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Die Traumschiffe bleiben aus, 2014 deutlich weniger Kreuzfahrtschiffe im Nord-Ostsee-Kanal

Autor: Mathias Kokartis am 27.10.2013

Es ist wirklich eine Schande was durch die immer wieder auftretenden technischen Störungen um die Nord-Ostsee-Kanal Schleusen sowie nicht zuletzt durch die von der Gewerkschaft Verdi verteidigten Streiks kaputt gemacht wurde. Vor einigen Jahren noch verzeichnete unsere Wasserstraße durch Schleswig-Holstein Rekordergebnisse in Sachen NOK-Passagen von Passagierschiffen.  Nun sieht es düster aus.

Die Traumschiffe bleiben aus, 2014 sind deutlich weniger Kreuzfahrtschiffe im Nord-Ostsee-Kanal gemeldet. Klar sind diese für den wirtschaftlichen Verkehr auf dem Kanal von einer eher untergeordneten Rolle jedoch versucht man den Schifffahrtsweg auch touristisch zu nutzen. Für diese touristische Nutzung waren und sind die Passagen der großen Traumschiffe ein bedeutender Besuchermagnet. Zwar möchten Gewerkschaften dies aufgrund eigener Interessen nicht zugeben, die Wirtschaft sowie den guten Ruf des Kiel-Canal schadet dies dennoch.

Mathias Kokartis NOK Text

Die Liste der Kreuzfahrtschiffe im Jahr 2014 im Nord-Ostsee-Kanal sieht eher mager aus!

Aus den erheblichen Verzögerungen im Sommerhalbjahr 2013 haben die Kreuzfahrtreedereien Konsequenz gezogen. Für zukünftige Reiseplanungen wird die Nutzung des in Verruf geratenen Nord-Ostsee-Kanal genau unter die Lupe genommen, so Pressesprecher verschiedener Reedereien. Weiter wird von Reedereivertretern darauf hingewiesen das man sich durchaus im Klaren darüber sei, dass man gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern (Frachtschiffe) keine bevorzugte Behandlung erwarten kann. Dennoch sei man essentiell auf die zuverlässige Routenplanung angewiesen.

Unsere Gäste zahlen mitunter stattliche Preise für ein perfektes Urlaubserlebnis, da stehen wir in der Verpflichtung unseren Gästen auch das zu bieten was wir versprechen. Ist dies dann mit nicht mehr vorhersehbaren Routenabschnitten im Konflikt müssen wir in Zukunft dieses schwache Glied in der Reiseplanung außen vor lassen“.

Das Resultat dieser Stellungnahme zu meiner Anfrage ist deutlich: Die yachtähnlichen Kreuzfahrtschiffe des US Unternehmens Seabourn Cruise Line nutzen den Nord-Ostsee-Kanal im kommenden Jahr deutlich weniger als zuvor. Lediglich um zu Saisonbeginn in die Ostsee hinein bez. nach Saisonabschluss aus der Ostsee wieder heraus zu fahren, passieren die Luxuskreuzer die 100km Kanalstrecke.

Aber nicht nur Stammgäste die Ihre Schiffe bisher regelmäßig durch den Nord-Ostsee-Kanal schickten wurden abgeschreckt, auch die US Reederei Azamara Club Cruises hat Bilanz gezogen. Die Routenänderungen und Verzögerungen im Sommer 2013 haben nun Konsequenzen. Um ins beliebte Baltikum zu fahren hat man für die kommenden Reisen in 2014 den Weg durch das Skagerrak um die Nordspitze Dänemarks herum gewählt.

Noch nicht abzusehen sind die entstanden Schäden in entfernterer Zukunft. Die meisten Reedereien wie z.B. Fred Olsen Cruises, Saga Holidays, Oceania Cruises und viele mehr haben Ihre Reisen teilweise schon bis zum Sommer 2015 hin ausgeschrieben. Wie diese Reedereien sich für Zukünftige Routings entscheiden bleibt abzuwarten und hängt auch davon ab, wie zuverlässig die Passagen durch den Nord-Ostsee-Kanal in der Saison 2014 verlaufen. Sicher ist, das einige Reedereien maßlos verärgert wurden und das Vertrauen in den Kanal und dessen Verantwortlichen verloren haben.

Gastautor: Mathias Kokartis