstig am Rhein sowie am Schnittpunkt bedeutender West-Ost-Handelsstraßen. Die Rheinmetropole hat eine zweitausendjährige Geschichte und ist damit neben Trier eine der ältesten Städte Deutschlands; der weltbekannte Dom ist der größte Nordeuropas.

Aber zurück zur A-ROSA SILVA. Abgesehen davon, dass das 135m lange und 11,40m breite Schiff schon äußerlich eine imposante und äußerst elegante Erscheinung ist und sich durch das bekannte Rosenblätter-Dekor samt Kussmund hervorhebt, fallen bei einer Einschiffung über das Oberdeck gleich weitere Besonderheiten auf. Neben der bereits erwähnten Außenbar und dem riesigen Restaurant-Außenbereich der von Sonnensegeln überspannt wird, entdeckt man schnell den für ein Flusskreuzfahrtschiff sehr großzügig dimensionierten, beheizten Pool.

Das Herz des Schiffes ist, wie auf den meisten neuen Flussschiffen, das Foyer. Nun erschlängt dieses im ersten Moment nicht mit pompöser, Licht durchfluteter Größe wie man vielleicht erwarten mag und von Mitbewerbern kennt, sondern punktet vielmehr durch eine intelligente Aufteilung eines Treppensystems welches zu allen Deck- und Schiffbereichen führt. Die Kabinendecks sind von hier ebenso zu erreichen wie der Restaurantbereich und das riesige SPA-ROSA. Etwas verwundert hat es mich, dass ein behindertengerechtes, öffentliches WC vorhanden ist. Verwundert deshalb, weil es keinen Fahrstuhl gibt und das Schiff auch sonst für Rollstuhlfahrer völlig ungeeignet ist. Dies ist natürlich auch nicht die Zielgruppe. Man richtet sich eher an ein jung gebliebenes Publikum der Best Ager, was auch am großen Sportangebot deutlich wird. In jeder Stadt können Fahrräder ausgeliehen werden und je nach Destination werden sogar Rafting-Touren angeboten.

Wir sind überzeugt, dass die A-ROSA SILVA durchaus auch für Gäste der Altersklasse 30+ und für Familien mit Kindern geeignet ist. Etwas Kreativität der Eltern, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, sollte in jedem Fall vorhanden sein. Besondere Einrichtungen für Kinder sind entsprechend der Zielgruppe nicht vorhanden. Grundsätzlich könnte ein Kind auch die Kabinentüren öffnen und weglaufen; dieses Problem haben wir mit unserem inzwischen 3 Jahre alten Sohn jedoch bisher nicht gehabt.

Die mediterrane Küche sowie die Tatsache, dass kein Galadinner sondern ausschließlich Buffet und Live-Cooking angeboten werden, machen das Schiff wirklich attraktiv. Das ausgewogene und frische Farbkonzept, welches sehr an eine bekannte Kussmundflotte im Hochseebereich erinnert, unterstützt diesen Charakter nochmals.

Ebenfalls im Foyer zu finden sind natürlich die rund um die Uhr besetzte Rezeption sowie auch die Bordshops. Im SPA-ROSA kann man sich verwöhnen lassen und entspannen. Neben Fitnessgeräten gibt es auch Massagekabinen, ein Sanarium und gemütliche Ruhebereiche.

 

Wenn man dann die ersten Eindrücke auf sich wirken lassen hat und in Richtung der Kabine unterwegs ist, dann fällt nicht nur dem aufmerksamen Beobachter sofort auf, dass die Kabinentüren identisch zu denen auf den Schiffen einer Hochseereederei sind. Die Hamburger Firma Partnership Design hat auf dem gesamten Schiff wieder einmal ihr Können unter Beweis gestellt.

=> die komplette Bildergalerie von Bord der A-ROSA SILVA finden Sie HIER!

Allerspätestens in den Kabinen glaubt man nun, sich auf einem Schiff der Clubschiff-Reederei zu befinden. Natürlich schließen diese Designmerkmale auch das Bett ein, welches von einem „Himmel" überspannt ist. Auch bei einem Blick ins Bad wackelt dieser Eindruck nicht. Die Duschen sind großzügig bemessen und verfügen über eine Glastür.

Stauraum ist für eine Reise von bis zu 14 Tagen ausreichend verfügbar, was daran liegt, dass das Schiff für längere Reisen ab 10 Tagen konzipiert wurde. Sollten nicht genügend Bügel vorhanden sein, so erhält man auf Nachfrage problemlos weitere. Die Kabinengröße der 83 Außenkabinen beträgt 14,5m², davon haben 54 einen französischen Balkon. Die auf Deck 3 liegenden Juniorsuiten sind mit 21m² bereits deutlich größer. In den ebenfalls auf Deck 3 liegenden Balkonsuiten hat der Gast auf 29m² nochmals mehr Platz. Erstmals ist auf allen Kabinen ein Internetzugang per WLAN möglich.

Der LOEWE Flachbildfernseher ist natürlich auf dem Stand der Zeit und je nach Fahrtgebiet lassen sich via Satellit fast alle gängigen Programme empfangen.

 

Zur Kabinenausstattung gehören neben den üblichen Badutensilien auch ein Nummernsafe sowie ein Fön samt Schminktisch und Spiegel sowie ein flauschiger Bademantel. Besonders hervorheben möchte ich die Tatsache, dass es Fliegenschutzgitter in Form eines seitlich auf der Außenseite der Balkontür angebrachten Rollos gibt, die gerade in der warmen Jahreszeit und bei langen Hafenliegezeiten in der Dämmerung eine überaus sinnvolle Ergänzung darstellen. Die Klimaanlage auf den Kabinen ist individuell regulierbar und tut auch bei Extremtemperaturen von weit über 30 Grad und direkter Sonneneinstrahlung auf die Panoramascheiben zuverlässig ihren Dienst. Dies ist auf einem brandneuen Schiff sicherlich auch zu erwarten; eine Besonderheit gegenüber anderen Schiffen gibt es aber auch hier zu erwähnen! Die Klimaanlage schaltet beim Öffnen der Balkontür automatisch ab. Warum das nicht längst ein Standard auf allen neuen Schiffen ist, kann ich nicht nachvollziehen.

In Sachen Umweltschutz und Energiesparen hat man bei A-ROSA aber noch weitere Maßnahmen getroffen. 70% aller Leuchtmittel sind LED-Lampen die keinesfalls ein „kaltes" Licht erzeugen. Besonders pfiffig ist in diesem Zusammenhang die Außenbeleuchtung unter den Sonnensegeln. Auch hier sind in regelmäßigen Abständen LED Leuchtdioden angebracht. Wie alle A-ROSA Schiffe wurde auch die A-ROSA SILVA mit einem Landstromanschluß ausgerüstet, der aber bislang nur an sehr wenigen Anlegestellen genutzt werden kann. Damit nicht genug! Die A-ROSA SILVA soll nach Angaben der Hotelmanagerin Frau Annett Prinz das erste rußfreie Kreuzfahrtschiff auf dem Rhein sein. Erreicht wird dies durch einen Rußpartikelfilter. In wieweit dieser seinen Dienst tut, wird sicher abzuwarten bleiben. Der Antrieb der A-ROSA SILVA besteht aus vier statt der bisher üblichen zwei Motoren. Jeder dieser VOLVO-Penta-Diesel leistet 331KW so dass eine Geschwindigkeit von bis zu 22 km/h erreicht werden kann. Der Vorteil dieser vier Motoren liegt darin, dass man bei Talfahrt zwei Motoren abstellen kann, ohne Abstriche in der Sicherheit machen zu müssen. Die hervorragenden Manövriereigenschaften der A-ROSA SILVA durften wir am Abend beim Verlassen des Deutzer Hafens in Köln kennen lernen. Die vier Schottel-Ruderpropeller, mit jeweils einem Schub- und einem Zugpropeller auf einer Achse, bewegen das Schiff in Kombination mit dem Schottel-Pumpjet im Vorschiff mühelos auch rückwärts durch das Wasser. Damit setzt das bei der NEPTUN Werft in Rostock gebaute Schiff neue Maßstäbe und ist derzeit Vorreiter in der Branche.

 

Bei einem ersten Schiffrundgang fallen im Gastronomiebereich weitere Besonderheiten ins Auge. Wie schon auf den älteren A-ROSA Schiffen findet man auch hier die beliebten Buffets. Der Restaurantbereich ist aber nicht wie bei den meisten Flussschiffen durch eine zentrale Tür zugänglich sondern seitlich von einer Art Galerie aus. Diese Galerie verbindet das Foyer mit der Lounge im Bug. Luftige und verspielte Designelemente trennen diesen Galeriegang vom Restaurantbereich, so dass der Gast auch vom Sitzplatz den Panoramablick nach außen genießen kann. Gestört fühlen sich die Restaurantgäste durch den Galeriegang keinesfalls, wie ich auf Nachfrage von Gästen bestätigt bekommen habe. Mein eigener Eindruck war damit genau richtig.

Überhaupt kommt man sehr schnell ins Gespräch mit Reisenden, da alle offenbar die gleiche Einstellung bzw. die gleichen Interessen haben. Abgesehen davon, dass Marc natürlich der Stargast bei den Passagieren war, speist man mit Kindern im Buffetrestaurant wirklich wunderbar. Auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten ist jeder Wunsch willkommen. Ich war nämlich beim ersten Blick in das A-ROSA Journal, welches jeder Reisende abends an die Kabinentür gesteckt bekommt und über den folgenden Tag informiert etwas überrascht, dass erst ab 19:00 Uhr die offizielle Restaurantöffnung sein sollte. Gerade mit einem kleineren Kind natürlich kein sonderlich guter Gedanke, erst so spät essen zu können. Diese anfängliche Sorge ist am Abend jedoch sofort verflogen, denn es stellte überhaupt kein Problem dar auch bereits 30 Minuten früher zu essen.

Apropos, die Suitengäste werden erstmals auch mit abgetrennten und besonders gemütlichen und individuellen Sitzbereichen im Restaurant verwöhnt. Direkt zwischen Restaurant und Lounge befinden sich Tische und Sitzecken die man vielseitig nutzen kann. Sei es für Gesellschaftsspiele, Weinproben der ebenfalls dort integrierten Weinwirtschaft oder ein gemütliches Gespräch mit Mitreisenden.

Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang noch, dass es zwar auf allen A-ROSA Schiffen keine Kleiderordnung gibt es aber natürlich gerne gesehen wird, wenn der Gast abends eine lange Hose trägt. In meinen Augen auch eine Selbstverständlichkeit.

Die Bar Preise führe ich bewusst nicht im Detail auf, man kann sie zusammenfassend mit denen in einem guten 4-Sterne Hotel in Europa vergleichen. Hier schlägt auf keinen Fall die Kostenfalle zu. Und zu den Mahlzeiten ist Wasser inklusive. Zum Frühstück natürlich auch Kaffee, Tee und Orangensaft bzw. Multivitamin- und Apfelsaft.

Zusammen mit Marc wurde nach dem Schiffsrundgang der große 6x /2,5m Pool der A-ROSA SILVA bis in den Abend hinein ausgiebig „getestet". Aufgrund der Außentemperatur von weit über 30 Grad kam einem das auf 25 Grad erwärmte Wasser richtig erfrischend vor.

 

Die Stadt Köln haben wir dann bereits eine Stunde vor der offiziellen Abfahrtzeit um 23:00 Uhr verlassen, da alle Gäste bereits an Bord waren. Die Fahrt führte in die Tiefe Nacht hinein entlang der Städte Bonn, Remagen und Andernach. So neigte sich der erste Tag an Bord der A-ROSA SILVA mit unzähligen und positiven Eindrücken versehen dem Ende. In den 200/90cm messenden Betten schläft es sich hervorragend.

Am kommenden Morgen erreichten wir pünktlich die Stadt Koblenz - die reizvoll an der Mündung der Mosel in den Rhein gelegene einstige Residenz der Trierer Kurfürsten. Das Stadtbild wird neben diversen geschichtsträchtigen Gebäuden seit dem 10. Jh. Von der hoch über dem rechten Rheinufer thronenden Burg Ehrenbreitstein beherrscht.

Die A-ROSA Schiffe legen meist an der Moselseite an. Von dort aus sind die Altstadt sowie auch das „Deutsche Eck" mit Kaiser Wilhelm-Denkmal in wenigen Gehminuten erreichbar. Das Ausflugsangebot hängt stark von der jeweiligen Route ab und umfasst ein gemischtes Programm für alle Interessensgruppen.

Bereits am Mittag hieß es dann „Leinen los" mit Kurs auf einen der historischsten Flussabschnitte Europas. Aus den BOSE-Boxen an Deck der A-ROSA SILVA ertönte die A-ROSA Auslaufmelodie „Following my heart". In Kombination mit den mediterranen Temperaturen und dem strahlenden Sonnenschein erzeugte das durchaus Gänsehautatmosphäre. Für manche Menschen mag das kitschig sein aber gerade diese Momente prägen sich in den Köpfen vieler Gäste positiv ein - so auch bei mir.

 

Die meisten Passagiere nutzten die Gelegenheit, das Mittagessen an Deck einzunehmen. Zubereitet wurden die leichten und schmackhaften Gerichte direkt unter freiem Himmel an den Live Cooking-Stationen.
Die A-ROSA SILVA bewegte sich derweil entlang historischer Städte wie Boppard und St. Goarshausen durch das Tal der Loreley.
Woher der Name „Loreley" kommt ist nicht eindeutig geklärt. Unumstritten ist der Zusammenhang mit dem ursprünglich keltischen „Ley", mit dem in der Region häufig (Schiefer-)Fels oder Stein bezeichnet wurde. „Lore" könnte auf das wenige Kilometer stromaufwärts gelegene Lorch verweisen. Möglicherweise lässt es sich aber auch auf das altdeutsche „lorlen" (rauschen, murmeln) zurückführen und auf das starke siebenfache Echo, das heute wegen des Verkehrslärms nicht mehr hörbar ist.
Schon im Mittelalter war die Loreley ein bekannter Ort, zum einen wegen des markanten Felsens als Wegmarke, zum anderen wegen der gefährlichen Stelle für die Schifffahrt. Neben dem Binger Loch war hier, ein Stück rheinabwärts Richtung St. Goar (etwa in Höhe des heutigen Campingplatzes), die gefährlichste Stelle für die Rheinschifffahrt. An dieser Stelle lag eine Sandbank im Rhein, auf deren linker Seite das Wasser über quer im Fluss liegende Felsrippen stürzte, während es auf der anderen Seite ruhig abfließen konnte. Die verschieden schnell fließenden Wassermassen trafen sich hinter der Sandbank, wodurch dort starke Strudel entstanden, die manchem Schiffer zum Verhängnis wurden.
Und auch wenn die gefährlichsten Felsen im Wasser gesprengt wurden, ereignen sich auch heute nach wie vor Schiffunglücke auf diesem Streckenabschnitt.
Zwischen der Stadt St. Goarshausen und dem Loreley-Felsen verweilt auf einem kleinen Vorsprung an der Hafenmole des Loreleyhafens die Nixe Loreley.
1801 schrieb Clemens Brentano die Ballade „Lore Lay" über diese Frau, die aufgrund ihrer Anziehungskraft auf Männer für eine Zauberin gehalten wurde, und sich schließlich aus Liebeskummer vom gleichnamigen Felsen gestürzt haben soll. Es gibt diverse Balladenfassungen, am Berühmtesten ist aber wohl das Gedicht von Heinrich Heine. Dieses beschrieb die Figur der Loreley als eine Art Nixe, die gleich einer Sirene durch ihren Gesang und ihre Schönheit die Rheinschiffer in ihren Bann gezogen haben soll und diese so durch die gefährliche Strömung und die Felsenriffe umkommen lies.

 

Eines der letzten Highlights war die Passage der Stadt Kaub, welche seit 2002 ebenfalls zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal gehört.
Inmitten des Rheins thront hier auf einer kleinen Insel zum Greifen nah die stolze Burg Pfalzgrafenstein.
Pfalzgrafenstein gehört neben der Marksburg und der Burg Boppard zu den wenigen nie zerstörten Burgen im Oberen Mittelrheintal.
Natürlich ist dies nicht die einzige Burg, die man auf dieser Reise sehen konnte. Das gesamte Obere Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen ist UNESCO Weltkulturerbe und alleine auf diesem Abschnitt reihen sich über 20 Burgen und Schlösser aneinander. Darunter Burg Stahleck, Schloss Stolzenfels, Burg Sooneck, Burg Rheinstein, Marksburg, Burg Katz, Burg Maus und Burg Gutenfels. 3.000 Jahre Geschichte liegen hier auf wenigen Kilometern nebeneinander und schaffen eine unglaubliche Masse an Gesprächsstoff während einer solchen Flusskreuzfahrt.
Nach den vielen Eindrücken passierte die A-ROSA SILVA am Abend noch die Gutenberg- und Medienstadt Mainz bevor das elegante Schiff wieder in die dunkle Nacht verschwand.
Was mir besonders gefallen hat ist die Tatsache, dass internationale Gäste an Bord waren. Ich bin persönlich kein Freund von Kreuzfahrten mit überwiegend Deutschen Gästen. Internationale Gäste lockern den Tagesablauf erheblich durch andere Abläufe auf und schaffen interessante Gespräche.
Die Bordsprache ist dennoch Deutsch und der Euro das Zahlungsmittel. Wie auch auf anderen Schiffen dient die Schlüsselkarte auch als bordeigene Kreditkarte. Beglichen wird die Endrechnung bar, per AMEX, Mastercard oder VISA. Für Ausflüge erhält der gebuchte Gast eine separate Ausflugskarte mit der entsprechend die Anwesenheit auf dem Schiff überwacht werden kann. Diese Karte wird nach der Rückkehr wieder an der Rezeption abgegeben. Ein durchaus durchdachtes Verfahren.

Das Servicepersonal an Bord der A-ROSA SILVA ist sehr professionell und machte einen sehr kompetenten Eindruck. Nach nur 2 Tagen kannte man die Vorlieben von Marc und mir, reagierte unaufdringlich und schell auf diverse Abläufe. Andere Gäste berichteten mir ebenfalls von Ihren Eindrücken und dem überaus kompetenten Servicepersonal an Bord der A-ROSA SILVA bzw. auch an Bord der anderen A-ROSA Schiffe. Mein eigener Eindruck wurde auch hier untermauert - natürlich gibt es luxuriösere Schiffe aber gerade diese zurückhaltende Aufmerksamkeit die Vorlieben der Gäste zu berücksichtigen macht das Produkt einzigartig. Jeder Gast ist ein Individuum und genau das hat man bei A-ROSA verstanden und setzt den Service entsprechend um.

 

Das Servicepersonal ist immer anwesend aber nicht aufdringlich. Was mir ebenfalls sehr gefallen hat ist die Regelung, dass das Servicepersonal zu bestimmten Uhrzeiten auch die Passagierbereiche betreten darf. Ein abgetrennter Bereich ist am Heck des Schiffes natürlich dennoch vorhanden. Aufgrund dieser Regelung ergeben sich fast zwangsläufig interessante Gespräche.

Schon vor Beginn der Reise teilte man mir mit, dass der Anleger Speyer auf dieser Reise nicht genutzt werden kann. Dort legte die A-ROSA VIVA an, die uns seit den Abendstunden folgte. Aufgrund der Route entschloss man sich also, die A-ROSA SILVA am Anleger Germersheim festmachen zu lassen. Ein Bustransfer nach Speyer wurde zur Überbrückung der ca. 20 Straßenkilometer angeboten. Die A-ROSA SILVA hat aufgrund dieser Änderung am frühen Morgen noch ca. 1,5 Stunden lang einen sehr attraktiven und landschaftlich idyllischen Abschnitt befahren der viele Fotomotive bot.

Eigentlich hatte ich mit Marc für diesen Tag einen Besuch im Technik Museum Speyer geplant, welchen wir aber aufgrund der angesagten Temperaturen von 37 Grad ausfallen lassen haben. So gab es für Marc nur ein Ziel an diesem Vormittag - der Pool!

Nach dem Mittagessen und weiteren, interessanten Gesprächen neigte sich unsere Reise nun auch langsam dem Ende entgegen. Wir nutzten für die Rückreise den angebotenen Transferbus nach Speyer und von dort aus die Bahnverbindungen entlang des Rheins zurück nach Köln.

 

Zusammenfassend bleibt das eindeutige Fazit, dass wir jederzeit nochmals mit einem A-ROSA Flussschiff fahren würden. Zwar liegt die Zielgruppe bei jung gebliebenen Reisenden ab einem Alter von 60+, aber wie ich bereits sagte fühlen sich durchaus auch erheblich jüngere Gäste oder Familien mit Kindern an Bord wohl. Natürlich darf man aus Sicht einer Familie mit Kindern nicht erwarten, dass eine 24-Stunden Dauerbespaßung geboten wird oder Kinderbereiche zu finden sind, in denen die Kreuzfahrtkids den ganzen Tag lang beschäftigt werden. Eine gewisse Grundneigung sich auch für andere Dinge wie iPad, PlayStation und andere elektronische Spielsachen zu interessieren, sollte bei den Kindern vorhanden sein. Man unterstützt kreative Eltern, die sich mit ihren Kindern zu beschäftigen wissen, mit allen an Bord zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auf professionelle Weise. Man berichtete mir auch von Malkursen, Kochkursen, Brückenführungen und anderen Dingen an denen Kinder durchaus Spaß haben können.

Ein separates Hospital oder ein Bordarzt steht auf der A-ROSA SILVA, wie auch auf fast allen anderen Flussschiffen, nicht zur Verfügung. Eine ärztliche Betreuung wird durch die Nähe zum Ufer stets gewährleistet und darüber hinaus haben der Hoteldirektor sowie andere Mitarbeiter eine entsprechende, medizinische Ausbildung genossen.

Die A-ROSA SILVA ist wirklich eine Klasse für sich - das Versprechen, eine neue Art des Reisens zu erleben, wird eindeutig gehalten. Oder anders ausgedrückt bedeutet eine Reise mit A-ROSA „Following my heart"! Erstklassiger, unaufdringlicher Service in Kombination mit der Möglichkeit seinen Tag frei zu gestalten, bleiben in bester Erinnerung.

 

=> Die komplette Bildergalerie der A-ROSA SILVA Flussreise finden Sie HIER!


Wer sich übrigens fragt, was hinter der Marke A-ROSA steckt, für denjenigen habe ich hier noch einige Informationen. A-ROSA feierte in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum. Begonnen hat die erfolgreiche Geschichte genau genommen zwischen den Jahren 2000 und 2003. Zunächst startete Seetours (ein gemeinsames Unternehmen der britischen P&O und der Deutschen Seereederei /DSR) mit zwei Fluss- und einem Hochseeschiff. An die Taufe der A-ROSA BLU in Hamburg am 14. Juni 2002 erinnere ich mich heute noch gerne. Im April 2004 wechselte die A-ROSA BLU dann zu AIDA und wurde bei der Werft Blohm & Voss in Hamburg in zwei Wochen umgebaut. Die Marke A-ROSA lebte bei der DSR weiter. Im laufe der Jahre erfolgten weitere Umstrukturierungen. 2009 wurde die A-ROSA Flussschiff GmbH aus Rostock von den beiden Geschäftsführern Lars Clasen und Markus Zoepke sowie dem Finanzinvestor Waterland aus Düsseldorf übernommen und aus der DSR ausgegliedert. Das ehemalige Schwesterunternehmen A-ROSA Resorts ist seither ein komplett eigenständiges Unternehmen, verwendet aber weiterhin das bekannte A-ROSA Rosenlogo. Wie bereits im Beitrag erwähnt, ist die damalige Verbindung zu AIDA auch heute noch deutlich sichtbar. Neben dem Innendesign fällt auch die äußere Bemalung ins Auge, denn sowohl die Hochseeschiffe von AIDA Cruises als auch die Flusschifffe von A-ROSA Flusskreuzfahrten werden von einem roten Kussmund geziert, der bei A-ROSA jeweils noch durch eine Rose ergänzt wird. A-ROSA hat die moderne Flusskreuzfahrt geprägt, verzichtet z.B. auf Captain's Dinner, feste Sitzplätze und Essenszeiten oder eine Krawattenpflicht und bieten hochwertige Buffets an. Alle Schiffe zeichnen sich durch einheitliche Standards aus und verfügen so z.B. über SPA- und Fitnessbereiche, einen Pool und bordeigene Fahrräder.

Wie schon gesagt, besteht die A-ROSA Flotte heute aus 10 Schiffen (A-ROSA AQUA / A-ROSA VIVA / A-ROSA BRAVA / A-ROSA SILVA / A-ROSA STELLA / A-ROSA LUNA / A-ROSA BELLA / A-ROSA DONNA / A-ROSA MIA / A-ROSA RIVA), die auf Rhein, Main, Donau, Mosel, Rhône und Saône unterwegs sind. Etwa 65.000 Gäste haben im Jahr „Lust auf Schiff", darunter ca. 85% Erstbucher die meist aus dem deutschsprachigen Raum kommen. Das Unternehmen beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und setzt jährlich ca. 64 Millionen Euro um.